KSK Music Open Treams Sommer-Traum zerbricht in der Gewitterzelle

Von Jonathan Lung
Bevor Tream das Konzert im Ludwigsburger Schlosshof abbrechen musste, gab er richtig Gas und ließ es für 10.000 Besucher und Besucherinnen krachen. Foto: /Martin Kalb

Der Rapper und Partyschlagersänger Tream trotzte mit seinen Fans dem Regen – am Ende aber stand eine schwere Entscheidung.

Halstücher und Volksfest-Trachten waren am vergangenen Samstag im Ludwigsburger Stadtbild vermehrt anzutreffen – und wurden immer häufiger, je näher man dem Schloss kam. Keine Western-Wiesn-Party fand dort statt, jedoch sind weiß-blaues Halstuch und Tracht die Markenzeichen von Timo Grabinger, der sich mit seiner Musikerkarriere einen Traum erfüllt hat: „Tream“, sein Künstlername, setzt sich aus seinem Anfangsbuchstaben und dem englischen Wort für „Traum“ zusammen.

Treams Traum führt ihn ins Ludwigsburger Schloss

Sein Traum, führte ihn am vergangenen Samstag also zu den KSK Music Open ins Residenzschloss. Ausverkaufte Hallen und Auszeichnungen reihen sich bei ihm nur so aneinander. Sein Rezept: „Schlagerrap“, also die Mischung aus Dorfromantik und Technobeats, verbunden mit absoluter Liveatmosphäre. Vertrautes bayerisches Kulturgut trifft bei ihm auf moderne Partymusik. Und dem getreu ließ er es auch am Samstagabend krachen.

Begonnen hatte der Abend, noch bevor Tream auf die Bühne kam, aber mit einem Schreck: Es ging ums Wetter. Es hatten sich schon am Nachmittag die Wolken aufgebaut, nun, so der Veranstalter, bewege sich „eine Gewitterzelle direkt auf uns zu.“ Das Vorprogramm wurde abgebrochen, auf der Bühne wurden Planen über die Instrumente gelegt. Tatsächlich zuckten bald die ersten Blitze – einer krachte unvermittelt in der Nähe des Schlosses. Aber: um 20.18 Uhr stand der Veranstalter wieder auf der Bühne: man gehe davon aus, dass die Gewitterfront vorbeiziehe, die Show wurde fortgesetzt – und so konnte um 20.33 Uhr mit einer halben Stunde Verspätung endlich Tream auf die Bühne: „Von ein bisschen Regen lassen wir uns doch nicht abhalten“, lachte er ins Mikro. 10.000 Besucher waren gekommen. Die Bühnenshow erzählte die Sage um einen riesigen Bierkessel, aus dem der Künstler auch zu Beginn selbst entstieg.

Kurz vor Abbruch kommt Bausa auf die Bühne

Ab 21.30 Uhr aber kehrte der Regen zurück, diesmal als Starkregen. „Wir können nicht mehr lange weitermachen“, so Tream, „aber solange wir noch dürfen, geben wir richtig Gas“. Und tatsächlich hatte er noch ein Ass im Ärmel: Als Spezialgast stand plötzlich Bausa auf der Bühne. Bausa, aufgewachsen in Bietigheim-Bissingen, hat mit Tream gemeinsam den Song „Eisenbahn“ aufgenommen, blieb aber noch für weitere Titel auf der Bühne.

Bis zuletzt sangen er und Tream mit ganzer Kraft gegen die Regenwand an, bis es nicht mehr ging. Gegen 22 Uhr war Schluss, eine noch stärkere Gewitterzelle näherte sich, es wurde evakuiert. „Die Entscheidung hat mir das Herz gebrochen. Die Tickets kosten viel Geld und ich will, dass ihr was geboten bekommt“, so der Künstler tags darauf in den Sozialen Medien und kündigte eine Wiedergutmachung an.

 
 
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