Zunächst ging Ruben Wald, Leiter des Polizeipostens Kirchheim, bei der Vorstellung der Kriminalstatistik im Bönnigheimer Gemeinderat auf die Straftaten ein. Sie sind im letzten Jahr von 336 auf 259 zurückgegangen. Ihre Aufklärungsquote beträgt 67,6 Prozent. „Kein Raub, kein Mord und kein Totschlag waren darunter“, erklärte Ruben Wald.
Kriminalstatistik Bönnigheim Poststraße ist ein Unfallschwerpunkt
Polizeihauptkommissar Ruben Wald, Leiter des Polizeipostens Kirchheim, präsentierte dem Gemeinderat die Unfall und Kriminalstatistik.
Umweltkriminalität sank auf einen Fall
Es gab weiter 34 Sachbeschädigungen und 13 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. „Davon wurden 92,3 Prozent der Fälle aufgeklärt, da vieles im Internet stattgefunden hat“, erläuterte er. Diebstähle gab es insgesamt 61. Davon wurden 18 Diebstähle verzeichnet, bei denen die Täter Hindernisse überwunden haben. Die Zahl der Wohnungseinbrüche lag bei zwei. Drei Fahrräder wurden gestohlen, die Zahl der Ladendiebstähle lag bei 14. Einfache Körperverletzungen wie Ohrfeigen wurden 40 Mal aufgenommen, gefährliche Körperverletzungen mit Krankenhausaufenthalt waren es fünf.
Festgehalten hat die Polizei auch die Tatverdächtigenstruktur: Von 149 Tätern waren 103 Erwachsene, neun Heranwachsende, 27 Jugendliche und zehn Kinder. Die Umweltkriminalität sei auf einen Fall gesunken, sagte Wald. Dies führte im Gremium zu Widerspruch: „Ich habe den Eindruck, dass wilde Müllablagerungen zugenommen haben“, sagte Stadtrat Frank Sartorius (FWV/CDU). Das könne schon sein, aber erfasst würden in der Statistik lediglich die Vergehen, die zur Anzeige gebracht wurden. „Da ist ihr Bauhof wahrscheinlich schneller“, meinte er. Und Bürgermeister Albrecht Dautel betonte, dass nur die wilden Müllablagerungen zur Anzeige gebracht würden, die Aussicht auf Aufklärung böten, wie wenn beispielsweise dabei ein Brief oder ein Kontoauszug gefunden wurden.
Schließlich fiel der Blick des Fachmanns auf die Straßen. Von insgesamt 76 Verkehrsunfällen gingen die meisten glimpflich aus. Es gab keine Todesopfer, nur drei Schwerverletzte und 18 Leichtverletzte. Und zwei Fahrradfahrer wurden leicht verletzt. Zum Unfallschwerpunkt wurde aber die Poststraße, dazu schreibt das Landratsamt: „Im Bereich der Poststraße/Bismarckstraße sind unterschiedliche Verkehrsprobleme aufgetreten, die in der Unfallkommission unter anderem mit dem Polizeipräsidium Ludwigsburg und dem Regierungspräsidium Stuttgart erörtert wurden. Insbesondere waren Unfälle mit Personenbeteiligung an den drei Fußgängerüberwegen zwischen der Amann- und der Olgastraße ein wichtiges Thema.“
Landratsamt ergreift Maßnahmen in der Poststraße
Um die Sicherheit zu erhöhen, habe das Landratsamt bereits im letzten Jahr die Überwege mit einer neuen Beleuchtung ausgestattet und die Sichtbarkeit der querenden Personen dadurch deutlich verbessert. Im Juni dieses Jahres wurde, so das Landratsamt, zudem der Fußgängerüberweg im Einmündungsbereich der Kirchheimerstraße/Poststraße umgestaltet, „damit abbiegende Fahrzeuge langsamer um die Kurve fahren müssen. Durch die provisorische Umbaumaßnahme wird für zu Fuß Gehende auch der Weg zum Überqueren verkürzt und die Warteflächen werden vergrößert“, teilt die Verkehrsbehörde mit.
Diese Maßnahme wurde im Gemeinderat mit Verwunderung aufgenommen, da seither bereits ein Bus und ein Lkw an der „Verbesserung“ hängen geblieben seien. Sowohl die örtliche Polizei als auch die Stadtverwaltung hätten sich gewünscht, vor der Umsetzung beteiligt worden zu sein, sagte Wald.
Stellplatz soll zur Verbesserung der Sicht entfernt werden
Weiter hat die Unfallkommission vor, am Fußgängerüberweg bei der Einmündung Olgastraße einen Stellplatz zu entfernen um die Sichtbeziehung zwischen zu Fuß Gehenden und Fahrenden zu optimieren. „Die Umsetzung der Maßnahme muss noch erfolgen“, so das Landratsamt.
Ergänzend heißt es: „Die von der Unfallkommission beschlossenen Maßnahmen wurden der Stadtverwaltung Bönnigheim in einem Sondertermin zur Schulwegsicherheit vorgestellt. Da die Umsetzung der Maßnahmen erst vor Kurzem erfolgt sind beziehungsweise zum Teil noch erfolgen müssen, können wir aktuell noch keine Bewertung abgeben. Wir werden die Verkehrssituationen beobachten und weitere Anpassungen prüfen, falls es erforderlich wird.“
