Lokalsport Knaller gegen früheren Serienmeister

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Karolina Kudlacz-Gloc hat ihre Wadenverletzung auskuriert und steht vor einem Comeback. Am Samstag gegen Bad Wildungen kam sie noch nicht zum Einsatz, obwohl ihr Name bereits wieder in der Bietigheimer Aufstellung auftauchte. ⇥ Foto: imago images/Marco Wolf

Die SG BBM erwartet am zweiten Bundesliga-Spieltag das neu formierte Team des Thüringer HC. Trainer Markus Gaugisch kündigt ein „Topduell“ an – und baut auf die Unterstützung der Fans.

Die Handballerinnen der SG BBM Bietigheim sind zu Saisonbeginn Dauergast in der Ludwigsburger MHP-Arena. Gleich dreimal treten sie innerhalb von neun Tagen in der schmucken Halle an der Schwieberdinger Straße an. Nach dem Bundesliga-Auftaktduell gegen Bad Wildungen (35:25) erwarten die Enztälerinnen an diesem Mittwoch (19.30 Uhr) den Thüringer HC. Am Sonntag (14 Uhr) gibt dann zum Start der Champions-League-Gruppenphase das Team Esbjerg aus Dänemark seine Visitenkarte in der Barockstadt ab. Und wenn man die Zweitliga-Männer der SG BBM noch hinzuzählt, finden innerhalb der kurzen Zeitspanne sogar gleich vier Partien mit Bietigheimer Beteiligung in der MHP-Arena statt. Jene spielen am Freitag (15 Uhr) beim BGV-Cup gegen Konstanz um Platz fünf.

„Das wird ein Topduell. Da brauchen wir hier wieder eine ausverkaufte Halle mit 500 Zuschauern und viel Lärm, damit wir gemeinsam den THC bezwingen können“, sagt Frauen-Trainer Markus Gaugisch mit Blick auf den Härtetest gegen den siebenfachen Deutschen Meister.

Sowohl die SG-Frauen als auch die Thüringerinnen sind mit stark veränderten Mannschaften in die Spielzeit 2020/21 gegangen. Doch während bei den Gastgeberinnen „nur“ die halbe Mannschaft ausgetauscht wurde, ist beim THC ein fast komplett neues Ensemble am Werk: Sieben Spielerinnen haben den Verein verlassen, zehn neue wechselten nach Erfurt respektive Bad Langensalza. Bei den Abgängen fallen vor allem die deutschen Nationalspielerinnen Ann-Cathrin Giegerich, Alicia Stolle und Emily Bölk ins Gewicht. Die bisherigen Aushängeschilder wechselten geschlossen nach Ungarn: Die einstige SG-Torhüterin „Anca“ Giegerich heuerte beim Debreceni VSC an; das Rückraum-Duo Stolle und Bölk unterschrieb lukrative Verträge bei Ferencvaros Budapest, einem der Bietigheimer Gruppengegner in Europas Königsklasse.

Müller trainiert THC seit 2010

Eine Konstante ist aber geblieben: Trainer Herbert Müller. Der 58-jährige Dauerbrenner hat bereits seit 2010 bei den Thüringerinnen das Sagen. In seinem Kader stehen gleich fünf Akteurinnen aus Österreich, wo Müller seit 2004 als Zweitjob das Amt des Nationalcoachs innehat.

Zum Erstliga-Auftakt wurde der THC am Samstag wie Bietigheim seiner Favoritenrolle gerecht und gewann beim Abstiegskandidaten Kurpfalz Bären locker mit 30:22 (15:9). Allein 17 Tore gingen dabei auf das Konto des neuen internationalen Quartetts Emma Ekenman Fernis (6/4), Kerstin Kündig (4), Marketa Jerabkova (4) und Asli Iskit (3).

„Der THC hat eine neue Mannschaft, gespickt mit individuell starken Spielerinnen“, sagt Gaugisch. Abgesehen vom Auftritt in Ketsch hat er sich auch die Testspiele der Thüringerinnen auf Video angeschaut und analysiert. Sein Fazit: „Das ist wie bei uns. Da gibt es Licht und Schatten – wie das bei einem neu zusammengewürfelten Team eben so ist.“

Zwei Comebacks stehen bevor

Bei der SG BBM stehen zwei Handballerinnen, die am Samstag noch pausiert haben, vor einem Comeback: Karolina Kudlacz- Gloc hat ihren Faserriss in der Wade auskuriert und bereits einige Trainingseinheiten erfolgreich absolviert. Die Dänin Trine Østergaard Jensen, die nach einem Schuhwechsel noch Eingewöhnungsprobleme hatte, ließ Gaugisch gegen Bad Wildungen ebenfalls 60 Minuten auf der Bank. „Eine reine Vorsichtsmaßnahme“, wie der Coach erläutert.

Info Eintrittskarten sind aufgrund des Personalisierungsprozesses ausschließlich online oder auf der Geschäftsstelle erhältlich. Eine Abendkasse vor Ort gibt es nicht. Das Tragen einer Mund-Nasenbedeckung ist beim Zutritt verpflichtend. Alle Infos zu den Hygienevorschriften und Abläufen rund um den Spieltag stehen auf der Webseite der SG BBM.

www.sgbbm.de/bl-frauen.html

 
 
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