Lokales Talent Löchgauer mit Gardemaß auf dem Weg zum Profi

Von Claus Pfitzer
Der Löchgauer Luca Lechner (rechts) duellierte sich schon mit unter anderem Luca Raimund vom VfB Stuttgart, der inzwischen in der Bundesliga aktiv war. Foto: /Hansjürgen Britsch

Luca Lechner wird mit der U19 des Drittligisten FC 04 Ingolstadt Vizemeister in der Südstaffel der Bundesliga und spielt künftig in der U21 in der Bayernliga.

Hinter den Überfliegern der TSG 1899 Hoffenheim, die mit dem im Oberstenfelder Ortsteil Gronau wohnhaften Tiago Esteban Poller das nationale Double aus Meisterschaft und Pokalsieg gefeiert haben, belegte der FC 05 Ingolstadt in der Süd-/Südwest-Staffel der U19-Bundesliga Platz zwei. Mit zehn Punkten Vorsprung auf den drittplatzierten VfB Stuttgart und weit vor Mannschaften wie dem FC Bayern München, Eintracht Frankfurt oder dem Vorjahres-Staffelsieger 1. FSV Mainz 05. Eine feste Größe bei den Ingolstädtern war Luca Lechner aus Löchgau – und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn der in Ludwigsburg geborene 19-jährige Defensivspieler misst 1,95 Meter.

Verletzungsbedingte Pause

In der abgelaufenen Saison stand er in 20 von Partien über 90 Minuten auf dem Platz. In der Partie beim FC Bayern musste er mit einer Roten Karte vorzeitig vom Platz und fehlte daraufhin gesperrt. Drei Treffer hat der kopfball- und zweikampfstarke Linksfuß erzielt. Beim 2:1-Sieg der Oberbayern Anfang April beim s Spitzenreiter Hoffenheim unterlief ihm ein Eigentor. Lechner nennt den „sehr guten Teamgeist“ als ein Erfolgsrezept und sagt: „Wir haben uns fußballerisch gut weiterentwickelt, mutig gespielt und haben uns belohnt.“

In der Saison 2022/23, seiner ersten bei der U19, schaffte Ingolstadt am letzten Spieltag den Klassenerhalt. Zum finalen 4:1-Sieg beim FC Astoria Walldorf steuerte Lechner den 1:0-Führungstreffer bei. Verletzungsbedingt kam er in der damaligen Runde nur auf zehn Einsätze.

In den zwei Jahren bei der U19 war Sabrina Wittmann seine Trainerin, die im Mai 2024 interimsweise das Drittligateam von Michael Köllner, von dem sich der aufstiegsambitionierte FCI getrennt hatte, übernahm. Dieser Tage wurde die 32-Jährige nun offiziell zur Cheftrainerin für die anstehende Saison befördert.

„Wir haben mit ihr eine erfolgreiche Saison gespielt. Es gibt da fußballerisch oder von der Akzeptanz her überhaupt keine Unterschiede zu einem Trainer,“ sagt Lechner über die erste Trainerin in Deutschland, die im Profifußball eine Männermannschaft anleitet.

In der abgelaufenen Saison nahm der junge Löchgauer unter Ex-Coach Köllner mehrfach tageweise und einmal drei Wochen am Stück am Training der Drittligamannschaft teil. Zur kommenden Saison rückt der Löchgauer nun in die U21 des FCI auf, die in der Bayernliga Süd spielt. Im Nachwuchsteam des ehemaligen Bundesligisten erfolgt ein radikaler Umbruch, rund ein Dutzend Spieler kommen von der U19 hoch. Die Türe nach oben ins Drittliga-Aufgebot steht den Top-Talenten offen, ein Vorteil könnte sein, dass Profi-Trainerin Wittmann ihre ehemaligen Schützlinge bereits bestens kennt und einschätzen kann.

Ziel klar gesteckt

Das „klare Ziel“ von Lechner jedenfalls ist: „Ich will Profi werden.“ Den Wechsel ins Ingolstädter Nachwuchsleistungszentrum im zweiten Jahr als U17-Spieler hat Lechner nicht bereut: „Im Verein ist es sehr familiär, es ist ein gutes Miteinander. Man kennt sich untereinander und respektiert sich“, erzählt der 19-Jährige, dessen Vater Andreas Lechner derzeit den Bezirksligisten TASV Hessigheim trainiert, der davor auch Coach beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen war und der selbst in der Oberliga gespielt hat.

Mit dem Kicken angefangen hat Luca Lechner als Fünfjähriger beim FV Löchgau, zu dem er nach einem Abstecher zu den Stuttgarter Kickers, für die auch sein Vater einst gespielt hat, für fünf Jahre zurückgekehrt ist. Der Zeit beim FVL folgte eine Saison bei den B-Junioren des FSV 08 Bietigheim-Bissingen und dann schlussendlich der Wechsel nach Ingolstadt. Entdeckt hatten ihn die Scouts der Oberbayern bei einem Sichtungslehrgang des Württembergischen Fußballverbands in der Sportschule Nellingen-Ruit.

Anfrage aus Heidenheim

Auch der 1. FC Heidenheim hatte angefragt, aber die Familie hatte sich schon für Ingolstadt entschieden. Nach dem Fachabitur im vergangenen Jahr beginnt Luca Lechner im Herbst ein Fernstudium der Sportwissenschaften. Bestens betreut sieht sich der Defensivspieler von der Berateragentur Fair-Sport aus Aspach. „Sie kümmern sich sehr, halten engen Kontakt und schauen vorbei“, berichtet Vater Andreas Lechner. 

 
 
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