Das war einmal ein blühender Streifen“, sagt Christof Hettich vom BUND Stromberg-Neckartal. Nach der langen Hitze und Regenmangel sieht der Blühstreifen der Gemeinde Löchgau beim Weißenhof recht traurig und vertrocknet aus. Dennoch, so Hettich, erfüllt er seine Funktion.
Löchgau Blühstreifen ebnen den Weg der Wildkatzen zum Stromberg
Vom Schwäbisch-Fränkischen Wald bis zum Stromberg soll, so der NABU, ein Wildkatzenkorridor entstehen. In Löchgau gibt es eine Verbindung.
Es tummeln sich allerlei Insekten, Wildbienen und auch Schmetterlinge in der Schafgarbe, der Königskerze und den anderen Gewächsen, so soll es sein in einem Blühstreifen. Auch für andere kleine Tiere ist ein Blühstreifen ein gefundenes Versteck. Der Sinn und Zweck eines Blühstreifen, das sieht auch die Gemeinde Löchgau so, die seit Jahren Blühstreifen auf ihrer Gemarkung finanziell unterstützt, ist es, aussterbendem Getier Plätze zu schaffen.
Löchgau zahlt einen Euro pro Quadratmeter
Einen Euro pro Quadratmeter gibt es laut Bürgermeister Robert Feil für Landwirte, die einen Streifen ihres Landes für drei Jahre mit vom BUND empfohlenen Saaten heimischer, unterschiedlich hoher Gewächse bewachsen lassen. Und sind sie schön dicht und eben auch mit größeren Pflanzen bestückt, dann ist der Blühstreifen, so sagt Hettich, auch ein wichtiger Teil des Wildkatzenkorridors, wie der Löchgauer Blühstreifen. Der BUND möchte, dass sich Gemeinden im Biotopverbund engagieren, um durchgehende Wildkatzenkorridore über Gemeindegrenzen im Kreis Ludwigsburg hinaus schaffen. Denn, nur wenn es ein gefahrloses Durchkommen für die Wildkatze gibt, siedelt sie sich wieder an. Löchgau macht mit dem circa 300 Meter langen Blühstreifen beim Landwirt Frank Feeß mit an der Biotopaktion. Der Streifen geht bis fast an die Sachsenheimer Gemarkungsgrenze. Die Stadt Sachsenheim, so sagt Uta Hampel, die ökologische Fachkraft der Kommune, möchte sich ab kommendem Jahr auch beteiligen. Geplant sei eine Blühstreifenkampagne schon in diesem Jahr, aber wegen der schlechten finanziellen Lage Sachsenheims wurde dieser Geldtopf erst mal eingefroren. Zudem sei das Interesse von Sachsenheimer Landwirten noch mäßig bis mangelhaft.
Bietigheim-Bissingen investiert in ganze Blühbrachen
Wenn das Blühstreifenkonzept freigegeben wird, zahlt Sachsenhem 13 Cent pro Quadratmeter an die Landwirte. Wenig im Vergleich zu einem Euro, den Löchgau zahlt. „Löchgaus Böden sind auch ein Premiumstandort von der Qualität her“, so sagt Hettich. Bietigheim-Bissingen, erklärt Elke Grözinger vom Grünflächen- und Tiefbauamt der Stadt, investiert schon seit einigen Jahren sowohl in Blühstreifen als auch in Blühbrachen, wo ganze Felder für fünf Jahre in eine blühende Landschaft verwandelt werden. Für so eine Wildbrache zahlt die Stadt 1900 Euro pro Hektar. „Weil der Boden ja für fünf Jahre stillgelegt ist“, so Grözinger.
„Schön wäre es, den Wildkatzen einen geschützten durchgängigen Weg zwischen Schwäbisch-Fränkischem Wald und dem Stromberg zu geben“, sagt Joachim Lösung vom BUND-Kreisverband.
Der Rundweg West startet am Bahnhof Bietigheim-Bissingen und zweigt nahe der Kammgarnspinnerei von der Enz zum Abendberg ab. Durch die abwechslungsreiche Kulturlandschaft am Weißenhof bei Löchgau geht’s durch den Wald zum Aussichtspunkt über Freudental. Der Weg folgt dem Radweg zwischen Freudental und Löchgau. Über den Mühlensteg in Besigheim geht es entlang der Enz zurück zum Bahnhof Bietigheim. Die BUND-Infotafeln zu den Wildkatzen laden zu Pausen ein.
Der Radinfopfad Ost startet am Bahnhof Marbach und endet am Bahnhof Bietigheim-Bissingen. Er führt an sechs Infotafeln der Wildkatzenwege vorbei. Entlang der Enz geht es über den Biergarten Posten 35. zurückof Bietigheim-Bissingen.
Der BUND sorgt im Projekt Wildkatzensprung für die Verknüpfung der Lebensräume der scheuen Tiere mit verbindenden Wanderkorridoren. a Wildkatzen leben als Einzelgänger und nutzen feste Streifgebiete. Dort liegen ihre Ruheplätze ebenso wie bewährte Jagdflächen. Die Streifgebiete der Kater umfassen etwa 20 bis 30 Quadratkilometer. Wildkatzen können selbst größere Flüsse wie den Neckar schwimmend überqueren .
Seit zehn Jahren breitet sich die Wildkatze wieder im Südwesten aus. Abre die Reviere der Wildkatze wurden durch das dichte Verkehrswegenetz, intensive Besiedelung und ausgeräumte Ackerflure zerschnitten. Deswegen sind Wildkatzenkorridore für ihre Ansiedlung immens wichtig.
