Schon wenn man die Löchgauer Industriestraße entlang fährt, fallen die kleinen Wohnwägen, die vor dem Gebäude der Firma Kuckoo Camper stehen, ins Auge. Denn die Minicamper, die Daniel Blum und Peter Schneewolf verkaufen, sind ein Blickfang. Das merkt man auch auf der derzeit laufenden Messe CMT in Stuttgart, wo Bruno, so heißt Modell 1 der Firma, immer umlagert ist. Seit 2021 gibt es die Löchgauer Firma, mittlerweile wurde die 500-Stück-Verkaufsmarke überschritten.
Löchgauer Firma Mit Bruno oder Max in den Urlaub fahren
Die Firma Kuckoo Camper verkaufte 500 Kleinwohnwagen seit 2021. Auf der CMT ist der Stand immer belagert.
Schneewolfs Partner Daniel Blum hatte die Idee, sich selbst so einen Minicamper-Anhänger zu bauen, der klein, wendig, leicht und einfach durch nur eine Person zu handhaben ist, keinen Zusatzführerschein benötigt und auf nur zwei Rädern fährt, im Gegensatz auch zu kleinen Wohnmobilen oder Wohnwagen. Und der auch billiger ist. Schneewolf, mit dem Blum in Löchgau die Werbeagentur Aida betreibt, musste nicht lange überredet werden, um mitzumachen. „Den fertigen Wagen posteten wir auf Instagram und die Reaktionen waren enorm. Wir wollen auch einen, hieß es da“, so Schneewolf.
Gesagt getan, Kuckoo wurde von den beiden und Markus Gärtner gegründet. Gärtner ist leider im vergangenen Jahr verstorben. „Der Name ist eine Verbindung der Worte Kuckuck, was für uns für Vogelfreiheit steht und Kokon steht für Gemütlichkeit, Sicherheit“, so Schneewolf. Dann ging Bruno in Produktion. „Wir wollten die Wagen personalisieren, Bruno heißt nach Daniels Hund“, so Schneewolf.
Der Camper, der als Anhänger von jedem Autos gezogen werden kann, wird von der Schreinerei Wildermuth in Markgröningen gefertigt, auf Bestellung. Denn: Die Fahrzeuge können individuell konfiguriert werden. Die Grundausstattung ist immer gleich: Es gibt ein Polsterbett mit den Maßen 1,40 auf zwei Meter, Schränke und eine ausziehbare Küche. Bruno ist komplett aus Holz und 4,20 Meter lang, zwei Meter hoch und zwei Meter breit. Er wiegt an die 640 Kilo. Die zusätzliche Ausstattung wie Dachträger, Fahrradständer, Markise, Farbe – „wir spritzen ihn auch pink, wenn gewünscht“ – und das Motiv, das aufgesprüht wird, können ausgesucht werden. Jeder Käufer muss nach Löchgau kommen. „Uns ist auch die Regionalität und Nachhaltigkeit sehr wichtig, wir wollen in unserer Denkweise und im Umgang nachhaltig sein“, so Schneewolf. Deswegen wird in der Region gefertigt, die Materialien kommen aus Deutschland, die Prototypen werden in Löchgau von zehn Mitarbeitern gebaut.
Max ist die Wintervariante von Bruno
Als Bruno in ganz Europa verkauft wurde – 2025 waren es 150 Stück – , fingen Schneewolf und Blum an, über ein weiteres Modell nachzudenken und seit 2024 gibt es Max. Der Name ist der Spitzname des verstorbenen Partners Markus Gärtner. „Max ist die Wintervariante von Bruno.“ Das Fahrzeug ist in GFK-Sandwichbauweise gefertigt und wird mit Glasfaser und Schaum isoliert und ist so leicht, dass es von einem E-Auto gezogen werden kann. Max ist 140 Kilo leichter als Bruno, aber genauso groß. Der Camper ist eine gemeinsame Entwicklung mit der Firma Travelboxx in Bamberg, deswegen wird dieses Modell dort hergestellt.
Emma existiert schon als Prototyp
Max und Bruno gibt es auch als Selbstausbauvariante, dann kostet Max um die 17.000 Euro, Bruno 19.900 Euro. Ausgebaut kosten beide Modelle zwischen 23.000 und 24.000 Euro. „Billiger als jeder Camper oder Wohnwagen“, so Schneewolf. Aber das reicht Kuckoo noch nicht. „Unser Ziel ist es, den Anhänger so günstig wie möglich zu machen, ohne dass wir auf Materialien aus China oder Osteuropa zurückgreifen müssen.“ Junge Leute sollen sich das Gefährt auch leisten können. Denn noch liegt laut Schneewolf der Altersdurchschnitt der Käufer bei über 50 Jahren. Derzeit entwickeln Blum und Schneewolf das Modell Emma, die nicht teurer im Verkauf als 14.000 Euro sein und noch leichter und kleiner werden soll. Den Prototyp gibt es schon, er kann im Erwin-Hymer-Museum in Bad Waldsee bestaunt werden. „Wir benötigen noch Verbesserungen, dann kann Emma in die Produktion gehen.
Für ihre Innovationen ist die Firma schon für jedes Modell zweimal mit dem Designpreis „Fokus Open“ des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet worden, zuletzt 2025. Auf der CMT zeigen die beiden auch das Sondermodell Bierwagen mit Zapfanlage. Sie haben auch schon maßgeschneiderte Camper wie einen Pizzawagen oder Messewagen für andere Firmen gebaut.
