Landkreis Ludwigsburg Eine Vereinsgründung aus Not heraus

Von Gabriele Szczegulski
Sonja Arnold. Foto: /Martin Kalb

Infostand des „Autismus Kompass“ am heutigen Weltautismustag in Bietigheim auf dem Kronenplatz. 

Sonja Arnold aus Bietigheim-Bissingen hat selbst einen zehnjährigen autistischen Sohn. Sie weiß, wie schwierig es ist, Angebote außerhalb der Schule für autistische Kinder, deren Geschwister und Angehörige zu finden. Um eine Art Pool für solche Informationen zu bilden, hat sie mit zwölf anderen Eltern autistischer Kinder aus dem Kreis Ludwigsburg den Verein „Autismus Kompass“ gegründet.

„Die Vereinsgründung geschah aus Not, denn autistische Kinder, aber auch ihre Eltern sind isoliert, werden von der Gesellschaft nicht gesehen und können keine Aktivitäten wie andere Familien wahrnehmen“, sagt Arnold. Auf der Website sollen künftig solche Möglichkeiten, Beratungshilfen und Angebote veröffentlicht werden. Denn es gibt sie – zwar wenige, aber einige Veranstalter haben die Notwendigkeit, individuelle Angebote für autistische Kinder bereitzustellen, erkannt.

Arnold nennt den Freizeitpark Legoland Günzburg als einen Vorreiter in Angeboten für Autisten. „Uns wäre nicht möglich, ihn mit unserem Sohn zu besuchen, es ist zu voll und eine Reizüberflutung“, sagt sie. Eigene Armbänder weisen die Kinder aus, geschulte Mitarbeiter kümmern sich um die Familien. Die Nimm-Rücksicht-Armbänder erlauben, dass autistische Kinder nicht warten müssen und die Attraktionen ungestört benutzen können. In Sachsenheim gibt es mittlerweile einen Schwimmkurs für autistische Kinder mit 1-zu-1-Betreuung. „Ins Freibad gehen wir auch bei Regen, genauso wie auf Spielplätze“, sagt Arnold. In manchen Sportstadien gibt es abgetrennte Zuschauerbereiche für Autisten.

Die Kunstschule Labyrinth Ludwigsburg bot, so erzählt Arnold, einen Werkstattkurs für Kinder in Begleitung ihrer Eltern an. „Das war für meinen Mann und unseren Sohn eine tolle Erfahrung.“

Die MHP Riesen Ludwigsburg seien auch an dem Thema dran, sie wollen bei einem ihrer Spiele einen Infostand des Vereins ermöglichen. Auf Selbsthilfegruppen soll auf der Webseite hingewiesen werden. Aber auch eigene Angebote will der Verein kreieren, um Kindern mehr Freizeitmöglichkeiten zu verschaffen und Eltern Hilfen und Beratung sowie ein Netzwerk zu bieten.

 
 
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