Die alten Fußball-Legenden aus Vaihingen haben auch nach einigen Jahren abseits des Platzes scheinbar nichts verlernt. Bei der ersten Ausgabe des Vaihinger „El Clasico“ treffen am Pfingstsonntag das Legendenteam des VfB Vaihingen und eine Auswahl der acht Stadtteil-Vereine an der Enz aufeinander. Initiiert von Michael Bofinger und Roberto Perica, der selbst die Schuhe für die VfB-Mannschaft schnürt, lockt das Event hunderte Zuschauer bei bestem Sommerwetter an den Sportplatz am unteren Egelsee, darunter auch Vaihingens Oberbürgermeister Uwe Skrzypek. Schirmherrin Sandra Sailer, Vorstand der Lebenshilfe Vaihingen-Mühlacker, darf sich derweil nicht nur über die Spendeneinnahmen, sondern auch über einen Scheck in Höhe von 512 Euro freuen.
Legendenspiel Vaihinger Legenden schnüren noch einmal die Stollenschuhe
Im Vaihinger „El Clasico“ trifft eine Auswahl aus alten Spielern der Kernstadt auf die Mannschaft der Stadtteile. Die erste Ausgabe des Events ist ein voller Erfolg.
Beide Teams gehen beherzt in die Zweikämpfe
Wer im Vorfeld dachte, dass die Partie ein lockeres Quergeschiebe des Balls wird, hat sich geirrt. Klar, die Akteure – allesamt Jahrgang 1980 und älter – sind bei weitem nicht mehr so spritzig, wie zu den aktiven Zeiten. Dennoch ist die Intensität hoch, die Zweikämpfe werden nicht gescheut. Die Kernstadt-Mannschaft des VfB tut sich von Beginn an schwer. Im 4-4-2-System kommen sie kaum durch das Zentrum, das von der Stadtteil-Auswahl gut verdichtet wird. Auch die Flügel sind gut gedeckt. Doppelt bitter: Nach nicht einmal fünf Minuten muss Perica mit einer Verletzung an der Achillessehne ausgewechselt werden und kann in der Folge nicht mehr mitspielen. Immerhin dürfen beide Seiten beim Legendenkick beliebig oft wechseln.
Die Stadtteile hingegen finden immer wieder Lücken. Co-Trainer Hansi Rehm, der selbst in seiner aktiven Zeit für fünf Klubs aus dem Vaihinger Einzugsgebiet spielte, und Spielertrainer Siggi Blum haben ihre Männer in den zwei Trainingseinheiten vor dem Spiel scheinbar gut eingestellt. Schon nach elf Minuten klingelt es dadurch. Nach einer Ecke kommt eine Flanke ins Zentrum, dort nickt Andreas Bahmer das 1:0 per Kopf ein. Auch in der Folge ist die VfB-Auswahl weiterhin anfällig, Steffen Ackermann trifft aber nur die Latte.
Bahmer schnürt früh den Doppelpack
Letztlich ist es wieder Bahmer, der in seiner aktiven Zeit lange für den FC Gündelbach auflief und für das 2:0 nach einem sauberen Steilpass in den Strafraum sorgt (22.). Bis zum Seitenwechsel zeigt sich weiterhin das gleiche Bild. Die Kernstadt kommt mit dem Druck der Stadtteile nur schwer zurecht, so erhöht mit Michael Schmid ein weiterer früherer Gündelbacher kurz vor der Pause auf 3:0.
Nach dem Seitenwechsel wirken die VfBler auf dem heimischen Rasen etwas mutiger, haben aber Pech: Gleich zwei aussichtsreiche Chancen werden wegen Abseitspositionen zurückgepfiffen. Hinten brennt der Baum jedoch weiterhin lichterloh. Wieder ist es ein guter Steckpass in die Gasse, Schmid umkurvt Keeper Roberto Belluardo und schiebt zum 4:0 ein (60.).
Die Stadtteile machen das halbe Dutzend voll
In der Schlussphase machen die Stadtteile dann sogar das halbe Dutzend voll: Michael Reck und Michael Staiger per Elfmeter stellen kurz vor Spielende noch auf 6:0. Ein letzter Angriff der VfB-Auswahl rollt zwar noch einmal nach vorne, der Abschluss kommt aber zu zentral auf das Tor und so bleibt der Kernstadt der Ehrentreffer verwehrt. „Es war eine gewisse Restmotivation da, man will einfach nicht verlieren“, resümiert Doppelpacker und Stadtteil-Kapitän Bahmer nach der Partie und ergänzt „Als Stürmer will man Tore machen.“
Auch Veranstalter Bofinger ist mit dem Event – trotz des deutlichen Ergebnisses – sehr zufrieden: „Es war die größte Angst, dass die Leute übermotiviert da sind und sich verletzen. Aber die Idee hat geklappt, es war toll, dass es so lief. Natürlich wünscht man es sich knapper, aber das Ergebnis stand heute im Hintergrund. Wichtig war, dass Leute, die über Jahrzehnte Fußball gespielt haben, sich treffen.“
Wiederholung im nächsten Jahr in der Planung
Die erste Ausgabe ist für den Initiator also ein Erfolg, der zweite „El Clasico“ soll im nächsten Jahr an den Start gehen. „Die Planung beginnt jetzt schon“, macht Bofinger klar. Auch Bahmer hofft, dann wieder dabei zu sein. „Wenn wir die Leute zusammenkriegen, kann man das immer machen. Die Frage ist, ob die Leute nächstes Jahr fit sind. An der Motivation liegt es nicht, sondern eher an der Fitness.“
