Kürbisregatta in Ludwigsburg Erstmals konnte ein Teilnehmer seinen Titel verteidigen

Von Emanuel Hege und Heidi Falk
Am Wochenende fand im Blühenden Barock in Ludwigsburg auch in diesem Jahr das Finale der Kürbisregatta statt. Im Bild ist der Vorjahressieger Lukas Erbe von der TSG Heilbronn zu sehen, der sich auch 2026 den Titel sichern konnte. Foto: Martin Kalb

60 Teilnehmer, schwere Riesenkürbisse und ein Rennen mit Tücken: Die 23. Kürbisregatta in Ludwigsburg lockte Hunderte Besucher aus dem ganzen Land an.

Eine Szene ist ihr vom ersten Tag der Kürbisregatta besonders im Gedächtnis geblieben, erzählt Organisatorin Alisa Käfer. Ein Teilnehmer stieg in einen der ausgehöhlten Kürbisse und kenterte prompt. Das Kürbispaddeln sei vielleicht doch nichts für ihn, meinte er. Kurz darauf bewies er das Gegenteil und fuhr die Bestzeit des Tages.

Hunderte Besucher kommen

Zum 23. Mal ist die Kürbisregatta am Wochenende im Südgarten des Blühenden Barock ausgetragen worden. Bei gutem Wetter lockte das Rennen Hunderte Menschen an den See. Und während die Organisatoren die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in den Anfangsjahren noch mühsam zusammensuchen mussten, war die Liste in diesem Jahr bereits vor Beginn der Veranstaltung voll. Zum ersten Mal lief die Anmeldung nicht per E-Mail, sondern über ein Formular. Die ersten 60 Personen, die sich anmeldeten, waren dabei. „Das hat dafür gesorgt, dass wir dieses Jahr auffällig viele neue Gesichter dabei haben, die noch nie dabei waren“, sagt Käfer.

Gerade das macht für sie einen Teil des Reizes aus: Einen Serienmeister wie in der Fußball-Bundesliga gibt es bei der Kürbisregatta nicht. Bisher ist es erst einem Teilnehmer gelungen, seinen Titel zu verteidigen – und das in diesem Jahr: Lukas Erbe aus Heilbronn war erneut siegreich mit 57,8 Sekunden. Bei den Frauen gewann Svenja Fokken aus Bietigheim-Bissingen mit 1:15 Minuten. In der Kategorie „Paddeln mit eigenem Kürbis“ holte sich der Schweizer Matthias Leuenberger den Titel.

Dass es keinen Serienmeister gibt, liegt auch an den ungewöhnlichen Booten selbst. Kein Kürbis gleicht dem anderen. Sie unterscheiden sich in Form und Gewicht, liegen unterschiedlich im Wasser und lassen sich verschieden gut manövrieren.

In diesem Jahr machten den Organisatoren die Folgen der Dürre und die damit verbundene schlechte Kürbisernte zu schaffen. Für die Regatta mussten deshalb besonders schwere Exemplare verwendet werden. Normalerweise wiegen die Kürbisse vor dem Aushöhlen zwischen 250 und 300 Kilogramm. In diesem Jahr brachten die meisten Kürbisse mehr als 350 Kilogramm auf die Waage.

Eher schlechte Zeiten 2026

Das machte sich auch bei den Zeiten bemerkbar. In der Qualifikation kam kein Teilnehmer auch nur annähernd an den Bahnrekord von 49 Sekunden heran. Dass die Kürbisboote ihre ganz eigenen Tücken haben, gehört allerdings seit jeher zum Wettbewerb, sagt Käfer. Wie schon in den vergangenen Jahren war die Kürbisregatta auch diesmal eine der Veranstaltungen der Kürbisausstellung, die besonders viel Aufmerksamkeit auf sich zog. Neben den Lokalzeitungen waren Kamerateams vor Ort. Auch überregionale Fernsehsender berichteten über das ungewöhnliche Rennen.

Dabei begann alles eher als Schnapsidee unter den Mitarbeitern der Kürbisausstellung. Was zunächst als Spaß und Gelegenheit zum Ausprobieren gedacht war, hat sich inzwischen zu einem sportlichen Wettkampf entwickelt. Einem Wettkampf, bei dem Scheitern und Erfolg nah beieinander liegen. Man kann beim Einsteigen direkt das Gleichgewicht verlieren und im Wasser landen – und kurz darauf trotzdem die schnellste Zeit des Tages fahren.

 
 
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