Das Löchgauer Radwegenetz ist eher löchrig und unzusammenhängend, die Kommune wird vom Landesradfernweg durchkreuzt und von der regionalen Hauptradstrecke, eine Anbindung ist nicht vorhanden. Auf vielen Radwegen sind Radfahrer und Fußgänger im Clinch, weil der Weg nicht breit genug ist und auch keine Auszeichnung vorhanden ist. Wie zum Beispiel zwischen Löchgau und Erligheim. Seit Jahren versucht man mit Erligheim eine Lösung zu finden, den Weg zu verbreitern. Auch eine Kennzeichnung für Radfahrer und Fußgänger wäre sinnvoll.
Löchgau Radwege sollengeordnet werden
Der Gemeinderat möchte endlich eine Verbesserung des Netzes und ein Konzept, um die Nutzergruppen der Wege zu koordinieren.
Förderantrag wurde schon bewilligt
Jetzt will zumindest der Löchgauer Gemeinderat ein Radverkehrskonzept vorantreiben, das aber zuerst erarbeitet werden muss. Ein Förderantrag an das Land Baden-Württemberg wurde schon gestellt und bewilligt. In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause haben die Räte einstimmig das Karlsruher Büro Modus Concept beauftragt, ein Konzept für die Kommune zu erarbeiten. In der Sitzung stellte Dr. Frank Gericke, Gründer und Inhaber der Planungsagentur für Verkehrs-, Stadt- Umwelt und Radwegeplanung, den Ansatz und das weitere Vorgehen vor.
Seit einigen Wochen erstellen die Mitarbeiter der Firma eine Bestandsaufnahme und Analyse des Verkehrs und des vorhandenen Netzes. Alle Wege werden dabei von den Mitarbeitern abgefahren und dokumentiert.
Hat das Netz Lücken und wenn ja, wo? Gibt es ein Hauptnetz? – formulierte Gericke die Fragen, die im ersten Schritt beantwortet werden müssen. Konflikte mit dem Straßenverkehr, aber auch den Nutzern untereinander, müssen identifiziert und Lösungen entwickelt werden. Zudem muss die Planung eine Priorisierung haben: Welche Elemente sind wichtig? Ist es der Bau neuer Wege oder die Kennzeichnung vorhandener? Müssen Wege verbreitert werden? Es wird dann ein konkretes Wegweisungskonzept ausgearbeitet und der Bedarf und Standorte für Radabstellanlagen ermittelt.
Eine Bürgerbeteiligung ist ab November geplant
Die Bestandsaufnahme, so Gericke im Gremium, soll bis zu den Sommerferien abgeschlossen sein, danach folgen die nächsten Arbeitsschritte. Das sind eine Radverkehrszählung in Löchgau, und die Bewertung der Bestandsanalyse. Es werden auf diesen Daten ein Leitbild erarbeitet und eine Netzkonzeption. Die Planung soll an Nutzergruppen, beispielsweise Kinder an Schulen, ausgerichtet werden.
Im Oktober will das Büro seine Ergebnisse dem Gemeinderat vorstellen und im November den Bürgern. Im zweiten Schritt der Bürgerbeteiligung soll es Workshops geben, in denen Konzept, Netz und Maßnahmen konkretisiert und Bürgerhinweise, -ideen und -kritik aufgenommen werden. Ab Februar 2026 soll das Konzept, die Bürgerbeteiligung und die Beratungen in Maßnahmen überführt werden.
