Leichtathletik Seriensieger Simon Boch peilt seinen fünften Triumph an

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Die drei Erstplatzierten beim Bietigheimer Silvesterlauf vor einem Jahr: Marcel Fehr (links), Seriensieger Simon Boch (Mitte) und Ilyas Yonis Osman. Boch und Fehr werden auch bei der 39. Auflage der Rennens an den Start gehen. ⇥ Foto: Jan Simecek

Das Teilnehmerfeld beim 39. Bietigheimer Silvesterlauf ist gespickt mit   WM- und EM-Teilnehmern sowie internationalen und nationalen Meistern.

An Silvester wird Bietigheim wieder zum Mekka für Läufer. Bis zum Online-Meldeschluss am zweiten Weihnachtsfeiertag haben sich bereits 2880 Einzelstarter sowie 14 Jugend- und 16 Frauenstaffeln angemeldet. Der Veranstalter rechnet mit vielen Nachmeldungen, sodass am Dienstag wieder mehr als 3000 Laufbegeisterte unterm Viadukt erwartet werden.

Auch dieses Jahr schickt DLV-Präsident und Oberbürgermeister Jürgen Kessing mit dem Startschuss um 14 Uhr eine Reihe an WM- und EM-Teilnehmern sowie internationale und nationale Meister aus verschiedenen Disziplinen und Altersklassen auf die 11,1-Kilometer-Strecke. Als einer der Ersten hatte Vorjahressieger Simon Boch (LG Regensburg) seine Teilnahme bei der 39. Auflage zugesagt. Schon bei der Siegerehrung 2019 versprach der Seriensieger der letzten vier Silvesterläufe sein Kommen, um sich erneut ganz oben auf dem Siegerpodest zu platzieren. Der 25-Jährige verbesserte in dieser Saison seine Bestzeiten auf den Distanzen vom 5000 Meter bis Halbmarathon und gewann überraschend die deutsche Berglaufmeisterschaft.

In Bietigheim kommt es zum Wiedersehen und erneuten Duell mit dem Vorjahres-Zweiten Marcel Fehr (Team Filstal). Der 27-Jährige hatte zum Beginn des Jahres einen Eingriff am Knie, den er aber bestens auskuriert hat. Bei internationalen Meeting in Belgien ließ er bereits wenige Monate später über seine Spezialdisziplin, die 5000 Meter, mit 13:43,67 Minuten eine Spitzenzeit folgen. Damit gehört Fehr wieder zu den besten Langstrecklern Deutschlands. Sein Fokus liegt auf der Vorbereitung für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

Marathon-Rekordhalter kommt

Dieses Ziel hat auch Arne Gabius (TherapieReha Bottwartal). Der 38-Jährige ist mit einer Zeit von 2:08:33 Stunden deutscher Rekordhalter über die Marathonstrecke. In diesem Herbst ging der Wahl-Stuttgarter beim Marathon in New York an den Start und verpasste denkbar knapp in 2:12:57 Stunden als Elfter die Olympia-Qualifikation. Für das Ticket nach Tokio hätte Gabius schneller als 2:11:30 Stunden oder in die Top Ten laufen müssen. In Bietigheim gewann er 2013 den Silvesterlauf und hält mit 32:43 Minuten den Streckenrekord.

Ein Wörtchen um die Vergabe der vorderen Platzierungen dürfte auch wieder Thorben Dietz (LG Filstal) mitreden. Beim letztjährigen Silvesterlauf verlor der 30- jährige Lehrer Platz drei auf der Zielgeraden. In diesem Wettkampf-Jahr hat sich Dietz auf kürzere Strecken und Schnelligkeitsverbesserung konzentriert, was sich bisher auszahlte. Der gebürtige Nordrhein-Westfale machte nicht nur mit neuen Bestzeiten über 5000 Meter und 10 000 Meter auf sich aufmerksam, sondern siegte beim Geislinger Citylauf und gewann den Süßener Stadtlauf mit neuen Streckenrekord. Im Sommer lief er beim Ludwigsburger Citylauf ein knallhartes Rennen und überquerte in 29:56 Minuten die Ziellinie.

Die LG Filder schickt mit Lukas Eisele einen der besten Deutschen Junioren-Langstreckenläufer ins Rennen. Er lief bei den deutschen Crosslauf-Meisterschaften zur U-23-Vizemeisterschaft und beim Paderborner Osterstraßenlauf über zehn Kilometer setzte er mit 29:25 Minuten ein Ausrufezeichen. Im Herbst wurde der 22-Jährige mit 22 Sekunden Vorsprung Deutscher U-23 Meister über zehn Kilometer auf der Straße.

Nach einer langen Saison darf man gespannt auf das Abschneiden von Karl Junghannß (LAC Erfurt) sein. Im März bestritt der WM-Teilnehmer von 2017 den ersten Wettkampf des Jahres über 50 Kilometer Gehen. Sieben Monate später beendete der 23-Jährige seine Saison auf ungewöhnliche Art und Weise. Der Geher stand beim Frankfurt Marathon am Start. Nicht nur die Disziplin war ungewohnt für ihn, sondern er sorgte auch für eine Überraschung: In 2:17:54 Stunden kam Junghannß als erster Deutscher ins Ziel und zeigte damit, dass er im Feld der deutschen Langstreckenläufer mehr als nur mithalten kann.

Eindrucksvolles Comeback

Das möchte auch wieder Dominik Notz (LG Telis Finanz Regensburg). Die Achillessehne bremste den 26-Jährigen im vergangenen Jahr auf Null herunter. Eindrucksvoll meldete sich der Dettinger im Frühjahr bei der Deutschen Meisterschaft im Halbmarathon, nur vier Sekunden an der persönlichen Bestmarke vorbei, in 1:04:27 Stunden als Vizemeister zurück. Bei der Straßen-DM in Siegburg fräste er mit 28:58 Minuten eine neue persönliche Bestzeit in den Asphalt. Mit einem Achtungserfolg beendete Notz sein Marathon-Debüt. Die Zeit von 2:18:41 Stunden könnten ein Versprechen für die Zukunft sein.

Info In unserer Montagsausgabe stellt die Sportredaktion die Spitzenläuferinnen vor, die am Dienstag beim 39. Bietigheimer Silvesterlauf antreten.

 
 
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