Froggo, der Frosch, wacht aus seinem Winterschlaf auf und macht sich auf den Weg zu seinem Heimatteich. Dort will er seine Freundin Buddy beim „Froggapalooza Festival“ treffen. Doch die Natur vor seiner Höhle hat sich verändert, stellt Froggo fest. Im Computerspiel „Walk The Frog“ muss der Frosch viele Hindernisse überwinden und schließt dabei neue Freundschaften. Entwickelt wurde das Spiel in Ludwigsburg. Für Fabian Baldszun als kreativer Kopf und Game Developer Oliver Stock ist es das Debütspiel, das am Donnerstag, 21. Mai, veröffentlicht wird. Ein Besuch bei dem Frosch mit dem charismatischen Mund im Walk The Frog Studio.
Ludwigsburg Mit Froggo die Welt entdecken
Walk The Frog ist ein Computerspiel, das am 21. Mai auf den Markt kommt. Ein kleines Team hat das entspannende Spiel in Ludwigsburg entwickelt.
Alles fing mit Klebezetteln an
„Alles fing mit ein paar Klebezetteln an“, erzählt Fabian Baldszun. In der Corona-Zeit arbeitete er in einem Animationsstudio. Dort porträtierte Anna Folz ihre Kollegen immer wieder in Strichoptik und klebte ihnen die Zettel an den Bildschirm. Alle waren begeistert. Baldszun, der in München Filmproduktion und Medienwirtschaft studiert hatte, dachte sich, dass man aus der Idee mit den Klebezetteln etwas machen könnte. „Zum Beispiel ein Computerspiel“, schlug Folz vor.
Baldszun, Game Developer Oliver Stock und die Artdirectorinnen Anna Folz und Dominika Rensch trafen sich anfangs wöchentlich, um über eine Spielidee nachzudenken. Bald war klar, dass es ein Frosch mit einem prägnanten Mundwinkel und einem entspannten Froschgesicht werden würde. „Dann fing er an zu laufen“, erinnert sich Baldszun. Das Team bewarb sich um eine Förderung der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg und gewann als eines von fünf Bewerbern Coaching und Unterstützung für ein halbes Jahr. „Das hat uns sehr weitergeholfen“, sagt Baldszun rückblickend. Die Zeit nutzten er und Oliver Stock, um das Walk The Frog Studio zu gründen und das „Cosy Game“, bei dem es vor allem um Entspannung und Entschleunigung geht, weiterzuentwickeln.
Wie bei einem Puzzle müssen die Spieler die Klebezettel zunächst in die richtige Reihenfolge bringen und dann den Frosch per Click auf seine Abenteuerreise schicken. Walk The Frog besteht aus drei Kapiteln mit je sechs Level. Am Ende eines jeden Levels sehen die Spieler etwas längere Texte – Froggos Tagebucheinträge. Die Schriften für die Dialoge wurden eigens für das Spiel entwickelt, die Musik von Sebastian Bartmann komponiert, mal locker leicht, mal sphärisch mit stehenden Klängen. Die Dialoge bestehen insgesamt aus rund 13.000 Wörtern, „das ist deutlich mehr als bei einem Puzzlegame“, sagt Baldszun.
„Wir wollen unterhalten“
In der Lebenswelt des Frosches spielen Umweltthemen eine Rolle, verrät Baldszun. „Klima und Energie sind Themen, die uns auch privat beschäftigen“, sagt der Vater von zwei Kindern. Doch für die Entwickler war klar, dass sie die Nutzer nicht belehren wollen, „wir wollen hauptsächlich unterhalten“, sagt er. Was den ökologischen Fußabdruck von Computerspielen angeht, „haben Entwickler eine große Verantwortung“, findet er. Deshalb haben sie ein Energiespar-Plugin entwickelt und es als Open-Source-Software anderen Spieleentwicklern zur Verfügung gestellt. Wenn man beim Spielen von Walk The Frog pausiert, reduziert sich die Bildschirmauflösung und die Bewegungen des grünen Tiers werden langsamer. „Damit kann man richtig viel bewirken“, ist Baldszun überzeugt.
Das Spiel, dessen Spielzeit etwa drei Stunden beträgt, gibt es in einer deutschen und einer englischen Version zu kaufen. Bis jetzt gibt es die Computerversion für Windows, Mac und Linux, über eine Anwendung für mobile Geräte denken die Entwickler aber bereits nach.
Bei verschiedenen Gelegenheiten konnte das Team sein Spiel schon präsentieren und erntete viel Lob auch von Leuten, die bisher keine Computerspiele spielen. Sogar Gronkh, ein deutscher Webvideoproduzent, Computer- und Videospielejournalist, der sich bei digitalen Events Spiele anschaut, kommentierte Froggos Abenteuer mit „das war ja süß“.
13.000 Wörter verwendet
„Wir haben das Spiel sechs Jahre in Teilzeit entwickelt“, sagt der 44-jährige Baldszun, der als Selbstständiger für Agenturen Werbeprojekte umsetzt und für ein Serienprojekt arbeitete. „Seit fast einem Jahr dreht sich nun fast alles um den Frosch“, sagt er: „Jetzt war es an der Zeit, das Spiel fertig zu machen.“ Konzepte entwickeln und Dialoge schreiben, sich um den Vertrieb und das Marketing kümmern: „Man hat viele Hüte auf“, sagt er.
Lohnt sich die viele Arbeit finanziell für das Entwicklerteam? Das Spiel, das nun über die Plattform Steam weltweit vertrieben wird, kostet rund 13 Euro. „Das ist kein Selbstläufer“, weiß Baldzun. Denn auf der Plattform werden jeden Tag rund 40 Spiele veröffentlicht. Ob Froggo und seine Freunde bald Stars werden, hängt davon ab, wie viele Fans er in der digitalen Welt gewinnt. Seine Kernzielgruppe sieht Baldszun in jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 35 Jahren. „Eher introvertierte Menschen mögen solche Spiele“, ist er überzeugt.
