Er ist immer in Bewegung, ob auf dem Fahrrad, beim Fechten oder beim Joggen, Torsten Liebig, der SPD-Landtagskandidat für den Wahlkreis Vaihingen. Bisher sei der Wahlkampf sehr respektvoll verlaufen. „Es begegnet einem viel Wirtschaft und auch das Schulthema. Viele Menschen machen sich Gedanken und Sorgen. Deshalb bedeutet der Wahlkampf für mich: präsent sein und zuhören“, sagt der 37-Jährige.
Landtagswahl 2026 „Präsent sein und zuhören“
Der SPD-Kandidat für den Wahlkreis Vaihingen, Torsten Liebig, erkundet den Kreis gerne zusammen mit seiner Freundin und hätte gerne einen ÖPNV der auch nach Fahrplan fährt.
Bereits 2008, noch als Abiturient trat Liebig in die SPD ein. Der gebürtige Ludwigsburger wollte sich schon immer politisch miteinbringen und so studierte er nach dem Abitur und der Bundeswehr Politikwissenschaften in Jena und Marburg und engagierte sich bei den Jusos. „Ich war damals vor allem auf vielen Demos gegen Neonazis“, erinnert sich der Oberleutnant der Reserve an seine Studienzeit in Ostdeutschland. Sein Master führte ihn dann nach Lille und Montpellier für Nahost- und Verwaltungswissenschaften. Danach folgte eine Stelle im Verkehrsministerium und anschließend arbeitete er in Brüssel. Seit 2023 ist er wieder zurück im Kreis Ludwigsburg und arbeitet für das Verkehrsministerium Baden-Württemberg.
Unterwegs ohne Auto
Daher sieht er auch das Thema Verkehr als seine Stärke. „Durch das Geschäft bin ich wirklich tief in diesen Themen drin“, sagt Liebig. Doch nicht nur durch die Arbeit, auch durch seine persönliche Entscheidung ohne eigenes Auto unterwegs zu sein. „Ich bin auf Bus und Bahn angewiesen und wünsche mir daher keinen Ausbau des ÖPNV hier im Kreis, sondern, dass er so funktioniert wie er im Fahrplan steht“, sagt der Landtagskandidat. Gerne ist er auf passenden Strecken mit dem Fahrrad unterwegs. „Von Sachsenheim kann ich da auch viele Ziele erreichen. Ich bin froh, dass meine Freundin, diesen Weg mit mir geht und wir kein Auto besitzen.“
Dass er mit dem Fahrrad nicht nur von A nach B komme, sondern sich sportlich betätige und so auch noch die schöne Umgebung genießen könne, mache es für ihn so attraktiv. Seit 2023 wohnt Liebig mit seiner Freundin in Sachsenheim. Dort engagiert er sich auch im SPD-Ortsverein als stellvertretender Vorsitzender und arbeitet ehrenamtlich als Lesepate an einer Schule. Zudem wurde er erst vor Kurzem in den Kirchengemeinderat der evangelischen Landeskirche Württemberg gewählt. Und er ist auf Kreisebene für die SPD im Dialog mit den Gewerkschaften.
Gemeinsam die Region erkunden
Im Kreis fühlt er sich wohl. „Hier gibt es ein unheimlich großes kulturelles Angebot“, schwärmt der 37-Jährige. Mit seiner Freundin nutzt er die ganze Bandbreite und besucht Museen, Konzerte und Ausstellungen. „Wir erkunden gemeinsam die Region. Meine Freundin ist nicht von hier. Es macht wirklich Spaß all das gemeinsam zu erleben und zu entdecken.“ Und dabei kommt es immer wieder zu Überraschungen: „Eine bretonische Sängerin, die ich aus meiner Studienzeit in Frankreich kenne, gab in Schwieberdingen ein Konzert. Das haben wir uns dann natürlich angesehen.“ Ein Wochenende im Monat hält sich Liebig deshalb immer frei: „Da haben wir dann auch mal Zeit, um ausgiebig zu essen und zu reden.“
Neben dem politischen Engagement ist Liebig auch seit vielen Jahren Blutspender. „Das ist wirklich das beste Ehrenamt überhaupt: In einer halben Stunde ist man damit durch, kann nebenher lesen und rettet damit Leben.“ Mit dem kleinstmöglichen Aufwand könne man dabei die größtmögliche Wirkung erzielen, wirbt er für dieses Engagement.
Der Haustürwahlkampf steht für ihn in den Tagen bis zur Wahl nochmals an. „Das läuft positiver als viele glauben. Dabei bin ich bisher fast immer in richtig gute Gespräche gekommen“, schwärmt er. Obwohl es seine zweite Kandidatur für den Landtag ist, sei bei diesem Wahlkampf einiges anders. „Der Erste fand unter Pandemiebedingungen statt. Jetzt begegnet man sich live, das macht schon etwas aus.“
Zum Abschluss des Wahlkampfes gibt es dann für Liebig und seine Freundin ein kulturelles Erlebnis: „Wir haben uns für den Nachmittag eine Teezeremonie in Bietigheim gebucht, da bin ich schon gespannt.“ Am Abend geht es dann für ihn auf eine gemeinsame Wahlparty mit den anderen SPD-Kandidaten aus dem Kreis.
Info
In loser Reihenfolge stellt die BZ-Redaktion die Kandidatinnen und die Kandidaten vor, die sich bei der Landtagswahl am Sonntag, 8. März, in den Wahlkreisen Bietigheim-Bissingen und Vaihingen um ein Mandat für den Baden-Württembergischen Landtag bewerben. In dieser Artikelreihe geht es nicht um politische Aussagen der Kandidaten, viel mehr will die Redaktion die Person mit ihren Leidenschaften und Interessen sowie ihrem persönlichen und beruflichen Werdegang vorstellen.
Helena Herzig (FDP)Nikolaos Boutakoglou (AfD)Konrad Epple (CDU)Steve Burgstett (Die Linke)
