Kreis Ludwigsburg Wassergebühren steigen über Inflationsrate

Von Claudia Mocek
Die Gebühren für Trink- und Abwasser sind gestiegen. Foto: Helmut Pangerl

Im Kreis Ludwigsburg gibt es große Preisunterschiede beim Trinkwasser. Auch die Kosten für das Abwasser sind nicht einheitlich. 

Die Wasser- und Abwassergebühren haben sich stärker verteuert als die anderen Lebensbereiche. Wie das Statistische Landesamt Baden-Württemberg mitteilt, übertraf der Gebührenanstieg zwischen 2024 und 2025 zum Stichtag 1. Januar die Inflationsrate. Die Wasser- und Schmutzwassergebühr legte im Landesdurchschnitt um jeweils gut 5 Prozentpunkte zu, die Grundgebühr für die Wasserversorgung um rund 9 Prozentpunkte und die Niederschlagswassergebühr um knapp 3 Prozentpunkte. Die Veränderung des Verbraucherpreisindex (Inflationsrate) lag zwischen Januar 2024 und Januar 2025 bei plus 2,3 Prozentpunkte. Die BZ hat sich die Gebühren in einigen Kommunen im Verbreitungsgebiet angeschaut. Die Angaben zu Trinkwasser und Grundgebühren verstehen sich einschließlich der Mehrwertsteuer.

Gebühren für Trinkwasser

Das Trinkwasser (jeweils Euro pro Kubikmeter) in Kirchheim ist 2025 mit 1,57 Euro im Landkreis am günstigsten. Freudental (1,98 Euro), Ingersheim (2,04 Euro), Tamm (2,09 Euro) belegen die Plätze sechs bis acht. Auf Bietigheim-Bissingen (2,45 Euro, Platz 15) und Ludwigsburg (2,46 Euro, Platz 17) folgen auf den Plätzen 20 und 21 Oberriexingen (2,50 Euro) und Sersheim (2,54 Euro). Erligheim (2,71) belegt Platz 27. Sachsenheim (2,86 Euro), Bönnigheim (2,89 Euro), Löchgau, (2,89 Euro), Markgröningen (2,92 Euro), Besigheim und Walheim (je 2,94 Euro) befinden sich auf den Plätzen 30 bis 35. Mit 3,20 Euro befindet sich Mundelsheim auf dem vorletzten, 38. Platz vor Benningen mit 3,37 Euro.

Zu den Gebühren für Trink-, Schmutz- und Niederschlagwasser kommen jährliche Grundgebühren, was die Vergleichbarkeit der Kommunen untereinander erheblich erschwert, nur in Gerlingen fallen keine Grundgebühren an. Denn diese unterscheiden sich erheblich – von 10,93 Euro in Löchgau (Platz 2) bis hin zu 171,20 Euro in Ludwigsburg (39. Platz). Während Besigheim 18,36 Euro verlangt (Platz 6), folgen auf Platz 10 und 11 bei den Grundgebühren Erligheim (21,57 Euro) und Ingersheim (22,21 Euro). In Kirchheim müssen Einwohner 25,68 Euro berappen (Platz 16), in Mudelsheim 35,18 Euro (Platz 22), Tamm 35,44 Euro (Platz 23) und Freudental 38,52 Euro (Platz 24), in Walheim 38,52 Euro (Platz 26). Mit 48,79 Euro (Platz 28) übersteigen die Grundgebühren in Sachsenheim die 40-Euro-Grenze. Es folgen Bönnigheim mit 67,80 Euro (Platz 31), Markgröningen (82,18 Euro, Platz 32) und Oberriexingen (93,20 Euro, Platz 33) und Sersheim (106,95 Euro, Platz 35). Bietigheim-Bissingen belegt mit 118,66 Euro den drittletzten, 37. Platz, Ludwigsburg mit 171, 20 Euro Platz 39.

Gebühren für Schmutzwasser

Für das Schmutzwasser fallen ebenfalls Gebühren (jeweils Euro pro Kubikmeter) an – zwischen 1,40 Euro und 3,90 Euro pro Kubikmeter. Bietigheim (1,44 Euro, Platz 4), Sachsenheim (1,48 Euro, Platz 5), Ludwigsburg (1,57 Euro, Platz 7), Tamm (1,68 Euro, Platz 8), Sersheim (1,89 Euro, Platz 11) und Ingersheim (1,90 Euro, Platz 12) stehen noch am Anfang der Tabelle.

Besigheim (2,26 Euro, Platz 21) Markgröningen (2,32 Euro, Platz 22) befinden sich im Mittelfeld. Kirchheim belegt mit 2,55 Euro Platz 28, Freudental und Walheim mit je 2,70 Euro Platz 30 und 31, Bönnigheim mit 2,87 Euro Platz 32, Löchgau mit 3,02 Euro Platz 35 und Erligheim mit 3,16 Euro Platz 36. Oberriexingen landet mit 3,46 Euro auf dem vorletzten Platz vor Mundelsheim mit 3,90 Euro. Nur Oberstenfeld erhebt keine Gebühren für Schmutzwasser.

Das Niederschlagswasser

Das Niederschlagswasser (jeweils Euro pro Quadratmeter überbaute Fläche) bewegt sich im Landkreis zwischen 0,21 Euro in Korntal-Münchingen und 1,13 Euro in Remseck. Ludwigsburg (0,28 Euro, Platz 2), Freudental (0,35 Euro, Platz 5), Sersheim und Walheim (je 0,42 Euro, Platz 11 und 12), Löchgau (0,44 Euro, Platz 14), Markgröningen (0,46 Euro, Platz 15) befinden sich am Anfang der Tabelle.

Sachsenheim (0,50 Euro, Platz 19), Erligheim (0,54, Platz 22) und Besigheim (0,57 Euro, Platz 25) liegen in der Mitte, Mundelsheim (0,60 Euro, Platz 27), Bönnigheim (0,61 Euro, Platz 28), Tamm (0,63 Euro, Platz 29), Oberriexingen (0,67 Euro, Platz 32), Kirchheim (0,68 Euro, Platz 33) im oberen Teil der Tabelle. Bietigheim-Bissingen belegt mit 0,75 Euro den drittletzten Platz, Ingersheim mit 0,76 Euro den vorletzten Platz, das Schlusslicht bildet Remseck mit 1,13 Euro pro Kubikmeter beim Niederschlagswassser.

Gründe für den Anstieg

Die Gründe für den Gebührenanstieg sind laut Statistischem Landesamt Baden-Württemberg vielfältig. Im Allgemeinen wirkten sich die steigenden Energiepreise, Bauleistungspreise und Personalkosten auf die Gebühren aus.

Im Besonderen seien es die lokalen Gegebenheiten wie Siedlungsstruktur, Topografie und Wasserverfügbarkeit, die spezifische Maßnahmen in den Gemeinden erfordern, um die Wasserversorgung und Abwasserbehandlung sicherzustellen. Hierzu gehöre, die Infrastruktur an die Auswirkungen des Klimawandels anzupassen, zum Beispiel neue Wasservorkommen zu erschließen oder das Wassernetz zu sanieren, um die Leitungsverluste zu verringern, empfiehlt das Statistische Landesamt.

 
 
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