Ludwigsburg schlägt Bamberg mit 103:74 Mit Galavorstellung zum dritten Sieg

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Jubel in Gelb: Die Riesen-Profis Zamal Nixon (links), Nick Weiler-Babb und Jonas Wohlfarth-Bottermann (hinten) freuen sich über den deutlichen 103:74-Sieg gegen Brose Bamberg. ⇥ Foto: via www.imago-images.de

Die Riesen deklassieren Bamberg mit 103:74. Aus dem Geheimfavoriten wird beim Turnier ein heißer Titelanwärter.

Drittes Spiel, dritter Erfolg: Die MHP Riesen Ludwigsburg haben sich beim Finalturnier in München von einem Geheimfavoriten zu einem heißen Anwärter auf die deutsche Meisterschaft gemausert. Am Donnerstagabend nahmen sie Brose Bamberg mit 103:74 auseinander. Nach einem spielfreien Wochenende geht es nun am Montag (20.30 Uhr/Live auf Sport 1) gegen Alba Berlin um den Gruppensieg.

Vor der Partie waren aus dem Ludwigsburger Lager noch Bedenken zu hören gewesen, dass die Beine nach den ersten zwei Spielen in drei Tagen schwer und die Topspieler Marcos Knight und Thomas Wimbush angeschlagen seien. Doch von Muskelkater war überhaupt nichts zu spüren. Locker, leichtfüßig und aufgeweckt zeigten sich die bereits fürs Viertelfinale qualifizierten Riesen. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase und einem 11:11-Zwischenstand (6.) kauften sie Bamberg den Schneid ab. Zu gleich fünf Ballverlusten zwang das Team von Trainer John Patrick den Gegner allein in den ersten zehn Minuten, während Ludwigsburg in dieser Zeit selbst keinen einzigen Turnover produzierte – ein Indiz, wie fokussiert die Schwaben zur Sache gingen. Auch Wimbush, der gegen Frankfurt leer ausgegangen, glänzte wieder als Scorer und steuerte sieben Punkte zur 25:17-Führung nach dem ersten Durchgang bei. Am Ende war der US-Amerikaner mit 20 Zählern wie schon gegen Vechta der beste Punktesammler seiner Mannschaft.

Im zweiten Viertel besorgte der ebenfalls überzeugende Nick Weiler-Babb (16 Punkte) mit seinem zweiten Dreier zum 28:17 erstmals einen zweistelligen Vorsprung. Für die Riesen lief alles nach Plan. Sie erlaubten sich bis zur Pause weiter keinen einzigen Ballverlust, verteidigten verbissen und schlugen vorne effektiv zu. Auch das Zusammenspiel klappte diesmal vorzüglich – offenbar hatte Coach Patrick seinen Mannen im Vorfeld die Leviten gelesen, denn gegen Vechta und Frankfurt hatten diese es noch oft mit ungestümen Eins-gegen-eins-Aktionen versucht. Zur Pause lagen die Barockstädter verdient mit 51:36 vorne.

Der frühere Serienmeister aus Bamberg konnte dagegen nicht mal ansatzweise an den starken Auftritt zwei Tage vorher gegen Berlin (91:98) anknüpfen und enttäuschte auf der ganzen Linie. Den Oberfranken fehlte die Galligkeit, um den Spielfluss der Riesen zu unterbinden. In der Defensive fand das Ensemble des belgischen Trainers Roel Moors keinen Zugriff auf die athletischen Mannen in Gelb. In der Offensive agierte das Team lange einfallslos, war Paris Lee der einzige Lichtblick. Selbst NBA-Veteran Jordan Crawford, gegen Berlin mit 20 Zählern noch Brose-Topscorer, blieb zunächst blass – der 31-jährige Shooting Guard musste sich zur Pause mit für ihn mageren vier Punkten begnügen.

Im dritten Viertel wuchs das Ludwigsburger Polster bis zur 23. Minute auf 23 Punkte (61:38). Dann riss kurzzeitig der Faden. Jetzt taute Crawford auf und erzielte elf Zähler. Durch einen 9:0-Lauf verkürzte Bamberg auf 56:68 (28.). Sollte das Duell wirklich kippen? Mit acht Punkten hintereinander traten die Riesen das Strohfeuer aber schnell wieder aus. Mit einer 76:56-Führung gingen sie ins letzte Viertel. Dort legte Ludwigsburg noch eine Schippe drauf. Youngster Jacob Patrick knackte mit einem Dreier sogar noch die 100-Punkte-Marke. Am Ende feierten die Schwaben einen 103:74-Triumph.

„Jedes Team will gewinnen, den Pokal in den Händen halten, jubeln und feiern. Das ist auch unser Ziel“, hatte Nachwuchsstar Ariel Hukporti bereits vor dem Spiel selbstbewusst verkündet. In der Form von Donnerstagabend ist den Riesen an der Isar nun alles zuzutrauen.

 
 
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