Landfrauen in Sachsenheim backen Brote aus dem Holzofen für die Urzeln

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Auf traditionelle Weise backen die Hohenhaslacher Landfrauen am Urzelntag Brote und Kuchen für die Gäste des Urzelnlaufs.⇥ Foto: Landfrauen

Die Hohenhaslacher Landfrauen backen beim Urzelnlauf am Samstag im Backhaus und bewirten ihre Gäste.

Wenn die Urzeln am Samstag wie jedes Jahr durch die Stadtteile ziehen, machen sie gegen 9.45 Uhr auch in Hohenhaslach am historischen Backhaus in der Freudentaler Straße Station und lassen sich leckeres Bauernbrot und frische Weckle aus dem Holzofen schmecken. Sonja Heidler und Brigitte Hummel von den Hohenhaslacher Landfrauen werden an diesem Tag schon um vier Uhr in der Frühe den großen Ofen mit Rebenbüscheln anfeuern, damit die Backwaren nach alter Tradition pünktlich knusprig braun serviert werden können.

Brauch am Urzelntag

„Dass wir am Tag des Urzelnlaufs im Backhaus backen, ist bestimmt schon weit über zehn Jahre ein lieb gewonnener Brauch. Wir sind mit bis zu 15 Helferinnen im Einsatz. Schon am Freitag bereiten wir dafür die Teige und backen am Freitagabend bereits Apfel- und Zwetschgenkuchen im Backhaus“, sagt Sonja Heidler. Am Samstagmorgen um vier Uhr wird der Ofen nochmals angeheizt, und gegen sechs Uhr kommen die ersten Brote in den Ofen. Bis dahin haben die Brotteige ausreichend Zeit zu gehen, denn dies ist bei der Zubereitung das A und O. „Dies versuche ich auch den Teilnehmern bei unseren beliebten Brotbackkursen zu vermitteln. Die Frauen und Männer sollen ein Gefühl für die Beschaffenheit des Teigs bekommen“, sagt Heidler.

So sollte ein Kilogramm Mehl im Teig mindestens 15 Minuten mit der Hand bearbeitet werden, in einer Teigmaschine auch mindestens acht Minuten auf kleinster Stufe. Überhaupt komme es auf die Qualität des Mehls an, denn je hochwertiger es ist, desto besser ist der sogenannte „Kleber“, der das Brot später tatsächlich zusammenhält. „Im Augenblick gibt es einen Trend zurück zu den Urkörnern wie Dinkel und Emmer. Mit diesem Mehl hat das Brot schon einen ganz anderen, aromatischeren Geschmack“, erklärt Heidler. Sie verarbeitet alle Zutaten beim Brotteig wie Wasser und Hefe kalt, denn durch die Reibung bei der Teigverarbeitung werden die vorgewärmten Zutaten sonst zu sehr erhitzt.

„Wichtig ist es, dass der Brotteig ausreichend Zeit zum Reifen hat. Er muss mindestens doppelt so groß werden“, erläutert die Hohenhaslacher Brotexpertin. Auch von zu viel Hefe rät Heidler ab. Zehn Gramm für ein Kilogramm Mehl genügen nach ihrer Ansicht vollkommen. Gekochte Kartoffeln, Salz, Wasser, Öl oder Schmalz sowie frischer oder getrockneter Sauerteig sind weitere Zutaten für ein gutes Bauernbrot wie es die Urzeln und ihre Besucher am Samstag beim Hohenhaslacher Backhaustag genießen können.

„Rund 40 Brote passen in den Holzofen, den wir mit rund 55 Kilogramm Holz auf die richtige Temperatur bringen müssen“, so Heidler. Sie erkennt meist auf den ersten Blick, ob ein Brot fertig gebacken ist. Treten einmal Zweifel auf, hilft der Klopftest: Hört sich das Geräusch hohl an, wenn unten mit den Fingern auf den Brotboden geklopft wird, ist das Brot gut durchgebacken. Inzwischen sind die jährlich stattfindenden Brotbackkurse der Landfrauen in Hohenhaslach sehr beliebt. „Die Teilnehmer kommen aus dem ganzen Raum Stuttgart und reichen von 28 Jahren bis zum Rentenalter“, so Heidler.

Aus Großmutters Zeiten

Auch beim Urzelnlauf am Samstag pilgern Besucher von weither zum Hohenhaslacher Backhaus, um einerseits die leckeren Erzeugnisse wie zu Großmutters Zeiten aus dem Ofen zu genießen, aber auch um sich bei den Landfrauen den einen oder anderen Rezepttipp für zuhause zu holen.

Info Die nächsten Brotbackkurse der Hohenhaslacher Landfrauen finden am 10. und 17. Oktober sowie am 14. November von 10 bis 15 Uhr statt. Am 19. September gibt es einen Brotbackkurs der „Jungen Landfrauen“ des Kreisverbands Ludwigsburg in Hohenhaslach.

 
 
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