Leichtathletik DM der Senioren Reinhard Michelchen holt dreimal Silber bei den Masters

Von Simon David
Reinhard Michelchen (rechts) gewinnt gegen Rudolf König den Sprint über 100 Meter um Platz zwei. Auch über 200 Meter und 400 Meter holt der Freudentaler Silber. Foto: /Ralf Görlitz

Auch bei den Leichtathletik-Meisterschaften der Senioren in Mönchengladbach ist der Freudentaler wieder auf den Punkt gut vorbereitet.

Auf den Punkt genau fit zu sein und Höchstleistungen zu zeigen ist das Ziel eines jeden Sportlers. Reinhard Michelchen gelingt dies regelmäßig, wenn er bei Leichtathletik-Meisterschaften auf nationaler und internationaler Ebene an den Start geht. Mehr als einmal lief er im Rahmen großer Turniere Bestzeiten. Auch bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Senioren in Mönchengladbach nahm er in seiner Altersklasse M70 an drei Wettbewerben teil – und gewann über 100 Meter, 200 Meter und 400 Meter jeweils die Silbermedaille. Über die 200 Meter lief er dabei so schnell wie noch nie in diesem Jahr. „So schnell bin ich lange nicht mehr gelaufen“, freut sich der für den VfL Sindelfingen startende Athlet aus Freudental. Über die 100 Meter lief er mit 13,17 Sekunden nur eine Hundertstelsekunde langsamer als eine Woche zuvor bei einem Wettkampf in Neckarsulm.

Auf die Meisterschaften in Mönchengladbach hatte sich der erfahrene Leichtathlet etwas lockerer vorbereitet als auf die meisten anderen Wettkämpfe der letzten Jahre. „Ich bin viel mit einem neuen Trainingskollegen aus Bietigheim gelaufen und habe weniger Krafttraining gemacht als sonst. Einen Sprint bewältigt man nicht mit Gewalt erfolgreich, sondern es ist auch eine Kopfsache“, betont Michelchen. Der Trainingspartner verletzte sich leider kurz vor den Masters und konnte daher nicht an der Veranstaltung teilnehmen.

Auch mit der lockereren Vorbereitung war Michelchen sehr erfolgreich. Mit seinem Abschneiden ist er sehr zufrieden. Dass es bei keinem seiner drei Starts für Gold reichte, kann er leicht verschmerzen. „Ich bin sehr gute Rennen gelaufen und bin sehr zufrieden. Das wäre ich auch dann gewesen, wenn ich mit diesen Zeiten Dritter oder Vierter geworden wäre“, sagt er.

Zudem sei Gerhard Zorn vom TSV Vaterstetten, der dreimal als Erster die Ziellinie überquerte, sehr starke Rennen gelaufen. Über die 100 Meter hatte Zorn mehr als zwei Zehntelsekunden Vorsprung und auch über die 200 Meter und 400 Meter war es eine klare Angelegenheit. Der Dreifachsieger hatte jeweils mehrere Sekunden Vorsprung auf Platz zwei. Zorn feierte gerade erst seinen 70. Geburtstag und ist in der Altersklasse M70 noch recht kurz dabei. Konkurrenzdenken ist Reinhard Michelchen fremd. Im Gegenteil freut er sich, alte Bekannte bei verschiedenen Anlässen wiederzusehen. Der Austausch mit den Sportlern ist Michelchen wichtig.

Der Austausch mit den anderen wird wertgeschätzt

Das Laufen und die Teilnahme an großen Wettkämpfen machen ihm viel Freude, aber er betont auch: „Der Sport ist nicht alles.“ Für den 73-jährigen Athleten ist das Drumherum mindestens genauso interessant. So nimmt er sich auf seinen Reisen, die ihn auch schon nach Taiwan, Australien oder nach Madeira geführt haben, auch immer Zeit, um die Städte und Regionen der Austragungsorte zu erkunden. Das war auch diesmal so. Nicht zum ersten Mal fand ein Masters in Mönchengladbach statt, daher kennt Michelchen die Gegend sehr gut. Mehr noch als der Austragungsort gefällt ihm Düsseldorf, das etwa eine halbe Autostunde entfernt liegt. Die Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen hat es ihm angetan. Von Düsseldorf aus, wo er übernachtete und in der freien Zeit den ein oder anderen Stadtbummel unternahm, machte sich der Athlet an den Wettkampftagen auf nach Mönchengladbach. In diesem Jahr stehen keine größeren Turnierteilnahmen mehr auf dem Programm. In den nächsten Jahren möchte Reinhard Michelchen jedoch noch an einigen Wettkämpfen teilnehmen – und einiges von der Welt sehen.

 
 
- Anzeige -