Löchgau Eiserne Hochzeit: Selbstverständlich miteinander

Von Susanne Yvette Walter
Brigitte und Erhard Petzold aus Löchgau feiern Eiserne Hochzeit. Foto: /Martin Kalb

Das Ehepaar Brigitte und Erhard Paetzold aus Löchgau setzte aus Zusammenhalten und feiert nun Eiserne Hochzeit.

Als Brigitte und Erhard Paetzold aus Löchgau sich vor 65 Jahren das Ja-Wort gaben, gab es noch kein Handy und auch nicht in jedem Haus ein Telefon. Dennoch hat das Jubelpaar zusammengefunden und feiert an diesem Dienstag mit der Familie im kleinen Rahmen das seltene Jubiläum der Eisernen Hochzeit.

Das Ehepaar Paetzold kann auf über sechs gemeinsame Jahrzehnte zurück blicken. Mit heute 83 Jahren ist Brigitte Paetzold noch sehr rüstig und kann ihren 91-jährigen Mann bei der Bewältigung des Alltags unterstützen. Für die beiden ist dieses Miteinander längst zur Selbstverständlichkeit geworden.

Das Paar kommt aus Ostdeutschland und hatte alle Hände voll zu tun, um sich damals noch jeder für sich Wege in den Westen zu bahnen. Später als Ehepaar waren die beiden froh „hier in diesem Land angekommen zu sein. Das hat uns vollkommen gereicht“, erzählt Brigitte Paetzold. Im Jahr 1960 fand die standesamtliche Trauung statt und zwei Jahre später die kirchliche. „Wir mussten heiraten, damit wir überhaupt eine gemeinsame Wohnung bekommen konnten. Das war damals noch so“, erinnert sich die Jubilarin.

Zuerst gibt’s Liefer-Pizza zum Feiern, dann Essen im Gasthaus

Jahrelang haben die beiden in Markgröningen gelebt, sind innerhalb des Ortes drei Mal umgezogen, bis die letzte Wohnung dort zu klein wurde, weil die beiden zwei Kinder bekommen haben. 1988 haben sich die Paetzolds in Löchgau um einen Bauplatz beworben und bekamen gleich grünes Licht. Bis heute lebt das Ehepaar in seinem schönen Heim. Sohn Oliver wohnt gleich im Wohnblock um die Ecke. Tochter Elke lebt ebenfalls in Reichweite für die Eltern in der Nähe von Backnang.

Am heutigen Dienstag wollen die Kinder zu Besuch kommen. „Dann bestellen wir einfach eine Pizza“, so Brigitte Paetzold. Am kommenden Sonntag geht es dann gemeinsam zum Festessen nach Hohenhaslach in die Gaststätte „Rose“ und später nach Hause zum Kaffee trinken. Als Brigitte Paetzold nach ihrem persönlichen Rezept für eine gute Ehe gefragt wird, muss sie erst einmal nachdenken, denn vieles lief einfach automatisch über die Jahre so wie es eben lief. Als Wichtigstes nennt sie Durchhaltevermögen und den Willen, zusammenhalten zu wollen, egal was da kommt: „Mein Mann war viel auf Montage. In dieser Zeit war ich mit den Kindern alleine und musste sie durchbringen. Jetzt pflege ich meinen Mann schon seit zehn Jahren. Das ist anstrengend und geht an mir auch nicht spurlos vorbei. Ich spüre oft mein Kreuz bei der vielen Bückerei“, erzählt sie.

Und dennoch oder gerade deshalb: Nichts in ihrem Lebensentwurf würde Brigitte Paetzold anderes machen, sagt sie heute und ist dankbar für ihre Gesundheit, ihre Kinder und ihr schönes Zuhause.

Was das Paar über das alltägliche Leben hinaus heute immer noch verbindet, ist die Erinnerung an viele gemeinsame Reisen zum Beispiel in die Dominikanische Republik und mehrmals auf die Malediven. In Ägypten war das Paar auch. Brigitte Paetzold: „Wir wollten immer genau die Länder bereisen, die uns neugierig gemacht haben.“

Bis ihre gemeinsame Lebensreise beginnen konnte, hatte jeder für sich zu tun, um in den Westen zu gelangen, beide damals noch über Fluchtwege. Brigitte Paetzold kommt aus dem Erzgebirge, ihr Mann aus der Oberlausitz. Ihren Mann Erhard, den Maschinenschlosser, hat sie über ihren Schwager kennengelernt. Er war ursprünglich ein Kollege vom Mann ihrer Schwester, der öfter zum Kartenspielen vorbei kam. 

 
 
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