„Feldhasen im Aufwind“, so betitelte der Landesjagdverband Baden-Württemberg seine Pressemitteilung, als die Zahlen der Hasenzählung vorlagen. 18 Feldhasen pro Quadratkilometer waren es im vergangenen Jahr durchschnittlich. Das sei der dritte Spitzenwert in Folge – und das, obwohl der erhoffte Nachwuchserfolg ausblieb. Die Population ist also nicht größer, aber erfreulicherweise auch nicht kleiner geworden.
Kreis Ludwigsburg Was der Feldhase braucht
Der Kreisjägermeister erklärt, wovon die Populationsgröße abhängt.
Lebensraumverbessernde Maßnahmen wirken
Diesen Erfolg schreibt der Jagdverband unter anderem den lebensraumverbessernden Maßnahmen der sogenannten Allianz für Niederwild zu. Letztere wurde vor acht Jahren vom Landesjagdverband gegründet. Das Gemeinschaftsprojekt, an dem auch die LAZBW Wildforschungsstelle beteiligt ist, kümmert sich vor allem um Feldhasen, Rebhühner und Fasane. Diese seien die Leitarten, die die jeweiligen Lebensräume charakterisieren würden, heißt es vom Landesjagdverband.
Der Kreisjägermeister der Jägervereinigung Ludwigsburg, Peter Ulmer, kann die Zahlen für den Kreis Ludwigsburg so bestätigen. Das Wachstum der Population, erklärt er, hänge vor allem von Witterung und Landwirtschaft ab: Von der Witterung, da Hasenjunge, wenn sie auf die Welt kommen, noch kleiner als eine Faust, aber schon behaart seien. Der erste Satz Junge komme meist im März, und wenn es dann noch feucht ist, würden viele der Jungen sterben. Von der Landwirtschaft, da der Feldhase es schwieriger hat, je intensiver sie ist. Die Kleinstruktur der Landwirtschaft habe sich aufgelöst und sei durch große Flächen und Maschinen ersetzt worden.
Dazu komme, berichtet Ulmer weiter, ein neuer Fressfeind: der Waschbär. Der bekannte Hasenfeind, der Fuchs, wird deshalb bereits bejagt, eine Prädatorenbejagung nennt sich das.
Auf eine Bejagung der Feldhasen hingegen wird in 87 Prozent der baden-württembergischen Jagdreviere freiwillig verzichtet – so auch im Kreis Ludwigsburg, sagt Ulmer, und darüber hinaus: „Die Jäger sind sehr vorsichtig und freuen sich, wenn sie Feldhasen sehen.“ Bei der Rehkitzrettung, die bald wieder stattfindet, würde man natürlich auch Hasen retten, wenn man welche sehe.
Lisa Lorenz
