Kunst, Musik und Tanz in der Musikhalle Ludwigsburg Künstler planen multimediale Veranstaltung mit viel Herz

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Gemeinsam haben sie ein multimediales Konzept ausgearbeitet, das sie am Samstag, 24. Oktober, in der Musikhalle in Ludwigsburg präsentieren (von links): Professor Jürgen Redelius, Mike Janipka und Dagmar Härle. Nicht auf dem Foto ist Pianist Michael Schlierf. ⇥ Foto: Martin Kalb

Künstler aus dem Kreis schließen sich zusammen, um ein Spannungsfeld aus Musik, physischer und digitaler Kunst sowie Tanz zu eröffnet.

Wir wollen Geschichten erzählen und sie in einen neuen Sinnzusammenhang bringen“, sagt Professor Dr. Jürgen Redelius. Neben seinem Lehrstuhl an der Dualen Hochschule Mannheim ist Redelius Digitalkünstler. Gemeinsam mit Kunstschaffenden aus dem Kreis hat er das Format „music & he(art)“ ins Leben gerufen, das am Samstag, 24. Oktober, in der Musikhalle in Ludwigsburg zu sehen sein wird.

Der Gitarrist und Sänger Mike Janipka aus Bietigheim-Bissingen sowie der Pianist Michael Schlierf sind Teil der multimedialen Performance. Auch die Freiberger Künstlerin Dagmar Härle ist mit von der Partie, sie stellt passend zum Titel der Veranstaltung ihre „Herzenskunstwerke“, wie sie ihre Gemälde, die sich oftmals mit Herzen befassen, nennt, aus. „Es ist viel Herz bei der Veranstaltung dabei“, sagt Musiker Janipka, „ein Abend prall gefüllt mit Eindrücken und Emotionen.“ Das Konzert sei für Augen und Ohren konzipiert worden.

Vereinigung der Kunstformen

Während dem Live-Auftritt von Janipka und Schlierf wirft Redelius mit einem Laptop via Rückprojektion mit einem Beamer seine Kunst auf die drei auf fünf Meter große Leinwand. Zum Großteil sei die Kunst schon vorhanden gewesen und man habe passende Teile zusammengeführt. Teilweise habe man aber auch aufeinander aufgebaut und Neues geschaffen. „Kunst und Musik werden in unterschiedlichen Themenkreisen – wie Netzwerke, Romantik, Freundschaft – zusammengebracht. Der Betrachter nimmt das Ganze dann synästhetisch wahr, das fordert den Betrachter auf eine neue Art und Weise“, erklärt Redelius das Konzept der Veranstaltung. Die Künstler arbeiten kontrapunktisch, wie sie beschreiben. Jeder auf einem hohen Niveau. Die gemeinsam geschaffene Kunst werde im Auge, im Ohr und nicht zuletzt im Kopf – kognitiv, aber auch emotional – vervollständigt.

Pro Song von Janipika werden zwei bis drei der digitalen Werke von Redelius eingeblendet und in einen Sinnzusammenhang gestellt. Insgesamt sind 60 Werke des Digitalkünstlers zu sehen sowie etwa 20 Songs des Bietigheim-Bissinger Musikers zu hören. Ein weiteres Schmankerl erwartet die Zuschauer: Enrique Grahl, der Tango-Weltmeister 2006, tritt zu zwei Songs mit seiner Tanzpartnerin Romina Tumini auf und bereichert den Abend um eine weitere Kunstform, den Tanz. „Es ist ein weiterer Aspekt, eine weitere Dimension, die dadurch dazukommt: Bewegung und Dynamik“, sagt Janipka. „Das Spannende ist das Zusammenspiel der Kunstformen“, ergänzt Redelius.

Zum dritten Mal haben sich Janipka, Redelius und Schlierf zusammengetan, um eine solche Kooperation auf die Beine zu stellen. In der Musikhalle treten sie in dieser Kombination allerdings zum ersten Mal auf. „Für mich hat sich der Veranstaltungsort bewährt. Alleine schon durch seine Schönheit. Aber auch durch die gute Akustik“, sagt Janipka.

Insgesamt dürfen aufgrund der aktuellen Corona-Verordnung nur 86 Personen mit ausreichend Abstand im Zuschauerraum sitzen, daher spielen die Künstler das etwa 1,5-stündige Programm einmal um 18 und ein zweites Mal um 20.30 Uhr. Dazwischen werde geputzt und desinfiziert.

Die Vorarbeit für dieses Projekt sei intensiv und aufwändig gewesen und habe viele Absprachen vorausgesetzt, aber es habe sich gelohnt, sind sich die Künstler einig. „Die Menschen lechzen gerade in diesen Corona-Zeiten nach Kultur“, sagt Redelius.

Apropos Corona: Wie es den Künstlern während der Pandemie ergeht? Redelius könne nicht klagen, sagt er, da an der Mannheimer Hochschule eine Mischung aus Präsenz- und Online-Unterricht stattfinde, er also trotz Social Distancing unterrichten könne. Mike Janipka habe die Zeit intensiv genutzt, um an seinem neuen Album zu arbeiten. „Ich habe von Außen auf Innen umgeschaltet und den Fokus ganz auf Innen gerichtet“, sagt der Musiker. Man könne durch diese Erfahrung auch viel für sich selbst daraus ziehen. Auch Dagmar Härle habe neue Bilder gemalt und eine Ausstellung in Karlsruhe eröffnet. „Die Vernissage war klein, aber sehr schön“, berichtet die Freibergerin. Nun freuen sich die Kunstschaffenden auf das Event in der Musikhalle. Alle hätten sie viel Herzblut hineingesteckt und seien nun gespannt auf die Reaktionen des Publikums.

Info Tickets für beide Veranstaltungen am 24. Oktober um 18 und um 20.30 Uhr gibt’s ab 29 Euro über Reservix.

www.reservix.de

 
 
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