Landtagswahl 2026 Konrad Epple triumphiert im Wahlkreis 13

Von Heidi Falk
Konrad Epple holt im Wahlkreis 13 (Vaihingen) das Direktmandat. Foto: /Oliver Bürkle

Der CDU-Politiker holt das Direktmandat vor der Grünen-Kandidatin Meike Günter. Bei den Zweitstimmen blieb es bis zum Schluss knapp: Die Grünen machten mit 31,5 Prozent das Rennen.

War es bei den Zweitstimmen im Wahlkreis 13 (Vaihingen) bis zum Schluss ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Grünen (31,5 Prozent) und der CDU (31,4 Prozent), setzte sich bei den Erststimmen Konrad Epple (CDU) schon von Beginn an gegen die übrigen Kandidaten ab. Schließlich konnte er 36,6 Prozent (vorläufiges Endergebnis) der Wählerschaft auf sich vereinigen und holte sich mit deutlichem Abstand das Direktmandat im Wahlkreis 13 (Vaihingen). Im Gespräch mit der BZ zeigt er sich zufrieden und selbstsicher: „Ich war überzeugt, den Wahlkreis zu holen.“ Die Begründung liegt für Epple, der den Wahlabend in Berlin verbrachte, auf der Hand: „Die Leute vertrauen mir, weil ich einen guten Job mache.“

Dass es zwischen CDU und den Grünen so knapp wird, habe er vorausgesehen. „Zum Ende hin ist es nur noch eine Stimmungswahl gewesen.“ Dass er selbst sein gutes Ergebnis zum Teil auch dem verdankt, dass sein in der Vergangenheit stärkster Konkurrent Markus Rösler (Grüne) nicht mehr angetreten ist, glaubt Epple nicht.

Günter weniger bekannt als Rösler

Meike Günter von den Grünen denkt wiederum schon, dass die Einbußen von 7,3 Prozent der Grünen bei den Erststimmen im Wahlkreis 13 Folgendem geschuldet sind: „Mich kannten im Wahlkreis nicht so viele“, sagt sie im Gespräch mit der BZ. Trotzdem sei sie sehr zufrieden mit sich. Die Grünen-Kandidatin holte 27,7 Prozent der Wählerstimmen. Dieser Erfolg als Frau in der Politik am Weltfrauentag freue sie ganz besonders. Günter feierte im Gärtner-Haus in Kleinglattbach – und das vor allem auch für die Helfer und Helferinnen, die sich im Wahlkampf engagiert haben, betont sie.

Dass es letztendlich so eng wird im eigenen Wahlkreis, das habe Günter durchaus überrascht. „Ich selbst bin ja ohne Absicherung, ohne Netz und ohne doppelten Boden angetreten“, so die Grünen-Politikerin, die seit 2024 als persönliche Referentin und Büroleiterin im Landtag von Minister Winfried Hermann arbeitet – also ganz auf die Politik setzt. „In der ‚grünen Politik’ bin ich schon seit 2018 tätig, aber bislang eher in zweiter Reihe.“ Sie freue sich nun umso mehr darauf, in den Landtag einzuziehen (Listenplatz 33). Doch schon der Wahlkampf habe ihr „tolle Gespräche und tolle Begegnungen“ gebracht.

Nikolaos Boutakoglou von der AfD ist von der Wahl „positiv erfreut“ – landesweit, aber auch vom Ergebnis des Wahlkreises Vaihingen. „Wir sind die Partei, die am meisten zugelegt hat an Stimmen.“ Der Vaihinger freue sich, nach einem gescheiterten Versuch 2021, nun in den Landtag einzuziehen (Listenplatz 14). Er konnte 16,8 Prozent der Wähler und Wählerinnen von sich überzeugen. „Ich fühle mich kommunal verbunden und regional verankert.“ Nun wolle er seine Themen in die Landespolitik einbringen, etwa die Energieversorgung und das Handwerk attraktiver zu gestalten. Wie er sein gutes Ergebnis erkläre? „Ich habe das Feedback bekommen, bürgernah zu sein. Das schätzen die Bürger an mir. Ich bin für sie da und möchte es auch künftig bleiben.“

„Das Ergebnis der Landtagswahl ist in keiner Weise zufriedenstellend“, sagt Torsten Liebig (SPD). Schon früh hat er sich von der Wahlparty in der Herrenküferei in Markgröningen auf den Heimweg gemacht, die Stimmung sei verhalten gewesen. Die SPD habe diese Wahl verloren, sie habe es nicht geschafft, sich im Wahlkampf zu behaupten: „Das Pferderennen an der Spitze hat uns Stimmen gekostet“, ist Liebig überzeugt, sagt aber auch, dass er nichts beschönigen wolle.

Mit seinem eigenen Ergebnis von 7,4 Prozent der Wählerstimmen im Wahlkreis 13 sei er nicht unzufrieden. „Mir ist es gelungen, nicht ganz so abzusacken wie landesweit – und das in einem schwierigen Wahlkreis.“ Das verdanke er seiner Meinung nach dem intensiven Haustürwahlkampf. Was er für seine politische Zukunft plane? „Ich bleibe meinen Ämtern auf kommunaler Ebene treu“, weiter wolle er derzeit noch nicht planen.

Ernüchterndes Ergebnis

„Das Ergebnis ist ein bisschen ernüchternd“, sagt Steve Burgstett. Die Linke ist mit landesweiten 4,4 Prozent knapp an einem Einzug in den Landtag gescheitert. Die Hauptgründe dafür sieht Burgstett im taktischen Wählen vieler als Reaktion auf den Machtkampf zwischen CDU und den Grünen. Aber: „Es geht in die richtige Richtung.“ Gerade jüngere Wähler und Wählerinnen habe seine Partei überzeugen können. „Schade dass wir unsere Themen nun nicht in der Opposition einbringen können.“

Sein eigenes Ergebnis von 4,4 Prozent will Burgstett nutzen, „den Schwung mitnehmen und mich weiter für meine Themen, allem voran Bildung, einsetzen.“ Es waren einige gekommen, um mit den Kandidaten aus den Wahlkreisen 12, 13 und 14 im Brückenhaus in Ludwigsburg zu feiern, berichtet Burgstett, die Stimmung sei gut gewesen.

„Ich bin extrem enttäuscht“, sagt Helena Herzig. Schon frühzeitig hat sich die FDP-Kandidatin auf den Heimweg begeben, die Stimmung im Podium in Ludwigsburg, wo die FDP-Wahlparty für die Wahlkreise 12, 13 und 14 stattfand, sei nicht gut gewesen. „Es war ein bitterer Abend. Wir haben gemeinsam unsere Wunden geleckt.“ Dass die FDP gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise nicht überzeugen konnte, sei irreal, findet sie. „Das Problem war das fehlende Vertrauen nach dem Ampel-Aus.“ Natürlich habe auch der auf CDU und Grüne zugespitzte Wahlkampf sein Übriges getan, „viele unserer Wähler sind zur CDU abgewandert“, so Herzig.

Sie selbst holte in ihrem Wahlkreis 6,6 Prozent und sagt: „Ich gebe nicht auf.“ Sie werde weiterhin politisch aktiv bleiben, wolle aktuell aber den Fokus auf ihr Bachelorstudium legen.

 
 
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