Nicht nur „Wein und Strand“ waren am vergangenen Samstagabend in der Löchgauer Ortsmitte zu entdecken, sondern auch mitreißende Musik, kulinarische Köstlichkeiten und jede Menge fröhlicher Menschen.
Löchgau „Wir haben hier Klein-Monaco“
In der Löchgauer Ortsmitte fand am Samstagabend die Veranstaltung „Wein und Strand“ statt.
Jan Gosch, mit 27 der jüngste der vier Weingutsbesitzer, die ihre Weine an einem gemeinsamen Stand anboten, hatte das Event im Jahr 2023 kollektiv mit der Gemeindeverwaltung ins Leben gerufen. „Die Weingüter Feeß, Weigel und Scheuler haben wir gleich mit ins Boot geholt, Funk war damals auch noch dabei“, fasste er zusammen. Inzwischen sei die Veranstaltung fest etabliert.
Entspannung auf Holzpaletten
Am Seemann-Brunnen plätscherte das Wasser und bildete den passenden Rahmen für die Palmen und den aufgeschütteten Sand, an dem sich die Kleinsten erfreuten. Überall wurden eifrig Wassereimerchen gefüllt und Sand geschippelt. Auch der fünfjährige Matteo und seine Schwester hatten ihren Spaß am Löchgauer Strand, während der Vater mit Freunden ein Glas kühlen Grauburgunders genoss. In der Nähe, auf Bänken aus Holzpaletten, saßen vergnügte Frauen mit Weingläsern in der Hand und ließen die entspannte Atmosphäre auf sich wirken.
„Geiles Leben“ von Glasperlenspiel ließ derweil DJ Jochen ertönen, der ansonsten Filialleiter einer Bank in Hohenhaslach ist, wie er lachend mitteilte. An diesem Abend sorgte er mit Musik der 70er- und 80er-Jahre, House und Remix für den richtigen Background. Selbst hinter den Lautsprechern wummerte es im Magen. „Wir schauen, dass es Lieder sind, die die Leute kennen, und mischen die Songs je nach Publikum“, erklärte er und wurde dabei von Niklas Eigner unterstützt: „Wenn es dunkel wird, kommt Partyfeeling auf, und es wird noch lockerer.“
Tatsächlich dauerte es nicht lange, und an die hundert begeisterte Besucher tanzten auf der stimmungsvoll beleuchteten Straße Freestyle auf „Jonny O“ mit Phantasy Girl. Die Lautstärke schwoll an, die Stimmung stieg, und dennoch blieb alles harmonisch. „Wir haben hier Klein-Monaco“, schwärmte ein 60-jähriger Löchgauer und wies auf die voll besetzten Festbänke, die von Besuchern umringten Stehtische und auf all die Menschen, die den Platz ums Rathaus belebten. Seitlich vom Rathaus ging es ein wenig ruhiger zu. Die Tische unter den Ahornbäumen wirken gediegener, und die Gäste fanden Gelegenheit, sich bei Getränken und Häppchen angeregt zu unterhalten.
Ciabatta ausverkauft
Bauchbrot, Snack- oder Käseteller und italienischer Brotsalat mit Hähnchenspießen wurden bei „Steffi‘s“ offeriert. „Die belegten Ciabatta waren schon nach zwei Stunden ausverkauft“, berichtete Stefanie Degering. „Überraschenderweise ging es trotz der Hitze gleich um 18 Uhr voll los.“ Offenbar auch mit einem Ansturm auf die erfrischenden Weinschorle, wie am Stand der Weingüter zu erfahren war.
Inzwischen saßen einige Männer an den Tischchen vor dem Café und tranken ihr kühles Weizenbier, daneben wurde an bunten Cocktails genippt, und am Weinstand bildete sich eine kleine Schlange lachender Menschen. Zum ersten Mal boten die Weingüter Gosch und Feeß Sekt aus Flaschengärung an, „der im Degorgier-Verfahren hergestellt wurde“, beschrieb Gosch.
Kein Massenprodukt
Er selbst habe auf diese aufwendige Weise einen Riesling Sekt brut nature produziert, der wohl Schwefel beinhalte, doch ansonsten völlig ohne Zusatzstoffe oder Süßreserve sei. In Zeiten, in denen es der Weinbau derart schwer habe, „muss man sich durch eine eigene Philosophie abheben, eine Nische schaffen, daran festhalten und weiterkämpfen“, so der junge Winzer, der kein Massenprodukt auf den Markt bringen möchte.
Die beiden gut gelaunten Löchgauer Freundinnen Marie-Christine Burk und Begü Görez-Cilingir blieben dennoch zunächst bei Muskattrollinger und Grauburgunder, wie sie schmunzelnd wissen ließen. Sie hatten ihre Kinder dabei und amüsierten sich köstlich: „Es ist zwar schwül heute, aber mit den richtigen Leuten ist es einfach perfekt.“
Vor dem Bistro Casanova brutzelten Würste auf dem Grill, und auch bei den Pommes herrschte große Nachfrage. Corinna Merkel, die mit Gisela Hochbaum im Bistro hinter den weit geöffneten Türen saß, strahlte: „Ich finde es so toll, dass der Strand den ganzen Sommer über bleibt“.
