Landtagswahl 2026 Katastrophenschutz, Ultralauf und Familienleben

Von Heidi Falk
SPD-Kandidat Daniel Haas vor der Fachwerk-Kulisse der Bietigheimer Altstadt. Der 37-Jährige möchte als Direktkandidat in den Landtag einziehen. In der Landespolitik könne er am meisten für die Menschen vor Ort erreichen, sagt er. Foto: /Martin Kalb

SPD-Landtagskandidat Daniel Haas spricht mit der BZ über Sozialengagement, Umwege, die ans Ziel führen, und 300-Kilometer-Läufe. Ein Kandidatenporträt zur Landtagswahl.

Das politische Geschäft ist aktuell mein Ehrenamt“, sagt Daniel Haas, SPD-Landtagskandidat im Wahlkreis 14. Der 37-Jährige wohnt in Freiberg, ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Hauptberuflich ist er Kommunikationsleiter der Landesmesse Stuttgart. Das Ehrenamt nimmt allerdings einen großen Platz im Leben des Freibergers ein – nicht nur das politische.

Katastrophenschutz und Wehr

„Ich war mehr als 13 Jahre im Katastrophenschutz und bei der Freiwilligen Feuerwehr tätig, hatte drei Auslandseinsätze und bin auch aktuell aktiver Soldat der Reserve“, berichtet Haas. Letzteres, obwohl er sich als junger Mann für den Zivildienst und gegen den Dienst bei der Bundeswehr entschieden hat. In einer Kaserne habe er sich nicht gesehen, über den Ersatzdienst sei er dann aber zum Katastrophenschutz und darüber dann doch zum Dienst als Soldat gekommen.

Sein prägendster Einsatz? „Der prägendste und auch mein letzter Auslandseinsatz war im Rahmen der europäischen Mittelmeermission ‚Sophia’. Da ging es darum, die Flüchtlinge, die über das Mittelmeer kommen, vor dem Ertrinken zu schützen“, sagt Haas. Politisch engagiert und Mitglied bei der SPD ist der 37-Jährige seit rund elf Jahren. Entscheidend dafür seien zwei Ereignisse gewesen.

Haas lebte zu dem Zeitpunkt in Pleidelsheim. Der damalige SPD-Ortsvereinsvorsitzende habe ihn bei einer Feuerwehrversammlung in der Funktion als Jugendwart sprechen hören und sei der Meinung gewesen: „Den Typen da, den brauchen wir bei der SPD. Der ist sozial eingestellt, der passt doch ganz gut zu uns“, erinnert sich Haas, wie er angesprochen wurde. Zuerst noch etwas unentschlossen änderte die Flüchtlingskrise 2015 für Haas alles. „Ich habe damals über die Nachrichten miterlebt, wie viel Hass auf Minderheiten, auf Menschen aus anderen Religionen, anderen Kulturen hier in Deutschland teilweise leider herrscht.“ Er sei erschrocken gewesen, als die ersten rechten Stimmen immer lauter wurden. Danach sei für ihn klar gewesen, dass er Mitglied der SPD sein möchte, da sich diese Partei gegen Faschismus und gegen rechte Gewalt und rechte Hetze ausspreche, sagt der Landtagskandidat.

Wenn Haas nicht gerade bei der Bundeswehr auf einer Übung ist oder Wahlkampf betreibt, dann läuft er. „Ich bin Langstreckenläufer, Ultraläufer. Um in meiner Freizeit den Kopf frei zu bekommen.“ Als Ultralauf gilt ein Marathon, der mehr als 42 Kilometer umfasst. Sein längster Lauf war der Neckar Run, ein Etappenlauf über 300 Kilometer, verteilt auf sechs Tage. Solche Läufe, die durchaus auch viel Zeit in Anspruch nehmen, verbindet der Familienvater gern mit einem Kurzurlaub mit der Familie. „Es gibt nichts Schöneres, als von der Familie am Ziel empfangen zu werden“, sagt er. Zum Training laufe er aber auch gern mal die Zugspitze oder den Großglockner hinauf und hinunter. Das gelinge natürlich alles nur mit Unterstützung seiner Familie. „Es ist mir wichtig, nicht einfach irgendetwas im Alleingang zu beschließen, sondern auch zu schauen, welche Auswirkungen die ein oder andere Entscheidung auf mein Umfeld hat“, seine Familie binde er stets ein.

Daniel Haas ist fest verwurzelt in der Region, geboren in Ludwigsburg, aufgewachsen in Pleidelsheim – und doch auch ein Einwandererkind. Seine Großeltern seien Geflüchtete nach dem Zweiten Weltkrieg aus den deutschen Gebieten gewesen, seine Familie mütterlicherseits komme aus Italien. „Das ist auch ein bisschen ein Wunder, dass die beiden Familien sich in Ludwigsburg getroffen haben“, sagt Haas und lacht. Er ist das älteste von vier Geschwistern. Es sei wunderbar gewesen, in einer großen Familie aufzuwachsen, „zumindest meistens“, sagt er und lacht. Ja, er sei durch und durch ein Familienmensch.

Ob er Vorbilder habe? „Ja, zwei. Eines auf politischer und eines auf sportlicher Ebene.“ Den früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt bewundere er für seine geradlinige Art. Und Triathlet Jan Frodeno für seine Disziplin und Ausdauer. Das gehe von der Haltung her durchaus beides in die gleiche Richtung. „Das versuche ich auch meinen Kindern als Wert mitzugeben.“

Eigene Themen platzieren

Bundespolitik kann sich Haas nicht vorstellen. Nach Jahren des Engagements auf kommunaler Ebene soll es gezielt die Landespolitik sein, sagt er. Auf dieser Ebene könne er Themen platzieren, die ihm wichtig seien, und für sein direktes Umfeld etwas bewegen.

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Tayfun Tok (Die Grünen)

Ingrid Petri (Die Linke)

 
 
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