Kriminalstatistik für den Kreis Weniger, dafür mehr schwere Delikte

Von Heidi Falk
Das Polizeipräsidium Ludwigsburg hat die Kriminalstatistik veröffentlicht. Foto: dpa/Fabian Sommer

Vor allem Sachbeschädigungen und Diebstähle gab es 2025 viele, wenn auch weniger als 2024. Jedoch wurden im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ludwigsburg 35 Menschen getötet.

Das Polizeipräsidium Ludwigsburg hat den Sicherheitsbericht für das Jahr 2025 veröffentlicht. Bereits am Mittwoch erschien die Verkehrsunfallbilanz (die BZ berichtete), am Freitag folgte nun die Veröffentlichung der Polizeilichen Kriminalstatistik. Eine gute Nachricht vorab: Nachdem 2024 die Kriminalität stark angestiegen war, kann die Polizei für das vergangene Jahr berichten, dass die Fallzahlen deutlich abgenommen haben.

2025 : Präsidiumsweit weniger Straftaten als 2024 festgestellt

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, der die Landkreise Ludwigsburg und Böblingen umfasst, wurden insgesamt 36.425 Straftaten (davon 21.438 Fälle im Kreis Ludwigsburg) von der Polizei erfasst. Dies entspricht einer präsidiumsweiten Abnahme von 6093 Fällen oder um 14,3 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Im Kreis wurden 3378 Fälle weniger erfasst, was einer Abnahme von 13,6 Prozentpunkten entspricht.

Vergleicht man die Statistik des Kreises mit der des Landes Baden-Württemberg, sticht der Kreis durchaus positiv heraus. Es gab aber auch landesweit weniger Vorkommnisse, der Rückgang beträgt 6,1 Prozentpunkte – was natürlich trotzdem ein Erfolg für die Polizei ist.

Laut präsidiumsweiter Kriminalstatistik liegt der Rückgang der Fälle vor allem an den Rohheitsdelikten, die von 9473 auf 7927 Einzelfälle gesunken sind – 18,8 Prozentpunkte weniger. Aber auch Diebstähle waren es im vergangenen Jahr weniger: 9121 Fälle (Vorjahr: 10.563), ein Rückgang von 13,7 Prozentpunkten. Maßgeblich ist der Bereich der einfachen Diebstähle, im Vergleich zum Vorjahr waren es 2025 23,9 Prozentpunkte weniger.

Im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte gab es eine Abnahme von 6934 auf 5662 Fällen (-18,3 Prozentpunkte); hierbei fallen laut Polizeipräsidium Ludwigsburg vor allem die Warenkreditbetrüge ins Gewicht: 2024 wurden 1156 Fälle geahndet, 2025 waren es 744 Fälle.

Auch Rauschgiftdelikte waren 2025 rückläufig: 697 Fälle, also 45,3 Prozentpunkte weniger als 2024, damals waren es 1275 Fälle. Beleidigungen sind von 3002 auf 2541 Fälle zurückgegangen; ebenso Fälle der Gewalt gegen Polizeibeamte von 524 auf 411, also 21,6 Prozentpunkte weniger.

Negative Entwicklungen in der Statistik

Jedoch gibt es auch negative Entwicklungen in der Statistik: Straftaten gegen das Leben, etwa Mord und Totschlag, sind von 27 auf 35 Fälle gestiegen – ein trauriger Rekord im Zehn-Jahres-Vergleich. Dabei handelte es sich 2025 um zehn Morde, 22 Totschlagsdelikte und drei fahrlässige Tötungen. In 27 Fällen blieb es beim Tötungsversuch. Die Aufklärungsquote liegt bei den Straftaten gegen das Leben bei 94,3 Prozent. 56 Personen wurden im Bereich der Straftaten gegen das Leben als Tatverdächtige eingestuft, davon hatten 23 die deutsche Staatsangehörigkeit. Die Mehrzahl der Tatverdächtigen ist mit 66,7 Prozent erwachsen (40 Personen), fast 93 Prozent der Tatverdächtigen ist männlich (52 Personen), drei Personen waren während der Tat betrunken, 21 handelten allein. Je sieben Heranwachsende und Jugendliche wurden zu Tätern sowie zwei Kinder.

Insgesamt wurden 40 Menschen Opfer einer Straftat gegen das Leben, davon 31 Erwachsene, fünf Jugendliche, zwei Heranwachsende und zwei Kinder. 75 Prozent der Opfer waren männlich, 55 Prozent der Opfer kannten den Täter, elf Opfer hatten keine Vorbeziehung, bei sieben Opfern konnte die Vorbeziehung nicht geklärt werden.

Eine weitere Negativveränderung in der Statistik 2025: Im Bereich sonstiger Strafbestände nahmen Sachbeschädigungen von 5490 auf 5810 Fälle zu.

Schlechteste Aufklärungsquote seit zehn Jahren

Die Aufklärungsquote 2025 ist die schlechteste seit zehn Jahren. Im Kreis wurden 58,1 Prozent der gemeldeten Straftaten aufgeklärt, 2024 waren es noch 63,4 Prozent, was einer Abnahme von 5,3 Prozentpunkten entspricht. Landesweit ist die Quote mit 62,5 Prozent annähernd gleich geblieben (2024: 62,6 Prozent).

Tatverdächtige sowie Opferund deren Alter

Insgesamt wurden 2025 präsidiumsweit 17.330 Tatverdächtige von der Polizei festgestellt, davon 13.686 Erwachsene, 1012 Heranwachsende, 1618 Jugendliche und 1014 Kinder. 2025 wurden 10.990 Menschen zu Opfern von Straftaten, davon 8423 Erwachsene, 631 Heranwachsende, 962 Jugendliche und 974 Kinder.

Blick auf die Straftaten im Kreis Ludwigsburg

Ein detaillierter Blick auf den Landkreis Ludwigsburg: Im vergangenen Jahr wurden 21.438 Straftaten verübt und von der Polizei erfasst. Den größten Teil machen dabei die sogenannten sonstigen Straftatbestände inklusive Sachbeschädigung aus mit 31,5 Prozent der Taten (6755 Fälle). Es folgen Diebstahlsdelikte mit 25,2 Prozent der Straftaten und 5395 Fällen, 3636 davon waren einfache, 1759 schwere Diebstähle. Rohheitsdelikte – dazu zählen etwa Körperverletzung, Raub, räuberische Erpressung, Bedrohung und Freiheitsberaubung - machen 21,6 Prozent aus; Vermögens- und Fälschungsdelikte 15,3 Prozent der Straftaten im Kreis. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung – dazu gehören sexuelle Übergriffe, Nötigungen, Vergewaltigung, aber auch exhibitionistische Handlungen – sowie Rauschgiftdelikte wurden 2025 im Kreis jeweils 395 mal festgestellt (je 1,8 Prozent der Straffälle). Straftaten gegen das Leben wurden 25 mal verübt (im Vorjahr 2024 waren es 16 Fälle).

 
 
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