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Löchgau „Ein heftiger Einschnitt in unsere Selbstverwaltung“
Bei der Einbringung des Haushalts für 2026 wird Kritik an der Kreisumlage laut. Die Gemeinde könnte bis 2028 schuldenfrei sein.
ie Rahmenbedingungen sind alles andere als einfach“, stellte Bürgermeister Robert Feil bei der Einbringung des Haushalts 2026 im Gemeinderat von Löchgau fest: sie zwängen dazu, festzulegen „wo die Schwerpunkte sind“.
Rückblick: für 2025 war ein Volumen des Ergebnishaushalts in Erträgen und Aufwendungen von 18,771 Millionen Euro geplant, mit einem positiven ordentlichen Ergebnis in Höhe von 264.950 Euro.
Haushalt stabiler als erwartet
Zwischenzeitlich kann von einer Verbesserung des ordentlichen Ergebnisses um etwa 500.000 bis 600.000 Euro gegenüber der ursprünglichen Planung sowie außerordentlichen Erträge aus Bauplatzveräußerungen in Höhe von 575.000 Euro ausgegangen werden.
Der Zahlungsmittelüberschuss des Ergebnishaushaltes war mit 1.546.950 Euro geplant und verbessert sich analog des ordentlichen Ergebnisses – dieser Betrag steht also zur Finanzierung der geplanten Investitionen im Haushaltsjahr zur Verfügung.
Im Finanzhaushalt 2025 sind umfangreiche Investitionsmaßnahmen im Rahmen der Ortskernsanierung samt Umgestaltung der Ortsmitte sowie Finanzmittel im Tiefbaubereich zum Erhalt des Infrastrukturvermögens der Gemeinde geplant. Hierfür wurden im Haushaltsplan 2025 Finanzmittel in Höhe von 4.527.500 Euro veranschlagt. Aufgrund dieser Investitionsausgaben sah der Finanzhaushalt laut Haushaltsplan 2025 eine Reduzierung des Finanzierungsmittelbestands in Höhe von 2.519.050 Euro vor. Zu berücksichtigen ist, dass ein Teil der geplanten Investitionsausgaben aus 2025 erst in Folgejahren zur Zahlung fällig wird.
Im Jahr 2026 werden die Haupterträge des Ergebnishaushalts Zuweisungen, Zuschüsse und Umlagen sein, mit einem Gesamtvolumen von 5,3 Millionen Euro. Ebenso wie der Einkommensteueranteil mit 4,9 Millionen Euro, gefolgt von der Gewerbesteuer mit 2,5 Millionen Euro und die Grundsteuer mit 820.000 Euro, so die Planung. Gegenüber 2025 gibt es leichte Zunahmen bei der Einkommens- und Umsatzsteuer sowie den Einnahmen aus Gebühren und Verkauf. Aktuell werde von Erhöhungen bei den Hebesätzen der Grundsteuern in 2026 noch abgesehen, nachdem die Umstellung auf die neue Grundsteuer ab 2025 aufkommensneutral erfolgte. Das gilt ebenso bei der Gewerbesteuer – jedoch werde das für die kommenden Jahre ein Thema sein. Insgesamt liegen die Erträge des Ergebnishaushalts bei 19,22 Millionen Euro.
Bei den Aufwendungen des Ergebnishaushalts liegen die Personalkosten vorne: 7,8 Millionen plant Löchgau 2026 dafür ein – Personalkostensteigerungen gegenüber dem Vorjahr entstehen hier hauptsächlich aufgrund des einkalkulierten Spielraums von etwa drei Prozent für anstehende Tariferhöhungen. Es folgt die Kreisumlage mit 3,33 Millionen Euro. Die Finanzausgleichs (FAG)-Umlage und die Aufwendungen für Sach- und Dienstleistung schlagen mit je 2,6 Millionen Euro zu Buche. Insgesamt liegen die Aufwendungen des Ergebnishaushalts bei 19,22 Millionen Euro.
Kreisumlage bei sechs Millionen
„Das hatten wir in der Drastik noch nicht“, bemerkte Kämmerer Marc Löffler zur Entwicklung der Umlagen: seit 2025 steigen Gewerbesteuerumlage, FAG-Umlage und Kreisumlage, überschreiten zusammengerechnet in 2026 erstmals die fünf Millionen und kratzen schon fast an den sechs Millionen, 2027 liegen sie dann darüber.
Die Kreisumlage allein steigt auf über drei Millionen. Ein „Wermutstropfen“ im Haushalt, so der Kämmerer, ein „heftiger Einschnitt in unsere Selbstverwaltung.“ Im Finanzhaushalt wird durch die nach wie vor gute Kassenlage der Gemeinde im kommenden Jahr voraussichtlich eine Liquiditätsreserve in Höhe von aktuell hochgerechnet 10,9 Millionen Euro an Kassenmitteln vorhanden sein, so der Entwurf des Kämmerers. 2026 ist dann eine Abnahme von knapp drei Millionen Euro auf voraussichtlich 7,89 Millionen Euro geplant. Grund sind die Investitionsvorhaben im Rahmen der Ortskernsanierung sowie im Bereich des kommunalen Infrastrukturvermögens mit 2,594 Millionen Euro.
Nach der Sanierung Ortskern IV mit 1,58 Millionen Euro und der Sanierung von Straßen und Wegen mit 1,85 Millionen Euro sind weitere Kostenpunkte im Finanzhaushalt noch die Kanalsanierung mit 190.000 Euro und Hochbaumaßnahmen mit 150. 000 Euro. 2026 will Löchgau auch Zuwendungen aus dem Sondervermögen des Bundes für Länder und Kommunen (LuKIFG) in Höhe von 640.000 Euro in Anspruch nehmen.
Schuldenlast der Gemeinde sinkt
Die Schuldenlast der Gemeinde samt Eigenbetrieb sinkt: zum Jahresende liegt sie bei 117,29 Euro je Einwohner, im kommenden Jahr dürfte sie unter 100 Euro pro Einwohner fallen.
So liegt die aktuelle Schuldenlast trotz der Aufnahme der Förderdarlehen weit unter dem Landesdurchschnitt: 1540 Euro je Einwohner. Gleichzeitig bestehen hohe Rücklagenbestände, welche die Verbindlichkeiten deutlich übersteigen. Ab 2028 könne man in Löchgau mit Schwarzer Null planen. Der Bürgermeister fasste abschließend zusammen: „Wir stehen heute zwar gut da, aber müssen für morgen handeln“, also „weiterhin diszipliniert wirtschaften“ und „priorisiert in Infrastruktur investieren“.
