Löchgau „Wir wollen zeigen, dass es funktioniert“

Von Heidi Falk
Blick in die künftige Küche im Erdgeschoss: Hier werden die Schlitze für die Heizschlangen der Fußbodenheizung gefräst. Fotos: Martin Kalb Foto:  

An Tag acht ist schon viel passiert auf der Löchgauer Baustelle. Ein Rundgang mit der Bauleitung.

Schon von Weitem ist die Fräse zu hören, beim Betreten des Hauses der Familie Felger, sind die Staubwolken zu sehen, die die Fräse verursacht. In Löchgau wird derzeit zum ersten Mal im Landkreis Ludwigsburg ein Haus nach dem Prinzip des Sanierungssprints in 22 Werktagen, entwickelt von Ronald Meyer, modernisiert (die BZ berichtete mehrfach). Bei diesem Besuch der BZ auf der Baustelle an Tag acht, sieht schon vieles anders aus: Die Fassade ist bereits mit den Dämmplatten versehen, bald beginnt das Aufbringen des Außenputz. Auch das Dach ist bereits mit der PU-Aufsparrendämmung isoliert, „das Dach wird diese Woche noch komplett fertig“, kündigt Maximilian Chamaoun an, der als sogenannter Sanierungscoach die Bauleitung hat. Der Bauphysiker und Energieberater aus Bietigheim-Bissingen ist einer der ersten, der von Ronald Meyer ausgebildet wurde, den Sprint durchzuführen.

Doch auch Innen ist die Baustelle kaum wiederzuerkennen. Im Erdgeschoss ist die Lärmquelle zu lokalisieren, hier werden noch die letzten Schlitze in den Bestandsestrich gefräst. Hinein werden im Anschluss die Heizschlangen für die Fußbodenheizung gelegt. Im ersten Stock ist das alles bereits passiert und abgeschlossen.

Vieles ist weit fortgeschritten

Auch die Bäder sind mit allen Sanitärinstallationen ausgestattet, Heizungstechnik und Elektroinstallationen sind in den letzten Zügen, die Wände und Decken sind größtenteils bereits verputzt und verspachtelt. „Der Oberputz wird noch heute fertig“, sagt Chamaoun.

Im Dachgeschoss ist der Kniestock bereits gebaut und die Wände geebnet, es folgt noch der Einbau von zwei großen Aufkeilfenstern. Im letzten Schritt wird noch Vinylboden in das Zimmer gelegt, das entweder Büro oder Schlafzimmer werden soll. „Vieles läuft in diesem Haus schneller als es Standard wäre“, so Chamaoun. Woran das liege? „Am guten Team. Alle arbeiten auf Augenhöhe, helfen sich gegenseitig, wo nötig. Die Kameradschaft ist gut“, ist der Sanierungscoach überzeugt. Er selbst sei jeden Tag auf der Baustelle. „Das hier ist mein erster Sanierungssprint, es ist das Pilotprojekt für den Landkreis Ludwigsburg. Ich will die Baustelle verstehen, deshalb bin ich so gut wie immer da“, sagt er und lacht.

An diesem Dienstag ist jedoch nicht nur er da, um die Baustelle zu verstehen, es sind auf 11 Uhr auch Handwerksbetriebe angemeldet, die sich für den Sanierungssprint potenziell interessieren.

Schneller und mehr Sanieren

Felix Schweikhardt von der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) und Lisa Glinski von der Energieagentur Kreis Ludwigsburg (LEA) haben dazu eingeladen, das Prinzip von Ronald Meyer hautnah auf der laufenden Baustelle kennenzulernen. „Wir sehen den Sanierungssprint als Weg, schneller und mehr zu sanieren“, sagt Schweikhardt. Handwerker von elf Handwerksbetrieben aus dem Kreis sind gekommen. „Die Klarheit und Geschwindigkeit ist für uns interessant“, sagt einer der Handwerker zum Grund seines Interesses am Sanierungssprint.

„Wir wollen zeigen, dass man sich darauf verlassen kann, zeigen, dass es funktioniert“, sagt Schweikhardt von der KEA.

Heidi Falk

 
 
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