Löchgau Steigende Einnahmen am Horizont

Von Jonathan Lung
Für den Löchgauer Ortskern fließt zusätzliches Fördergeld von einer Million Euro. Foto: /Martin Kalb

Der Gemeinderat hat den Haushalt für 2026 einstimmig beschlossen. In Zukunft könnte die Grund- und Gewerbesteuer angehoben werden.

Die nächsten Jahre werden herausfordernder“, kündigte Bürgermeister Robert Feil am vergangenen Donnerstag mit Blick auf den Ergebnishaushalt der Gemeinde Löchgau an. Im Dezember eingebracht, stand nun der Beschluss des Haushalts an.

Dass die finanzielle Situation schwieriger wird, zeigten die Zahlen auch im Vergleich mit den Vorjahren – aber es werde auch nicht ganz so schlimm, so Feil: Man rechnet mit weniger Personalkosten als gedacht und im Thema Kreisumlage sei „Bewegung drin“, so der Bürgermeister. Eine positive Meldung war auch neues Fördergeld für den Ortskern. Eine Million Euro wird zusätzlich fließen, konnte der Bürgermeister verkünden.

Steuerkraft unter Durchschnitt

Allerdings hat Löchgau eine unterdurchschnittliche Steuerkraft. Im Landkreis belegt die Gemeinde Platz 34 von 39. Und auch bei den Hebesätzen sei man unterdurchschnittlich, so der Bürgermeister. „Wir müssen uns Gedanken machen“, sagte Feil diesbezüglich – auch wenn jetzt die Notsituation noch nicht da sei, müsse man rechtzeitig planen, um sie zu vermeiden.

Zum Glück habe man ein „sehr gutes Grundgerüst“ in Löchgau, man habe gut gewirtschaftet in der Vergangenheit. Trotzdem müsse nun über Veränderungen nachgedacht werden, im Dreiklang von Leistungen, Abgaben und Investitionen.

Mögliche Ansätze sieht der Bürgermeister einmal bei Anpassungen der Leistungen, wie etwa der in derselben Sitzung beschlossenen temperaturbedingt eingeschränkten Freibadnutzung. Der Verwaltungsaufwand bei der Ferienbetreuung in der Kernzeitbetreuung und beim Mittagessen im Kindergarten ist ein weiterer Punkt, ebenso wie der Gestaltungsumfang des Dorfstrands und der Unterhaltungsaufwand im Ortsbild.

Anpassungen bei den Steuern und Abgaben sollen dann die Einnahmen der Gemeinde steigern. Eine Erhöhung der Hebesätze bei Grund- und Gewerbesteuer kann laut Feil fällig werden, ebenso wie höhere Gebühren für Musikschule und Kernzeitbetreuung.

Schließlich sollen auch die Investitionen angepasst werden: Die in derselben Sitzung beschlossene Reduzierung der Akzentbeleuchtung in der Ortsmitte ist ein Beispiel, ebenso das Hackschnitzellager, Maßnahmen zu Geschwindigkeitsreduzierung in der Freudentaler Straße und die Realisierung des Bürgerzentrums durch die Immo-GmbH.

Fraktionen äußern Verständnis

Verständnis und Unterstützung dominierten im Gemeinderat fraktionsübergreifend: „Löchgau ist eine Gemeinde mit sehr hoher Lebensqualität – das kostet Geld“, bekannte Thomas Makowiec (SPD). „Von nichts kommt nichts“, so der Stadtrat, man werde „nicht drum rumkommen, die Einnahmen anzupassen“. Das gefalle niemand, aber: Man wolle die Lebensqualität halten und nicht in die Situation von Nachbargemeinden kommen, dass aus finanziellen Gründen Sachen gestrichen werden müssen.

Die anderen Fraktionsvorsitzenden schlossen sich ihm auch in seinem Dank an die Verwaltung für ihre Arbeit an, der Haushalt wurde einstimmig beschlossen.

 
 
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