Lokalsport Riesen-Bescherung kurz vor Weihnachten

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Jaleen Smith trumpfte gegen Bayreuth groß auf. Der Riesen-Guard traf fünf seiner sechs Dreierwürfe und sammelte 22 Punkte – genauso viele wie sein Mitstreiter Marco Knight. ⇥ Foto: Helmut Pangerl

Das Patrick-Team holt mit dem 89:84 gegen Medi Bayreuth den zehnten Sieg im zwölften Saisonspiel. Smith und Knight springen für Carrington ein.

Die MHP Riesen Ludwigsburg haben die Bescherung vorweggenommen: Drei Tage vor Heiligabend beschenkte der Basketball-Bundesligist aus der Barockstadt seine Fans mit einem 89:84- Heimsieg gegen Medi Bayreuth. 4040 Zuschauer in der ausverkauften MHP-Arena verfolgten den zehnten Ludwigsburger Erfolg im zwölften Saisonspiel. Damit steigerten die Riesen ihre Bilanz auf 20:4 Punkte und zementierten ihren Ruf als Hauptverfolger von Bayern München. Der Krösus von der Isar thront nach wie vor verlustpunktfrei mit 24:0 Zählern an der Tabellenspitze.

„Der Sieg ist ein Weihnachtsgeschenk von uns an die Fans“, sagte Marcos Knight, einer der Ludwigsburger Aktivposten, später im Vip-Raum beim traditionellen Spieler-Talk. Bereits am Freitag (20.30 Uhr), unmittelbar nach den Feiertagen, sind er und seine Mitstreiter beim aktuellen Vierten Brose Bamberg zum Verfolgerduell zu Gast.

Gästetrainer Korner hadert

Ludwigsburg und Bayreuth lieferten sich am Samstagabend ein hart umkämpftes Duell mit einer kuriosen Anekdote, die Riesen- Topscorer Khadeen Carrington betraf. Der 24-jährige Spielmacher ging erstmals in dieser BBL- Runde völlig leer aus und erwies sich als Totalausfall (siehe Infokasten). Für ihn sprangen vor allem zwei andere Guards in die Bresche: Knight und Jaleen Smith sprühten vor Spielfreude und verbuchten jeweils 22 Punkte – sehr zum Missfallen von Raoul Korner. „Jetzt halten wir deren Topscorer auf null Punkten, dann kommt Smith um die Ecke und knallt uns 22 Punkte rein. Das zeigt, was hier für enormes Potenzial in der Mannschaft steckt“, stellte der Medi-Coach nach der Partie zerknirscht fest.

Obendrein war der angesprochene Smith in den 40 Spielminuten auch der erfolgreichste Distanzschütze. Der 25-jährige US- Amerikaner mit den Rastazöpfen versenkte fünf seiner sechs Dreierwürfe im Korb und damit einen mehr als Teamkollege Nick Weiler-Babb. Der fleißigste Punktesammler trug allerdings kein gelbes Trikot, sondern ein schwarzes: Andreas Seiferth steuerte 27 Zähler für die Oberfranken bei und avancierte so zum Topscorer des Abends. Gegen den 2,09 Meter großen Center fanden die Riesen partout kein Mittel. Das galt speziell fürs erste Viertel, in dem Seiferth zehn Punkte markierte. Ludwigsburg agierte in der Verteidigung allzu sorglos und kassierte mit einem 24:30-Rückstand die Quittung dafür.

Ludwigsburger Dreierfestival

Im zweiten Durchgang steigerten sich die Riesen in der Defensive und ließen – neben sieben Freiwurf-Punkten – nur noch zehn Zähler aus dem Spiel heraus zu. Nun fielen auch die Dreier wie Laubblätter in einem Herbststurm. Bis zur 15. Minute verwandelten die Hausherren gar fünf Distanzwürfe hintereinander. Dreimal lag Ludwigsburg bereits mit sieben Zählern vorne. Mit einer 50:47-Führung ging das Team um Kapitän Konstantin Konga letztlich in die zweite Hälfte.

Dort hatten die Riesen stets die Nase vorn. Nachdem sie bis zur 35. Minute mit einem 12:0-Lauf auf 80:67 enteilt waren, schien die Begegnung entschieden. Doch Bayreuth konterte seinerseits mit zwölf Zählern am Stück und verkürzte wieder auf 79:80 (37.). Die Arena kochte, und angefeuert vom Publikum behielten Ludwigsburgs Korbjäger in der heißen Phase einen kühlen Kopf. Als Medi-Profi Nate Linhart beim Stand von 87:84 neun Sekunden vor der Schlusssirene die Nerven verlor und einen üblen Fehlpass produzierte, hatte das Zittern der Riesen-Fans ein Ende. Zumal der gefoulte Smith seine zwei Freiwürfe sicher zum 89:84-Endstand verwandelte. „Es ist super, wenn man einen Weg zu gewinnen findet, obwohl der Topscorer null Punkte macht“, stellte Trainer Patrick anerkennend fest und hob die wenigen Ballverluste seiner Schützlinge hervor: „Ein Schlüssel war, dass wir in so einem intensiven Spiel wieder unter acht Turnovers geblieben sind.“

 
 
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