Löchgau Der Kreis als „Keimzelle der Sanierungssprints“

Von Heidi Falk
Maximilian Chamaoun, Matthias Stöffler und Ronald Meyer (von links) vor dem Haus der Familie Felger in Löchgau. Foto: Martin Kalb

In Löchgau wird derzeit die erste Blitzsanierung nach Ronald Meyer im Kreis durchgeführt. Die Nachfrage steigt stetig. Ein Besuch auf der Baustelle.

„Offiziell sind wir auf der Baustelle an Tag zwei“, sagt Maximilian Chamaoun am Montagnachmittag im Gespräch mit der BZ, „aber vom Fortschritt her sind wir in manchen Bereichen schon an Tag vier.“ Der Bauphysiker und Energieberater aus Bietigheim-Bissingen ist einer der ersten, die von Ronald Meyer zum „Sanierungscoach“ ausgebildet wurden und der die Bauleitung auf der Baustelle von Familie Felger in Löchgau hat – der ersten Gebäudesanierung im Landkreis Ludwigsburg, die als Sanierungssprint in 22 Werktagen durchgeführt wird (die BZ berichtete).

Meyer: „Das Team harmoniert“

Ronald Meyer ist der Erfinder der Blitzsanierung und auch ab und an in Löchgau auf der Baustelle anzutreffen. „Ich bin total begeistert“, lobt er. Auch, dass die verschiedenen Gewerke so gut zusammenarbeiten: „Das Team harmoniert.“ Im Idealfall wird dieses Handwerker-Team noch bei vielen Sanierungssprints zusammenarbeiten. Meyer berichtet, dass derzeit etwa 30 Hausbesitzer darüber nachdenken, ihr Haus als Sprint sanieren zu lassen – alleine im Kreis. „Der Kreis Ludwigsburg ist die Keimzelle des Sanierungssprints“, sagt Meyer gar.

Eigentlich ist es die ganze Region Stuttgart, hier wurden deutschlandweit in den letzten drei Jahren die meisten Sanierungssprints durchgeführt. Alleine sechs in Stuttgart. Dort war Matthias Stöffler Sanierungscoach, der auch auf der Löchgauer Baustelle vorbeischaut. „Wir brauchen so langsam mehr Sanierungscoaches“, sagt er und lacht. Was die Löchgauer Baustelle von seinen sechs unterscheide? „Die Abläufe sind immer die gleichen. Aber jedes Haus ist anders, jede Baustelle ist anders – und natürlich auch jeder Bauherr.“

Schon vor Betreten des Hauses ist eines klar: Hier wird richtig geschafft. Aus jedem Winkel des Hauses sind Stemm-, Klopf- und Fräsgeräusche zu hören. Es ist ein Gewusel an beschäftigten Menschen. Im Erdgeschoss werden die letzten Kabelschlitze in die Wand gefräst, inklusive Staubwolke. Im ersten Stock werden die Anschlüsse für die Badewanne von zwei Sanitärfachmännern vorbereitet, das Gästebad im Erdgeschoss ist schon mit allen nötigen Sanitäranschlüssen und -installationen ausgestattet. Im Treppenaufgang ist bereits eine frisch verputzte Wand zu sehen und auch im Dachgeschoss geht es heiß her: Es wurden schon Wechselbalken eingesetzt, um das Dach für die großen Aufkeilfenster zu öffnen. Auch die Dampfbremse ist bereits gespannt. Sie reguliert den Wasserdampfdurchgang, um Feuchtigkeitsschäden zu verhindern. In den nächsten Tagen folgen Aufsparrendämmung und Dachziegel. Zwei Dachdecker sind konzentriert und gut gelaunt bei der Sache. Von den Aufkeilfenstern sind sie überzeugt: Sie brächten mehr Licht, mehr Stehhöhe und ein besseres Raumgefühl im Vergleich zu normalen Fenstern. Und, für den Sanierungssprint nicht unwichtig: „Sie sind im Gegensatz zu Gauben genehmigungsfrei und eben doch gaubenähnlich.“

Insgesamt sind am Montag 17 Handwerker verschiedener Gewerke im Haus tätig. „Morgen sind es noch mehr“, verrät Chamaoun, der mit dem Fortschritt der Baustelle mehr als zufrieden ist.

LEA funktioniert als Multiplikator

Lisa Glinski ist bei der Ludwigsburger Energieagentur (LEA) unter anderem auf Sanierungssprints spezialisiert. Sie berichtet, dass sich Dank Infoveranstaltungen und direkter Ansprache (etwa über Innungstreffen) schon viele interessierte Handwerksbetriebe gemeldet hätten, die den Sprint ausprobieren wollen. Die Energieagentur vernetzt die Betriebe im Qualitätsnetzwerk Bauen.

„Am Dienstag, 21. April, von 11 bis 13 Uhr haben wir einen Besuch für Handwerker auf der Löchgauer Baustelle organisiert“, rät Glinski interessierten Betrieben. Dort könnten sich Handwerker auch untereinander austauschen. Wer noch teilnehmen möchte, kann sich online unter www.lea-lb.de informieren und anmelden. Heidi Falk

Förderung für Sanierungssprints in Ludwigsburg

Die LEA weißt darauf hin, dass Sanierungssprints in Ludwigsburg derzeit gefördert werden können. Man kann sich noch auf die Sanierungssprint-Förderung der Stadt Ludwigsburg bis zum 19. April 2026 bewerben. Mehr Infos dazu: https://www.ludwigsburg.de/sanierungssprint. Befördert wird die Leistung des Sanierungscoachs mit bis zu 25.000 Euro je Objekt. Förderbedingungen sind in aller Kürze, dass das Objekt im Stadtgebiet Ludwigsburg ist und einer medialen Begleitung von Seiten der Stadt zugestimmt wird. Wenn die Förderung voll ausgeschöpft wird, werden drei Objekte als Sprints dieses Jahr im September/Oktober 2026 realisiert.

 
 
- Anzeige -