Lokalsport In Montenegro Silber für drei SG-Talente

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Handball-EM U17 Montenegro Deutschland wird Vize-Europameister mit Magdalena Probst, die Kapitänin des deutschen Teams, mit dem Silberpokal vor der Mannschaft. Als 3. v. li. Ist Matilda Ehlert zu sehen, als 7. v. li. Gianina Bianco. Foto: EHF

Deutschlands Handballnachwuchs wird nach Ungarn überraschend EM-Zweiter. Als Kapitänin durfte Magdalena Probst ihren Mitspielerinnen die Silbermedaillen umhängen und den Pokal in die Höhe strecken.

Drei SG-Talente im Silberglück: Magdalena Probst, Matilda Ehlert und Gianina Bianco feierten mit der deutschen Mannschaft bei der U17-Europameisterschaft der Handballerinnen in Montenegro überraschend den zweiten Platz hinter Ungarn.

Im Halbfinale hatte die DHB-Auswahl Russland nach Verlängerung 34:32 besiegt. Als klarer Favorit galt im Endspiel Ungarn, das zuvor alle Begegnungen souverän gewonnen hatte und sich auch von einem deutschen Schnellstart – 4:0 nach sechs Minuten – nicht beirren ließ. Nach Matilda Ehlerts Treffer zum 8:5 übernahmen die Ungarinnen das Kommando, lagen zur Pause 12:10 vorn und bauten ihre Führung in der zweiten Halbzeit zum 25:19-Endstand aus.

„Das war ein Riesenerlebnis und ein toller Erfolg, den sich die Mannschaft echt verdient hat“, so das EM-Fazit von Magdalena Probst. „Natürlich wäre der EM-Titel noch besser gewesen, aber die Ungarinnen waren extrem stark.“ Die Trauer über die 19:25-Finalniederlage war schnell vorbei. Als Kapitänin durfte Magdalena Probst ihren Mitspielerinnen die Silbermedaillen umhängen und den Pokal für den zweiten Platz vor dem Team in die Höhe strecken. „Diese tollen Momente können wir noch gar nicht so richtig fassen und es wird sicher einige Zeit dauern, bis wir die Tage in Podgorica verarbeitet haben.“, bekannte die 17-jährige Linksaußen, die auf dem Ellental-Gymnasium ab dem neuen Schuljahr die 12. Klasse besucht.

Rechtsaußen Gianina Bianco schwebt nach einem unglaublichen Jahr geradezu auf Wolke sieben. „Corona hat viel verändert und Probleme gebracht, für uns war das aber sportlich eine mega gute Zeit. Die Ehre zu Lehrgängen der Nationalmannschaft eingeladen zu werden, die Bundesligaeinsätze bei der SG, das Erreichen des Final 4 der deutschen A-Jugendmeisterschaft und jetzt die EM mit der Silbermedaille als Krönung. Unglaublich, was alles passiert ist!“

Als Team zusammengewachsen

Für die aus Vaihingen kommende 16-jährige Linkshänderin ist das Team der Star. „Unser erstes Ziel war das Erreichen der Hauptrunde. Danach wollten wir jedes Spiel gewinnen, egal wer der Gegner und Favorit war. Es ist sagenhaft, wie wir bei der EM als Team zusammengewachsen sind und Erfolge feierten.“

Bei den ersten EM-Spielen saß auch Brian Ankersen, der das Trio seit einem Jahr in Bietigheim trainiert, auf der Tribüne. „Die haben das toll gemacht“, lobte der Däne nach seiner Rückkehr. Am Höhenflug des SG-Nachwuchses hat er großen Anteil: „Brian hat uns in jedem Bereich enorm weitergebracht. Wir haben extrem viel bei ihm gelernt“, erklärt Matilda Ehlert. „Ohne ihn wären wir vielleicht gar nicht für die EM nominiert worden.“ An der erfolgreichen Zusammenarbeit soll sich nichts ändern. „Wir spielen zwar weiterhin in der A-Jugend und hoffen auch auf Bundesligaeinsätze, der Fokus liegt aber auf der 2. Frauenmannschaft, die in der 3. Liga spielt und auch von Brian trainiert wird.“

Mit 21 EM-Toren war die aus Großbottwar stammende 16-jährige Gymnasiastin die treffsicherte SG-Spielerin in Montenegro. Auch beim überraschenden 34:32-Halbfinalsieg nach Verlängerung gegen Russland steuerte die Rückraumspielerin zwei Treffer bei. Deutschland lag gegen den hohen Favoriten schon mit fünf Toren zurück. „Aufgeben war für uns keine Option. Wir haben auch schon im Vorbereitungsspiel gegen Frankreich fünf Treffer aufgeholt und wussten, dass wir das können“, blickt Ehlert zurück. „Wir wollten unbedingt ins Finale und eine Medaille. Dafür haben wir alles gegeben und sind mit Silber belohnt worden.“

Weltmeisterschaft im Blick

Das nächste Großereignis haben die drei SG-Talente bereits im Blick. Im kommenden Jahr steigt, voraussichtlich in Georgien, die Weltmeisterschaft. Dann sind die gleichen Jahrgänge spielberechtigt. Auf der Landkarte haben Magdalena Probst, Gianina Bianco und Matilda Ehlert das Ziel schon ausgemacht. Jetzt wollen sie auch dort um die Medaillen spielen.

 
 
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