Ludwigsburg fertigt JDA Dijon ab Riesen überwinden Frankreich-Trauma

Von Andreas Eberle
Justin Simon war gegen Dijon wieder eine Klasse für sich – nicht nur wegen dieser spektakulären Offensivaktion. ⇥ Foto: Avanti/Ralf Poller

Das Ludwigsburger Team startet mit einem 95:73-Heimsieg gegen JDA Dijon in die Top-16-Runde der Champions League. Justin Simon avanciert mit 22 Punkten zum Topscorer. Von Andreas Eberle

Mannschaften aus der französischen Liga haben den MHP Riesen Ludwigsburg in der Basketball Champions League bisher gar nicht gelegen. Im Final-Four-Halbfinale 2018 in Athen hatten sie gegen Monaco nichts zu bestellen, in der Gruppenphase der Saison 2018/19 war Le Mans Sarthe Basket zweimal zu stark. Am Mittwochabend überwand das Team aus der Barockstadt nun endlich sein Frankreich-Trauma: Zum Auftakt der Top-16-Runde gewannen die Riesen ihr Heimspiel gegen Jeanne d’Arc Dijon klar mit 95:73 (44:32).

Stolzer Trainer

„Ich bin sehr stolz auf die Jungs, wie sie nach dem großen Sieg bei Alba Berlin heute aufgetreten sind. Ich hatte die Befürchtung, dass wir vielleicht nicht dieselbe Energie bringen würden“, sagte Trainer John Patrick zufrieden. Bereits am Montag (20 Uhr) geht’s für sein Team in der Gruppe I mit dem nächsten Heimspiel gegen Galatasaray Istanbul weiter. Zuvor steht am Samstag (20.30 Uhr) noch das Bundesliga-Duell gegen den Mitteldeutschen BC auf dem Programm.

Justin Simon avancierte gegen Dijon einmal mehr zum Topscorer. Der 25-jährige Kalifornier knackte mit seinen 22 Zählern am Mittwoch auch als erster Ludwigsburger Korbjäger die 100-Punkte-Marke im Wettbewerb und steht jetzt bei 117 Zählern. Mit Jonah Radebaugh (15), James Woodard (14), Jordan Hulls (13) und Tremmell Darden (11) punkteten vier weitere Profis der Schwaben zweistellig. Keine Frage: In der Verfassung sind die Riesen ein heißer Kandidat fürs Viertelfinale – auch wenn erst ein Gruppenspiel absolviert ist.

Wie bereits des Öfteren in dieser Saison versemmelte Ludwigsburg allerdings den Auftakt. Nach einem 6:12-Rückstand hatte Patrick genug vom Larifari-Start und nahm die erste Auszeit. Danach waren auch die Riesen in der Top-16-Gruppenphase angekommen. Mit einem 12:4-Lauf warfen die Hausherren noch eine 18:16-Führung nach dem ersten Viertel heraus. Vor allem auf Woodard war in der Anfangsphase Verlass. Hulls wollte da nicht hintenanstehen und sorgte mit acht Punkten in Serie für eine 31:23-Führung (15.) – und für Frust bei Nenad Marković. Dijons bosnischer Trainer nahm sich seine Schützlinge in einer Auszeit zur Brust und verlangte eine härtere Defensivarbeit sowie mehr Druck auf die Gegenspieler, damit Ludwigsburgs Top-Shooter nicht allzu leichtes Spiel haben. „Wir dürfen von diesen Jungs nicht zwei Meter weit weg sein“, grantelte Marković.

Doch so wirklich aufmerksam schien die Mannschaft aus dem Burgund ihrem Coach nicht zugehört zu haben. Dijon schaute weiter meist nur zu, der 44:32-Pausenstand ließ bereits vermuten, wohin die Reise geht. In den zweiten 20 Minuten gaben die Hausherren keinen Deut nach und enteilten dem Tabellensiebten der französischen Liga immer weiter. Letztlich bekam es Jeanne D’Arc mit zu vielen Waffen des Gegners zu tun – und hatte kaum selbst ein Mittel gegen die spielfreudigen und durch die Bank überzeugenden Riesen.

„Wir sind sehr froh, dass wir Erster in unserer Gruppe waren und eine Pause hatten, während Dijon gegen Riga in den vergangenen zwei Wochen ums Weiterkommen kämpfen musste. Wir waren ein bisschen frischer. Das war ein Vorteil“, sagte Patrick.

Übermotiviert bei Rückkehr

Trotz seiner zwölf Zähler blieb Khadeen Carrington bei seiner Rückkehr an die ehemalige Wirkungsstätte unter seinen Möglichkeiten. Der Ex-Riese wirkte fahrig und übermotiviert, was sich auch an seinen gleich vier Ballverlusten zeigte. „Das war ein sehr frustrierendes Spiel für mich, aber ein großartiges Spiel von Ludwigsburg“, bilanzierte Gästecoach Marković.

 
 
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