Irgendwie glaube ich immer an das Gute im Menschen“, sagt Meike Günter bei einem Cappuccino im Corleo. In dem Café in der Vaihinger Fußgängerzone trifft sie sich gerne auch mit ihren Kolleginnen und Kollegen vom Ortsverein der Bündnis 90/Die Grünen Vaihingen, bei dem sie sich seit 2024 im Vorstandsteam ehrenamtlich engagiert.
Landtagswahl Kraft vom Meer und von der Familie schöpfen
Meike Günter, Grünen-Kandidatin für den Wahlkreis Vaihingen, erzählt, wie das Arbeiten im Sozialen sie geprägt hat sowie vom Reisen und der Kunst.
„Ich bin optimistisch“
„Ich bin als Person von Grund auf sehr optimistisch und zuversichtlich,“ beschreibt sich die 51-Jährige, die bei den Landtagswahlen am 8. März für den Wahlkreis Vaihingen antritt. Sie ist Nachfolgekandidatin von Markus Rösler, der sich nach 15 Jahren als Grünen-Abgeordneter des Vaihinger Wahlkreises nicht mehr zur Wahl stellt.
„Jetzt ist ein guter Zeitpunkt für meine Kandidatur“, sagt Günter, die seit 2024 als persönliche Referentin und Büroleiterin von Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann arbeitet. „Ich bringe eine große Bandbreite an Erfahrung auf verschiedenen Ebenen mit, auch im Ehrenamt“, sagt sie über ihre Beweggründe für das politische Amt. Und: „Ich bin sehr gut vernetzt und weiß durch meine Arbeit, wie es im Hintergrund des Landtages läuft.“
Was sie als Person prägt, sei ein Urvertrauen, das sie von ihren Eltern mitbekommen habe, erzählt sie. Mit ihrer sieben Jahre älteren Schwester wuchs sie in Balingen auf der Schwäbischen Alb auf. „Meine Eltern haben mich immer gestärkt und geschätzt, egal was war.“
Wie wichtig es ist, Selbstwirksamkeit zu erfahren, weiß sie aus eigener Erfahrung. Als Mutter zweier Töchter war sie mehr als zehn Jahre Elternbeirätin in der Kita und Schule. Im November 2025 wurde sie zur Kreisvorsitzenden der AWO Ludwigsburg gewählt. Auch ist sie unter anderem Vereinsmitglied beim PKC Freudental und der KZ-Gedenkstätte Vaihingen.
Im niedersächsischen Hildesheim hat Günter Soziale Arbeit und Sozialpädagogik studiert. Viele Jahre hat sie in diesem Bereich auf Fach- und Führungsebene gearbeitet. So auch als Koordinatorin bei einer Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen in Hameln. „Die Zeit dort hat mich sehr geprägt,“ sagt Günter. Ihr wurde in der Arbeit mit pflegenden Angehörigen oder Menschen mit Brandverletzungen bewusst: „In jedem Menschen steckt die Stärke, Experte für sich selbst zu sein.“
„Winne“ als Vorbild
Ein Vorbild von ihr ist der grüne Landesminister „Winne“ Hermann, für den sie arbeitet. „Er ist ein Freund und Mentor mit unglaublich viel Erfahrung auf verschiedenen politischen Ebenen.“ Mit ihm teile sie auch die Einstellung, wie wichtig es ist, Beruf und Familienzeit miteinander vereinbaren zu können. „Ich weiß, was das für ein Kraftakt für Familien ist.“
Auf Grund ihres beruflichen, sozialen Hintergrundes seien ihr die Themen Teilhabe und soziale Gerechtigkeit in allen Lebensbereichen des Alltags wichtig, betont sie: „In den Bereichen Wohnen, Mobilität, Vereinbarkeit Beruf,Ehrenamt und Familie, Bildung und gesellschaftlicher Zusammenhalt.“ Freiberuflich ist Günter zudem als Trainerin und systemischer Coach tätig.
Klimaschutz fängt für die Vaihingerin im Kleinen an. „Mir ist es seit je her wichtig, zu Fuß, mit dem Rad und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B zu kommen und nicht auf das Auto angewiesen zu sein.“ Zu ihrer Arbeit nach Stuttgart fährt sie mit dem Zug.
Mit Camper und Kamera unterwegs
Seit 2006 lebt Günter mit ihrer Familie in Vaihingen und fühlt sich dort sehr wohl. „Die Stadt hat eine sehr gute Infrastruktur mit allem, was man braucht.“ Sie mag „die Verbindung von kleineren Städten und Gemeinden mit den Hügeln und Weinbergen, „vor allem die Steillagen in Rosswag,“ und schwärmt von „der toskanisch anmutenden Landschaft“.
Rückhalt und stabile Basis für ihre vielfältigen Aufgaben und die jetzige Landtagskandidatur gebe ihr besonders ihre Familie, sagt Günter. „Mein Mann und meine Kinder unterstützen mich sehr.“ Auch sonst habe es „immer Menschen gegeben, die an mich glaubten.“ Energie geben ihr auch täglich kurzen Yogaeinheiten. Seit Jugend macht Meike Günter Yoga und ernährt sich vegetarisch.
Die Günters verreisen oft mit dem Familien-VW-Camper, ausgestattet mit Klappdach und Kochnische. Fast immer zieht es sie ans Meer: an die Ost- und Nordsee, den französischen Atlantik, gerne auch im Winter. „Ich liebe die stürmische See, endlose Spaziergänge am Strand und den weiten Horizont.“ Ihre 16-jährige Tochter komme zu Reisen noch mit, während die 21-jährige Tochter nun selbst mit dem Camper losziehe.
Vor ihrem Studium in Sozialer Arbeit absolvierte sie eine Ausbildung zur Grafik-Designerin in Fellbach und ist seither der Kunst treu geblieben: In ihrer Freizeit malt sie gerne mit Acryl- und Aquarellfarben. Ihre große Passion ist die Fotografie, „es entspannt mich unglaublich“: Landschaften, Porträts, am Meer macht sie Bilder mit Stativ und langen Belichtungszeiten.
Für ihre Partei Bündnis 90/die Grünen und ihre Landtagskandidatur ist sie guter Hoffnung. In ihrem Wahlkreis hat sie im Vorfeld der Wahl einige Veranstaltungen zum Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern und Grünenpolitikern organisiert, neben Infoständen im Wahlkreis auch ein Gespräch mit Ricarda Lang, Mitglied des Bundestags, am 20. Februar in Ditzingen und eine Lesung mit Winfried Hermann am 26. Februar in Vaihingen.
In loser Reihenfolge
stellt die BZ-Redaktion die Kandidatinnen und die Kandidaten vor, die sich bei der Landtagswahl am Sonntag, 8. März, in den Wahlkreisen Bietigheim-Bissingen und Vaihingen um ein Mandat für den Baden-Württembergischen Landtag bewerben. In dieser Artikelreihe geht es nicht um politische Aussagen der Kandidaten, viel mehr will die Redaktion die Person mit ihren Leidenschaften und Interessen sowie ihrem persönlichen und beruflichen Werdegang vorstellen.
