Lokalsport Glimpfliches Saisonende für TSV Bönnigheim und SG BBM 2

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Jonas May (links), hier im Derby gegen den TV Mundelsheim am Ball, wird mit dem TSV Bönnigheim auch in der neuen Saison in der Landesliga antreten. ⇥ Foto: MARTIN KALB

Bietigheims Zweitliga-Reserve erhält einen Platz in der neuen Verbandsliga. Das abstiegsbedrohte Bönnigheimer Männerteam bleibt in der Landesliga.

Der endgültige Saisonabbruch im Handball und die Wertung am grünen Tisch nach der Quotientenregelung (siehe Bericht rechts) gilt auch für den Amateurbereich. Der Handballverband Württemberg hat Mitte der Woche nach dem Vorbild der Bundesliga die Abschlusstabellen von der vierten Spielklasse abwärts veröffentlicht. Dass die Spielzeit 2019/20 nicht mehr auf dem Feld fortgesetzt wird, der Status quo zählt und es keine Absteiger gibt, kommt vielen Vereinen zupass. „Alle Mannschaften, die am Saisonende sportlich eigentlich abgestiegen wären, haben jetzt Glück. Es gibt bei dieser Regelung fast nur Gewinner“, sagt Thomas Dieterich, Verbandsmanager beim Württembergischen Handball-Verband (HVW), im Gespräch mit der BZ.

Zu den Profiteuren des Saison­abbruchs zählen auch die Männer des TSV Bönnigheim in der Landesliga. Das Team des scheidenden Trainers Sven Kaiser belegte bis zur Aussetzung des Spielbetriebs am 12. März den elften und damit viertletzten Tabellenplatz. Der Absturz in die Bezirksliga drohte. Wie der TSV sind nun auch die anderen Kellerkinder Neckarsulmer SU 2, TV Bittenfeld 3 und SV Remshalden 2 gerettet. „Wir sind noch einmal gut davongekommen“, bilanziert der TSV-Vorsitzende Dittmar Zäh.

Einbruch nach starkem Start

Dabei hatten die Bönnigheimer eigentlich stark angefangen und nach fünf Spieltagen die Tabelle angeführt. Da sah es sogar so aus, als ob sie um einen der vorderen Ränge mitmischen könnten. Diese hätten einen Platz in der neuen zweigleisigen Verbandsliga garantiert, die ab der neuen Saison zwischen der Württembergliga und den vier Landesligen angesiedelt ist. Der Landesliga-Meister TV Flein spielt künftig in der Verbandsliga, ebenso die dahinter platzierten TV Oeffingen, SV Kornwestheim 2 und TSF Ditzingen. Die genaue Zusammensetzung ergibt sich allerdings erst mit dem Meldeschluss am 15. Mai.

Dass der TSV Bönnigheim nach dem Top-Saisonstart in ein Loch fiel und in Abstiegsnot geriet, führt Abteilungsleiter Christof Weis vor allem auf die langfristigen Ausfälle der vier Leistungsträger Jonas May, Kai Strapko, Linus Böer und Constantin Schuster zurück. „Wir hatten sowieso keinen so breiten Kader. Diese Ausfälle hat die Mannschaft nur schwer verkraftet“, analysiert Weis.

Als Konsequenz daraus verstärkt der Verein zur neuen Saison sein Aufgebot. Mit den Rückraumspielern Lennard Prax (HSG Lauffen-Neipperg) und Erik Biedermann (SG BBM Bietigheim), Rechtsaußen Finn Graykowski und Kreisläufer Andreas Horst (beide HSG Marbach-Rielingshausen) stehen bereits vier Neuzugänge fest. Neuer Coach wird Michael Zimmermann, der vom HB Ludwigsburg kommt. „Wir streben einen Platz in der vorderen Tabellenhälfte an“, sagt Weis.

Das gleiche Ziel formuliert der Abteilungschef für die erste Frauenmannschaft. Diese hat die Runde in der Baden-Württemberg-Oberliga nun auf Rang neun und damit im Tabellenmittelfeld abgeschlossen. Da sie weder in den Auf- noch in den Abstiegskampf verwickelt waren, hatte der Saisonabbruch und das Einfrieren der Tabelle für die Bönnigheimerinnen keine größere Relevanz. Dasselbe gilt für die SG BBM Bietigheim 2, die Sechster wurde. Beide Mannschaften werden auch 2020/21 in der vierthöchsten Spielklasse auf Torejagd gehen. Auch der HB Ludwigsburg kann wider Erwarten mit einer weiteren Oberliga-Runde planen: Der Klub aus der Barockstadt gewann nur eine seiner 21 Partien und bleibt jetzt als Vorletzter ebenso in der Liga wie das punktlose Schlusslicht TV Nellingen 2.

In der Saison 2018/19 waren die Bönnigheimerinnen nach einem großen Umbruch nur knapp dem Abstieg entronnen. „Die Mannschaft ist mittlerweile zusammengewachsen und auf einem guten Weg“, konstatiert Weis, der sich mit dem Abschneiden der Frauenteams in der nun abgebrochenen Runde zufrieden zeigt. Zumal die zweite Garnitur des TSV in der Bezirksliga hinter dem HB Ludwigsburg 2 Vizemeister wurde und nun möglicherweise sogar in die Landesliga aufsteigt. Wie die Männer erhält auch das Oberliga-Team von Trainer Stefan Martin zur neuen Saison Verstärkung: Torhüterin Kathrin Gerullis kommt vom TSV Nordheim, Kreisläuferin Lena Halupka aus Neckarsulm.

In der Württembergliga Nord ist der Vorletzte SG BBM Bietigheim 2 noch mal mit einem blauen Auge davongekommen. Die „Young Ducks“ genannte Zweitliga-Reserve lieferte sich zuletzt mit der HSG Böblingen/Sindelfingen ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den vorletzten Platz. Das Schlusslicht wäre den Statuten entsprechend in die Landesliga durchgereicht worden, wenn die Saison zu Ende gespielt worden wäre. Im schlimmsten Fall hätte es gar beide Teams erwischt. So erhalten nun sowohl Bietigheim 2, als auch Böblingen/Sindelfingen einen Platz in der neuen Verbandsliga. Um sich für die eingleisige Württembergliga zu qualifizieren, hätte die SG BBM 2 in der oberen Tabellenhälfte landen müssen. „Wir haben unser Minimalziel erreicht. Ein Verbleib in der Württembergliga war mit dem Kader nicht möglich. Da hat die Substanz gefehlt“, sagt Teammanager, Torwart-Trainer und Co-Trainer Sven Schaller.

SG BBM 2 nur noch sechstklassig

Durch die Einführung der Verbandsliga ist die zweite Bietigheimer Garde künftig also nur noch sechstklassig. Eine Situation, mit der Schaller gar nicht zufrieden ist. „Unser Anspruch als SG muss es sein, den gut ausgebildeten eigenen Spielern eine Perspektive zu bieten. Wir brauchen einen Unterbau, der eines Bundesligisten angemessen ist“, sagt der Teammanager. „Die fünfte Liga muss kurzfristig unser Ziel sein, mittelfristig sollte es Richtung vierte Liga gehen.“ Auf den neuen Trainer Christian Heuberger warten also große Aufgaben.

 
 
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