Kreisimpfzentrum startet Landrat Allgaier: „Besser 77 als 0“

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Jana Stein, Mitarbeiterin des ASB war am Freitag unter den ersten, die geimpft wurden. Neben Älteren gehört auch medizinisches Personal zur Gruppe mit der höchsten Impfpriorität. ⇥ Foto: Martin Kalb

Zum Start des Kreisimpfzentrums am Freitag konnte wegen des knappen Impfstoffs nur ein Bruchteil der Kapazität ausgeschöpft werden. Die Verantwortlichen hoffen, bald mehr zu tun zu haben.

Am Freitag um 9 Uhr öffnete das Kreisimpfzentrum (KIZ) in Ludwigsburg erstmals seine Pforten. Genau 77 Menschen konnten am ersten Tag mit dem Biontech-Vakzin geimpft werden. In diesem Umfang wird es nun zunächst einige Wochen weitergehen.

„In Böblingen hat man sich wegen der geringen Menge des Impfstoffs dafür entschieden, das Impfzentrum erst später zu eröffnen. Das kam für uns aber nicht in Frage“, sagte Landrat Dietmar Allgaier am Freitagachmittag bei einem Pressetermin vor Ort. Zum einen habe man die Eröffnung schon einmal verschoben, zum anderen gilt laut Allgaier: „Besser 77 als 0 Geimpfte“. 86 Dosen pro Tag werden in den nächsten Wochen darüber hinaus jeweils über die fünf mobilen Impfteams des Kreises in den Pflegeheimen verabreicht.

Frühzeitige Aufklärung

„Die Aufteilung der Dosen zwischen Impfzentrum und mobilen Impfteams ist vom Land vorgegeben“, erklärt Andy Dorroch, Leiter des Fachbereichs Katastrophenschutz beim Landratsamt und organisatorisch verantwortlich für das Impfzentrum. Mehr als 50 Prozent der Dosen müssten über mobile Teams verabreicht werden.

Von Seiten des Landratsamt hieß es, man werde die Heime nun in der Reihenfolge ansteuern, in der auch die Patientengespräche stattgefunden haben. Seit Anfang des Jahres sind die mobilen Impfteams des Landkreises schon unterwegs, um in Pflegeheimen über die Impfung zu informieren. „Das hat den Vorteil, dass wir nun genau wissen, wie viele Leute wir in den Heimen impfen. Zudem geht der Termin ohne Aufklärungsgespräch schneller“, so Dorroch.

Geschwindigkeit ist auch von Nöten, wie der medizinische Leier Dr. Roland Kolepke verriet: „Die Impfdosen, die bei minus 70 Grad gekühlt ankommen, werden hier in einem Kühlschrank über Nacht aufgetaut.“ Einmal aufgetaut müssten Sie innerhalb von sechseinhalb Stunden gespritzt werden. Sollte mal ein Impfling doch nicht zu seinem Termin erscheinen, hat man deshalb im KIZ einen Telefonliste von Menschen mit der ersten Priorität, zu der neben den über 80-Jährigen auch Rettungskräfte und anderes medizinisches Personal gehören, und die schnell einspringen und geimpft werden können.

Kurzfristig Termin ergattert

Schnell ging es auch bei Günther Scheerschmidt. Der 80-Jährige aus Remseck hatte seinen Termin erst am Donnerstag ergattert: „Ich war wandern und meine Tochter hat sich an den PC gesetzt und mir diesen Termin gesichert“, freute sich der Rentner. Eigentlich sind die Termine für drei Wochen ausgebucht, es kamen allerdings mehr Impfdosen als erwartet und so wurden kurzfristig weitere Termine frei. „Es lohnt sich also immer mal wieder ins Internet zu schauen oder anzurufen“, erklärte Dorroch.

Für Scheerschmidt war es keine Frage, sich impfen zu lassen: „Ich bin fit und lasse mich sonst eigentlich nicht impfen, aber diese Impfung gibt mir jetzt Sicherheit.“ Insgesamt war die Stimmung am ersten Tag des KIZ entspannt. Das ist ein Vorteil der derzeit überschaubaren Zahl an Impflingen. Alle Beteiligten hoffen, dass möglichst schnell die Höchstkapazität von 2500 Impfungen pro Tag benötigt wird.

 
 
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