Ludwigsburg Demonstration für Lucie bleibt überschaubar

Von itz
Transparente oder Banner wie hier waren die Ausnahme bei der Kundgebung auf dem Rathaushof. Foto: /Oliver Bürkle

Rund 50 Bürgerinnen und Bürger haben sich an einer Kundgebung vor dem Rathaus beteiligt. 

Wenn man am Mittwoch die Zustimmung zur Ludwigsburger Stadtbahn (Lucie) an den Zahlen der Beteiligten der Demonstration auf dem Rathausplatz ablesen wollte, dann ist es darum wenig positiv bestellt. Transparente oder Banner waren kaum zu sehen, und auch die kleine Gruppe von rund 50 Bürgerinnen und Bürgern, darunter für kurze Zeit auch Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht, die für die geplante Stadtbahn demonstrierten, war überschaubar.

Die Initiative „Wir für Lucie“, getragen von zivilgesellschaftlich Engagierten, hatte zur Kundgebung aufgerufen, nachdem bekannt geworden war, dass die Stadtverwaltung die Bahn künftig nur noch von Markgröningen bis zum Bahnhof führen will – und nicht, wie vorgesehen, weiter in die Innenstadt.

Jugendgemeinderat Abdi Ahmed machte Mut und sprach von einem „starken Signal an die Stadtgemeinschaft.“ Axel Müller vom Aktionsbündnis Stadtbahn sagte, man müsse „Gesicht zeigen“. Vor allem in den sozialen Medien sei man stark vernetzt, nun sei es an der Zeit, die „Bahn aufs Gleis zu setzen.“

Sinnhaftigkeit in Frage gestellt

Ein weiterer Redner war Michael Ilk, Geschäftsführer des Zweckverbands Stadtbahn im Landkreis Ludwigsburg. Er schaue, ganz ungewohnt, in wohlwollende Gesichter. In letzter Zeit sei auch die Sinnhaftigkeit der Stadtbahn in Frage gestellt worden, Ziel sei es jedoch, die bestmögliche Lösung zu finden.

Auch der Diakon der evangelischen Kirche, Daniel Faißt, sprach zu den Bürgerinnen und Bürgern. Als Radfahrer sei man immer im Duell mit dem Autoverkehr, die Stadtbahn sei deshalb ein Zukunftswerkzeug. Man wolle nicht das Auto abschaffen, aber es gehe um die Balance und die Wahlfreiheit. „Lucie ist ein entscheidender Schritt in die Zukunft“, so Faißt. Das Land stehe zu den Planungen, sagte die Grünen-Landtagsabgeordnete Silke Gericke in ihrer Ansprache, über Lucie würden viele Halbwahrheiten kursieren. Vom Ludwigsburger Gemeinderat forderte sie „Mut zu Entscheidungen.“ Wenn dieser bremse, so ihre Mahnung, würden Förderzusagen verloren gehen und man auf Jahrzehnte feststecken.  itz

 
 
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