Leichtathletik Nur vier Tausendstelsekunden fehlen zur Silbermedaille

Von Simon David
Reinhard Michelchen (rechts) freut sich über seine Bronzemedaille bei der EM Hallen Masters im polnischen Torun. Platz zwei verpasste er um weniger als eine Hundertstelsekunde. Foto: /privat

Reinhard Michelchen wird im polnischen Torun Dritter über 400 Meter in seiner Altersklasse. 

Im Laufe seiner Karriere hat Reinhard Michelchen viele Erfolge gefeiert. Doch selbst für solch einen erfahrenen Sportler wie ihn gibt es auch immer wieder neue, ungewohnte Erfahrungen. So wie beim Finale über die 400 Meter der Altersklasse M70 beim Hallen-EM-Masters im polnischen Torun. Dort holte er in einem spannenden finale am Ende Bronze. Nur sehr knapp, um ganze vier Tausendstelsekunden verpasste er die Silbermedaille.

Doch nicht nur das war außergewöhnlich. Der gesamte Rennverlauf war ungewohnt. „Der Läufer, der sich mit der sechstschnellsten Zeit gerade noch so für das Finale qualifiziert hatte, hat zu Beginn geführt“, berichtet Michelchen, der zunächst lange Vierter war.

Mehrere Wechsel an der Spitze

„Es gab mehrere Führungs- und Positionswechsel. Ich habe mich dann nach vorne gekämpft und das Rennen angeführt“, so der für den VfL Sindelfingen startende Leichtathlet aus Freudental. Zwei Runden mussten auf der 200 Meter langen Bahn gelaufen werden. In der letzten Kurve führte Michelchen sogar mit ein paar Metern Vorsprung. „Erst fünf Meter vor dem Ziel haben die anderen aufgeschlossen.  

Am Ende gewann der Spanier Juan Manuel Exposito Soler in der Zeit von 62,80 Sekunden. Der Brite David Elderfield wurde in 63,20 Sekunden Zweiter, in einem Entscheid nach Foto-Finish. In offiziell 63,21 Sekunden wurde Michelchen Dritter. Enttäuschung darüber, dass es nicht zu Silber reichte, ist Michelchen nicht anzumerken. Vielmehr freut er sich über den Podestplatz.

Drei Stunden nach seinem Erfolg über die 400 Meter stand der Vorlauf über 60 Meter an. Aufgrund von Wadenproblemen verzichtete er jedoch auf eine Finalteilnahme. Davon, etwas zu erzwingen, hält Michelchen nichts. Von der Organisation und der Stimmung in Torun war er sehr angetan. „Die Zeit- und Terminpläne wurden super eingehalten und die Stimmung in der Halle war der Wahnsinn. Der Hallensprecher hat die Zuschauer auch sehr animiert.“

Den Austragungsort erkundet

In der Zeit zwischen und nach den Läufen verbrachte der erfolgreiche Leichtathlet viel Zeit in der Geburtsstadt von Nikolaus Kopernikus, in der er nicht zum ersten Mal an einem Wettkampf teilnahm. In diesem Jahr stehen vermutlich keine großen Wettkampfteilnahmen mehr an. Zwar finden noch die Weltmeisterschaften in Korea statt. Doch das ist finanziell nicht drin nach den vielen reisen der letzten Jahre, zum Beispiel nach Taiwan und Madeira. „Dafür will ich nächstes Jahr nach Japan und vielleicht auch noch nach Italien“, so Michelchen. Regelmäßig geht er jede Woche zum Krafttraining ins Fitnessstudio, doch legt er auch regelmäßig Regenerationsphasen ein.

 
 
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