Das Mühlelädle hat sich super entwickelt“, sagt Simon Hengstberger zufrieden auf die Frage, wie sein neuer Hofladen in Hohenhaslach bei den Kunden so ankommt. Seit März gibt es das Selbstbedienungsgeschäft in der alten Mühle der Winzer- und Bauernfamilie Hengstberger. Simon Hengstberger und seine Freundin Carolin Baumann pflegen den kleinen Laden in der Freudentaler Straße mit viel Leidenschaft.
Landwirtschaft in Hohenhaslacher Neuer Hofladen boomt in den Ferien
Der kreative Biobauer Simon Hengstberger bietet Linsen, Kichererbsen, Kürbisse und mehr in seinem Mühlelädle in Hohenhaslach an – welche Ernte gut war und welche ins Wasser fiel.
Der Junglandwirt vom Mühlehof ist gerade 26 Jahre alt geworden und sticht mit seiner großen Experimentierfreude für neue Anbauprodukte in der Region heraus. So sind in seinem Hofladen in historischem Ambiente des Mühlenhauses selbst angebaute Linsen, Kichererbsen, €Popcornmais, saisonales Obst und Gemüse wie Melonen und Kürbisse erhältlich sowie eigens gepresste Öle aus Sonnenblumen, Leinsamen, Mohn oder Raps.
Die Linsen sind besonders beliebt
Am beliebtesten bei den Kunden seien die grünen und schwarzen Linsen, so Hengstberger, die er seit 2022 auf seinen Hohenhaslacher Feldern „mit immer mehr Erfolg“ anbaut und Mitte Juli erntet. „Die habe ich mittlerweile sehr gut im Griff und bringen hohe Erträge“, freut sich der Jungbauer. „Eine gewisse Sicherheit bei der Linsenernte ist sehr wichtig“, denn er liefert die eiweißreichen Hülsenfrüchte an 14 Rewe-Märkte, sechs Edeka-Märkte und verschiedene Hofläden im Umkreis.
Seine ausgesäten Erdnüsse dagegen sehen dieses Jahr mit der Ernte Ende September „nicht so toll aus“, es reiche gerade mal für den Privatverzehr. Seit 2023 versucht er sich an den Hülsenfrüchten, doch im Mai hatte es zu wenig und im Juli zu viel für sie geregnet.
Die Melonensaison ist seit Mitte August zu Ende. Sie lief laut dem 26-Jährigen „fast zu gut“, den der Anbau sei recht aufwendig. 120 Kilogramm der wasserreichen Früchte hätten sie pro Woche verkauft. Es wurde mehr nachgefragt als das junge Bauernpaar liefern konnte. Aktuell ist Hochsaison beim Sommergemüse Zucchini, „von denen wir sehr viele, auch persönlich genug haben“, lacht Hengstberger.
Anfang August hat die Kürbisernte bei den Hengstbergers begonnen. Vor dem Hoflädle liegt das Herbstgemüse auf Strohballen: Zier- und Schnitzkürbisse, sowie die genießbaren Hokkaido- und Muskatkürbisse. Mit dem Anbau von Kümmel und Sesam sind die Jungbauern „am Probieren. Wir müssen noch an der Aussaat feilen“. Auch dieses Jahr sei das noch nichts geworden, „da war das Unkraut schneller“.
Meldepflicht bei der Opiumstelle
Ganz neu experimentiert Hengstberger mit Quinoa. Die Samen, ursprünglich aus der südamerikanischen Andenregion, sind ein glutenfreies Pseudogetreide und lassen sich etwa als Reisersatz verwenden. „Das hat aber auch noch nicht so geklappt“, meint der Hohenhaslacher, bleibt aber gelassen und an der Sache dran. Auch der anspruchsvolle Anbau von Mohn war dieses Jahr nicht wirklich erfolgreich: „Wir haben ihn oft gesät, doch wenig Samen davon geerntet“.
Bürokratie: Lästig und viel
Zudem sei mit der Pflanze viel Bürokratie aufgrund der Meldepflicht bei der Bundesopiumstelle verbunden. Die zunehmende Buchführung, die die Vermarktung all der Bio-Produkte mit sich bringt, findet das junge Bauernpaar lästig. Täglich hocke einer der beiden mehrere Stunden vor dem Schreibtisch, „dabei wollen wir Landwirte am liebsten draußen schaffen“.
Seine Inspiration für außergewöhnliche Nutzpflanzen holt sich Hengstberger per Recherche über die Anbauprodukte in wärmeren Ländern. „Bei uns wird es ja auch wärmer, also probiere ich aus, was bei uns klappt und was nicht.“
Die Bio-Umstellung hat Hengstberger dieses Jahr abgeschlossen – alle seine Flächen sind mittlerweile mit dem strengen Bioland-Label zertifiziert.
Bisher wurde noch wenig geklaut
Vor der Zeit des Mühlelädles bestückten Simon Hengstberger und Carolin Baumann ein Selbstbedienungs-Ständle an der Freudentaler Straße. Da hätten die Leute zum Schluss jedoch „geklaut wie die Raben“. Installierte Kameras im neuen Hofladen sollen vor Plünderungen schützen. Es sei bisher wenig gestohlen worden, so Hengstberger zum Konzept des Vertrauens.
Die Kundschaft sei bunt gemischt. Besonders jetzt zur Ferienzeit kämen auch viele Leute von auswärts, die den nahe gelegenen Vergnügungs- und Wildpark Tripsdrill besuchten. Geöffnet ist das Mühlelädle sieben Tage die Woche von circa 7:30 bis 21:30 Uhr. Gezahlt werden kann bar in ein Kässle oder auch per QR-Code via Paypal.
