Ludwigsburg Bietigheim verliert in der Königsklasse

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Bietigheims Xenia Smits musste sich nicht nur gegen Aniko Kovacsics durchsetzen, sondern gegen die gesamte Abwehr der Ungarinnen. Das gelang der Nationalspielerin der SG im zweiten Durchgang richtig gut. Auf sechs Tore kam Smits am Ende der 60 Minuten.⇥ Foto: Marco Wolf

Tolle Moral bewies die SG BBM Bietigheim am Sonntagnachmittag in der heimischen MHP-Arena. Zum Sieg gegen Ferncváros Budapest reichte es dennoch nicht.

Tolle Moral bewies die SG BBM Bietigheim am Sonntagnachmittag in der heimischen MHP-Arena. Bei der 25:29-Niederlage gegen Ferencvaros Budapest in der Champions League wurde die Aufholjagd der Bietigheimerinnen in der zweiten Hälfte nicht belohnt. Im ersten Durchgang war die SG allerdings gegen das Starensemble aus Ungarn noch mächtig unter die Räder gekommen.

Mit ordentlich Wut im Bauch starteten die Gäste aus Budapest nach der komplett unerwarteten Elf-Tore-Niederlage im Hinspiel vor einer Woche gegen das Schlusslicht aus Bietigheim in die Partie. Von der Angriffswucht der SG, die in der ersten Partie die Ungarn noch förmlich überrollt hatte, war rein gar nichts mehr zu sehen. Sensationell magere zwei Treffer erzielte die Spielgemeinschaft in den ersten 19 Minuten der Begegnung.

Im gleichen Zeitraum hagelte es dagegen zehn Gegentore. Vor allem aus dem Rückraum war Ferencvaros mit Schlagwürfen erfolgreich. Es wirkte in vielen Szenen, als hätte nicht etwa Bietigheim das Hinspiel klar dominiert, sondern die Gäste. Denn die Sieben von Trainer Markus Gaugisch versteckte sich wie das Kaninchen vor der Schlange, blieb in der Defensive auf sechs Metern kleben und ermöglichte den Ungarinnen einfache Tore. Vor allem die ungarische Internationale Katrin Gitta Klujber im Rückraum bekam die SG nicht in den Griff. Sechs Tore erzielte die 21-Jährige alleine in den ersten 30 Minuten. Während sich die deutschen Nationalspielerinnen Emily Bölk, Julia Behnke und Alicia Stolle dagegen merklich zurückhielten, glänzte auch Ex-Bietigheimerin Antje Angela Malestein auf Rechtsaußen mit drei Buden.

Im Angriff ließen die Gastgeberinnen dagegen zahlreiche Gelegenheiten leichtfertig liegen. Es wirkte fast, als würde das abgebrühte Starensemble aus Ungarn im Mittelblock freiwillig Lücken für die SG-Rückraumschützinnen aufmachen – doch entweder verweigerten diese frei durch den Torwurf oder scheiterten an der Latte oder der starken FTC-Torfrau Blanka Biró. Mit 6:15 und einem Neun-Tore-Rückstand ging die Gaugisch-Sieben in die Kabine.

Betont früh waren die SG-Frauen zurück auf der Platte. Offenbar hatte Coach Gaugisch nicht viel sagen müssen, seine Spielerinnen wussten, was sie in den ersten 30 Minuten komplett hatten vermissen lassen: den nötigen Biss. Doch genau den sollte das Heimteam nach dem Wechsel vom ersten Augenblick an demonstrieren. Die SG stellte auf eine offensivere 5:1-Deckung um und unterband so den Spielfluss der Ungarinnen. Fünf Minuten lang vernagelte Emily Stang Sando ihr Tor komplett, vereitelte dabei gleich fünf dicke Gelegenheiten der Gäste. Dies ermöglichte ihrem Team innerhalb weniger Minuten den Rückstand auf sechs Tore zu verkürzen. Luisa Schulze vom Kreis, Julia Maidhof mit einem tollen Kracher aus dem Rückraum und Trine Ostergaard auf Rechtsaußen waren erfolgreich. In der 35. Minute brach erst FTC-Linksaußen Nadine Schatzl mit zwei tollen Hebern innerhalb weniger Sekunden den Bann und stellte das Ergebnis auf 9:17. Doch davon ließen sich die jetzt deutlich galliger wirkenden Gastgeberinnen nicht irritieren. Nach zwei Toren in Folge von Ostergaard nahm Gästetrainer Gabor Elek die Auszeit.

Lauenroth lange glücklos

Doch auch danach spielte nur noch die SG. Xenia Smits verkürzte mit einem Geschoss aus dem Rückraum zunächst auf 12:17, dann brachten Maidhof per Strafwurf und Antje Lauenroth mit ihrem ersten Treffer der Partie die Gaugisch-Sieben in Überzahl in der 42. Minute auf vier Tore heran. Bietigheim war wieder im Spiel, doch dann nutzen die Gäste eine Zeitstrafe gegen Smits zu zwei schnellen Toren. Damit war die Partie im Grunde gelaufen, denn in der Folge retteten die Ungarinnen ihren Vorsprung über die Zeit.

„Es ist kein Problem, wenn man Fehler macht“, sagte Markus Gaugisch nach der Partie. „Aber der Mut muss da sein“, sprach der Coach nach dem Spiel die lange fehlende Aggressivität seiner Spielerinnen an.

 
 
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