Landesregierung bewilligt Antrag Tamm wird zur Stadt erhoben

Von Michael Soltys
Die Ortsmitte von Tamm rund um das Rathaus. ⇥ Foto: Werner Kuhnle

Die Landesregierung gibt dem Antrag der Gemeinde von Ende Oktober statt. Die Kommune wird die 315. Stadt in Baden-Württemberg. Beteiligte sprechen von „historischer Entscheidung“.

Ende Oktober wurde der Antrag gestellt, an diesem Dienstag wurde bekannt, dass er bewilligt wurde: Tamm wird zum 1. März zur Stadt erhoben. Diese Entscheidung der Landesregierung teilte Innenminister Thomas Strobl mit, der mit seinem Vorschlag dem Antrag der Gemeinde gefolgt war. Strobl gratulierte den Tammern und Bürgermeister Martin Bernhard zu dieser „historischen Entscheidung“, wie er sagte.

Bernhard selbst zeigte sich im Gespräch mit der BZ zufrieden und dankbar über den Erfolg des Antrags. Dies sei „der Lohn jahrzehntelanger städtebaulicher Arbeit“, sagte der Bürgermeister, und eine Auszeichnung für die Bürger. Die Erhebung einer Gemeinde zur Stadt sei sehr selten und ein „besonderes Prädikat“. Sie mache Tamm „selbstbewusst gegenüber den Nachbarn“ und verbessere die Wahrnehmung der Kommune. Von der künftigen Mitgliedschaft im Städtetag verspricht sich Bernhard die Einbindung in ein Netzwerk und bessere Informationen. Unmittelbare Folgen für die Struktur der Verwaltung habe die Stadterhebung nicht. Weder erhalten die Gemeinderäte ein höheres Sitzunggeld noch er selbst ein höheres Gehalt.

Gesamtstruktur in Tamm stimmt

Nach der Gemeindeordnung kann einer Gemeinde auf Antrag die Bezeichnung „Stadt“ verliehen werden, wenn sie nach Einwohnerzahl, Siedlungsform und ihren kulturellen und wirtschaftlichen Verhältnissen „städtisches Gepräge“ trägt, teilte das Innenministerium mit. „Die Gesamtstruktur der Gemeinde Tamm bringt das mit, was eine Stadt braucht“, wird Innenminister Thomas Strobl in der Mitteilung zitiert. „Die vorhandene Infrastruktur und auch die Lage zwischen Stuttgart und Heilbronn bieten gute Voraussetzungen für eine weitere Aufwärtsentwicklung von Tamm.“

Die Gemeinde Tamm hat mehr als 12 600 Einwohner und sei damit schon bislang die größte nicht städtische Gemeinde im Landkreis Ludwigsburg. In der neuen Ortsmitte rund um das Rathaus liegen der Bürgersaal, verschiedene Einkaufsmöglichkeiten sowie der Bahnhof, die Apotheke, Arztpraxen, Bankfilialen, die Post und der Polizeiposten.

Entwickung zur Stadt geht weiter

Mit der baulichen Entwicklung südlich des Rathauses und der Erschließung eines Bürgergartens nördlich des Bahnhofes werde die neue Ortsmitte sowohl städtebaulich als auch in Bezug auf die Naherholung in den kommenden Jahren weiter gestärkt. Die moderne Realschule mit mehr als 450 Schülerinnen und Schülern sowie zwei Grundschulen und acht Kindergärten sorgen für Bildung und Betreuung. Die Erholungs-, Sport- und Freizeiteinrichtungen seien von überdurchschnittlicher Qualität. Mit fünf Industrie- und Gewerbegebieten mit überwiegend mittelständischen Betrieben sei Tamm gut aufgestellt und ein wichtiger Standort für viele Arbeitsplätze.

Zu den ersten Gratulanten zählten die Landtagsabgeordneten Konrad Epple und Tobias Vogt und der Bundestagsabgeordnete Fabian Gramling (alle CDU). „Tamm bringt alles mit, was eine Stadt braucht.“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

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