Leistungsträger wechselt in die Landesliga Lindner verlässt 08 Bissingen

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Stellvertretender Kapitän und offensivstarker Dauerrenner: Simon Lindner (vorne), hier bei einem Testspiel gegen den 1. CfR Pforzheim, ist in der Oberliga-Mannschaft des FSV 08 Bissingen jahrelang eine feste Größe gewesen. Foto: Helmut Pangerl

Dem FSV 08 Bissingen bricht ein Eckpfeiler seiner Mannschaft weg: Nach sieben Spielzeiten am Bruchwald verlässt Leistungsträger Simon Lindner den Oberligisten. Der 25-jährige Mittelfeldmann und Stellvertreter von Kapitän Marius Kunde wechselt zu seinem Heimatverein TV Darmsheim, der zwei Klassen tiefer in der Landesliga (Staffel 3) kickt. „Wir waren im ersten Moment in einer Schockstarre. Für uns ist das sowohl fußballerisch als auch menschlich ein Riesenverlust“, sagte der Sportliche Leiter Oliver Dense. „Wir verlieren mit Simon ein Stück unserer DNA.“

Lindner fällt Abschied schwer

Am Montag hatte Lindner den Verein und die Mitspieler über seinen Weggang informiert. Dabei hatte er erst noch vor einigen Wochen den Vertrag bei den Null­achtern um zwei weitere Jahre bis 2023 verlängert. Die Motive für den Wechsel sind rein beruflicher Natur: Lindner, der einst beim Blumengroßhändler und 08-Sponsor Vahldiek eine Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann gemacht hat, nimmt zum 1. September in Plochingen (Kreis Esslingen) eine neue Stelle an. Da er dort sehr eingebunden sein wird, mitunter auch samstags, sieht sich Lindner außerstande, den für die Oberliga nötigen Aufwand mit drei- bis vier Übungseinheiten pro Woche auch künftig noch zu bewältigen. Darum bat er den FSV 08 schweren Herzens um die Auflösung seines Kontrakts. „Die Zeit in Bissingen war absolut schön und erfolgreich, wir haben auch außerhalb des Fußballs viel gemeinsam unternommen. Es haben sich viele Freundschaften entwickelt“, sagt Lindner im Rückblick.

2013 war er aus der U19 der Stuttgarter Kickers an den Bruchwald gekommen. Seitdem hat sich Lindner zu einem der besten und torgefährlichsten Kicker der Oberliga entwickelt. Der spiel-, sprint- und offensivstarke Linksfuß absolvierte insgesamt 170 Pflichtspiele für den Klub. 65 Treffer erzielte er selbst, 16 weitere bereitete er vor. „Es ist jammerschade, wenn so jemand seine fußballerischen Ambitionen an den Nagel hängt“, bedauert Dense den kurzfristigen Abgang.

Beim TV Darmsheim trifft Lindner nun auf seinen älteren Bruder Marcel, der dort das Landesliga-Team trainiert. Sein Abschiedsspiel im 08-Trikot wird Simon Lindner bereits am Samstag (16 Uhr) in der ersten Bissinger Vorbereitungspartie gegen den Landesliga-Vertreter VfL Nagold geben. Bei diesem Test wird dann auch sein potenzieller Nachfolger auf dem linken Flügel mitmischen: Konstantinos Markopoulos. Der 28-jährige Grieche ging zuletzt für AO Kavala in der dritten griechischen Liga auf Torejagd und ist in der Offensive variabel als Mittelstürmer, Rechts- und Links­außen einsetzbar. Seinen aktuellen Marktwert taxiert das Fußball-Portal „Transfermarkt.de“ auf 250 000 Euro.

„Wir sind uns einig, auch wenn noch nichts unterschrieben ist. Im Probetraining hat er einen sehr guten Eindruck hinterlassen“, sagt Dense über die Verstärkung aus Hellas. Der Sportchef zieht aber neben Markopoulos noch weitere Kandidaten für die vakante Lindner-Position in Betracht: Alexander Götz, Riccardo Gorgoglione und Kunde aus dem bisherigen Oberliga-Kader oder auch Jonas Engler, den Neuzugang von den Valparaiso Crusaders aus den USA.

Kroate Cosic stellt sich vor

Ins Schwabenland kam Markopoulos übrigens der Liebe wegen – seine Freundin lebt in Leonberg. Fürs Erste hat der 1,75 Meter große Grieche eine zweiwöchige Gastspielerlaubnis. Somit wird er auch noch in den weiteren Tests gegen den VfB Neckarrems (21. Juli/19 Uhr) und die SKV Rutesheim (25. Juli/14 Uhr) für Bissingen auflaufen. Dasselbe gilt für Matej Cosic. Der 23-jährige Mittelfeld-Allrounder vom kroatischen Drittligisten NK Vrapce gibt auf Vermittlung von 08-Neuzugang Pero Mamic derzeit seine Visitenkarte am Bruchwald ab.

 

Beim Test gegen Nagold sind 100 Zuschauer erlaubt

Aufgrund der Corona-­Verordnungen gelten für das erste Testspiel des FSV 08 Bissingen am Samstag (16 Uhr) besondere Einlass- und Hygienevorschriften. Für das Duell gegen den VfL Nagold sind genau 100 Zuschauer erlaubt. Der Eintritt beträgt zwei Euro pro Ticket und wird zur Deckung der Hygienekosten des Vereins herangezogen. Die Karten für Besucher werden nach dem Motto „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ vergeben. Weitere Zuschauer zum Gelände werden nicht zugelassen. Der Einlass erfolgt ab 15 Uhr über die Hygieneschleuse am Haupteingang. Alle Zuschauer müssen ein Formblatt mit Kontaktdaten ausfüllen. Eine Bewirtung direkt am Sportplatz findet nicht statt. Das Bissinger Klubheim hat aber wie gehabt geöffnet. ⇥ae

 
 
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