Kreis Ludwigsburg Weniger Unfälle, mehr Tote

Von Jörg Palitzsch
Die Unfallkommission hat bereits 2021 in Bietigheim-Bissingen eine Vollsignalisierung für den Rechtsabbieger-Verkehr in Richtung Auwiesenbrücke beschlossen, diese wurde aufgrund der Auswirkungen auf Rückstaus immer abgelehnt. Foto: /Werner Kuhnle

Vorfahrt missachtet, zu wenig Abstand gehalten, zu schnell gefahren: Das waren laut Kreisverwaltung 2021 die Ursachen für die Unfälle auf den Kreisstraßen.

Von Jahr zu Jahr steigen die Zulassungen der Fahrzeuge im Landkreis Ludwigsburg, dementsprechend auch die Unfall- und Verletztenzahlen. So gab es von 2017 bis 2019 im Durchschnitt insgesamt 16 800 Verkehrsunfälle. Unterbrochen wurde diese Entwicklung nur durch die beiden Corona-Jahre 2020 und 2021, wo die Unfälle auf 14 249 und im letzten Jahr schließlich auf 13 671 Unfälle sanken. Die Anzahl der Verletzten sank von 1709 (2017) auf 1429 (2021). Die Zahl der Toten auf Kreisstraßen stieg allerdings auf die Höchstzahl von fünf, im Jahr 2020 waren es noch drei und im Jahr 2017 ein Toter. Betrachtet man alle Straßen im Landkreis, verloren 2021 bei Verkehrsunfällen insgesamt 14 Personen (Vorjahr: zwölf) ihr Leben.

Liste der Unfallschwerpunkte

All diese Zahlen gehen aus dem Jahresbericht der Unfälle auf den Kreisstraßen für das Jahr 2021 hervor, der am kommenden Freitag dem Ausschuss für Umwelt und Technik vorgelegt wird. In dem Bericht werden auch die hauptsächlichen Unfallursachen im Jahr 2021 ersichtlich, dies waren erneut Vorfahrtsverletzungen, zu geringer Abstand und überhöhte Geschwindigkeiten.

In die Liste der Unfallschwerpunkte 2021 wurde in Bietigheim-Bissingen die Kreuzung Farbstraße (K 1635)/Auwiesenstraße/ Schwarzwaldstraße (L 1125) aufgenommen. Im vergangenen Jahr ereigneten sich dort insgesamt 17 Unfälle. Bei elf Unfällen im Längsverkehr, einem Fahrunfall, zwei sonstigen Unfällen, einem Vorfahrtsunfall sowie einem Unfall im ruhenden Verkehr wurden sieben Personen leicht verletzt. Die Unfallkosten liegen laut Bericht bei 164 500 Euro.

Immer wieder Unfälle

Der Bereich sei seit vielen Jahren immer wieder unfallauffällig. In der Vergangenheit seien zwar bereits viele kleinere Maßnahmen erfolgt, die jedoch nicht zu einer Verbesserung der Verkehrssituation geführt hätten, mahnt der Bericht an. Die Unfallkommission hat 2021 eine Vollsignalisierung für den Rechtsabbieger-Verkehr in Richtung Auwiesenbrücke beschlossen, diese wurde aufgrund der Auswirkungen auf Rückstaus immer abgelehnt. Das Stadtentwicklungsamt Bietigheim-Bissingen sei nun mit einer Untersuchung beauftragt worden, die aufzeigen soll, welche Auswirkungen sich auf die übrigen Signalphasen ergeben würden. Ergebnisse liegen noch nicht vor. Für kleinere Baumaßnahmen waren im Entwurf für den Haushaltsplans 2022 des Kreises bei den „Maßnahmen zur Verkehrsverbesserung“ 1,5 Millionen Euro eingeplant, um unter anderem auch Unfallschwerpunkte zu entschärfen.

Zu einem folgenschweren Unfall kam es am Montag, 22. Februar 2021. Um 22.30 Uhr wollte ein 44-jähriger Autofahrer von der Porschestraße nach links auf die K1671 in Richtung B 27 abbiegen. Ein 36-Jähriger Autofahrer war von der B 27 kommend in Richtung Tamm unterwegs. Beim Abbiegevorgang missachtete der 44-Jährige laut Bericht im Einmündungsbereich die Vorfahrt des anderen Fahrzeuges.

Fünf tödliche Unfälle

Der 36-Jährige prallte mit seinem Fahrzeug frontal in den Pkw der 44-Jährigen. Dieser schleuderte rund 90 Meter in den Grünstreifen. Durch den Zusammenstoß erlitt er tödliche Verletzungen und verstarb noch an der Unfallstelle. Weitere vier tödliche Unfälle gab es 2021 bei Rutesheim, Horrheim, Oberriexingen und bei Besigheim.

 
 
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