Löchgau Bezaubernder Weihnachtsmarkt

Von
Der Löchgauer Winterzauber zog viele Besucher an. Foto: /Oliver Bürkle

Viele Standbetreiber beim Winterzauber in Löchgau kommen aus dem Ort und überraschen die Besucher mit kreativen Angeboten.

Zum zweiten Mal gestalten die Löchgauer einen Adventsbasar rund ums Rathaus mit allem, was in der kalten Jahreszeit Freude macht: Sie nennen diese Begegnung „Winterzauber Löchgau“ und versprechen nicht zu viel.

Bei der Markteröffnung am Samstagmorgen füllt sich die verkehrsberuhigte Meile am Rathaus mit Menschen. Kinder basteln Weihnachtsgeschenke, bemalen Tassen und Holzscheiben, drehen mit dem bunten Karussell ihre Runden und graben ihre Finger in die Mähne beim Ponyreiten. Löchgauer Musiker legen ihre weihnachtlichen Lieder über die Ständelandschaft. Neben einem Kinderchor und dem Weihnachtsmann treten Kinder aus dem Musikverein Löchgau auf. Sechs Mädchen an der Querflöte sind dabei unter ihnen Amelie Langmann, zehn Jahre: „Wir sind die Youngsters und das ist die Bläserklasse“, erzählt sie.

Die Röstung macht’s

Zur „Notfallmedizin“ beim Winterzauber gehören Schnaps, Zwetschgenbrände, Quittenbrände und Apfel-Birnen-Likör, die der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, Herbert Rath, beisteuert. Einige Löchgauer leben hier ihre kreative Seite aus. Namen wie CreativesGlück oder KuchenGlück drücken aus um was es geht: Alles ist Handarbeit von der selbst gestalteten Weihnachtskarte über den Kirschlikör, die Plätzchen und sogar ihren Kaffee rösten Löchgauer selbst. Zdravko Slemensek hat in den Räumen der Löchgauer Nagelfabrik seit wenigen Wochen eine Kaffeerösterei. Er erzählt wie er sich vom Nicht-Kaffeetrinker zum Kaffeeröster entwickelt hat: „25 Jahre lang habe ich keinen Kaffee getrunken. Ich fing an zu zittern vom Industriekaffee. Dann checkte ich: Das liegt am Röstverfahren. Meine Mutter brachte mich drauf, dass man Kaffee selbst rösten kann.“ Er bietet Kostproben mit Fairtrade-Espresso an und stellt soziale Projekte vor, die mit dem Kauf dieses Kaffees unterstützt werden. „Schön, dass es diesen Markt gibt. Da helfen sogar meine Enkelkinder mit“, sagt Katharina Richter aus Löchgau.

Wer seinen Lieblingsspruch auf einer Laterne oder Tischleuchte lesen möchte, schaut am Stand von Carina Roth unter den Rathausarkaden vorbei. „Die Sprüche sind gestempelt und können ausgetauscht werden“, erklärt die Kunsthandwerkerin. Im nostalgischen Pferdewagen hat Isabella Arnold seit 20 Jahren ihre „Villa Kruschtelbunt“ eingerichtet. Sie schreibt in schwungvoller Handschrift Sprüche auf Einmachgläser, auf Kerzen, auf alles, was das Zuhause schöner macht. „Ich bin Löchgauerin und komme auf vielen Märkten herum. Doch heute bin ich zu Hause, um diesen Markt zu unterstützen“, erzählt sie.

Nachbargemeinden zu Besuch

Murmelbahnen fesseln Kinder an den Stand von Bea und Thomas Riegraf aus Kleiningersheim: „Wir betreiben mit anderen das kreative Backhäusle in Kleiningersheim bei der Georgskirche am Schloss. Es ist rund um die Uhr geöffnet. Man findet dort alles Schöne aus Holz und Porzellan, Weihnachtsgeschenke, Kerzen, Socken“, erzählt Bea Riegraf.

Eine Schülerfirma am Lichtensterngymnasium in Sachsenheim zeigt, wie nachhaltiges Wirtschaften funktioniert und verkauft Kerzen aus Wachsresten. Doris Benzner von den Landfrauen und die Gymnastikfrau Mirjam Reiss informieren über die Arbeit der Landfrauen. Viele Marktbesucher vertiefen sich in die Bücherkisten beim Bücherflohmarkt vor dem Evangelischen Jugendwerk. Beim Weiterschlendern fällt der Blick auf selbstgemachte Eierlikörspezialitäten. Das Leben bleibt bunt - auch der graue Winter hat tatsächlich seinen Zauber.

 
 
- Anzeige -