Ludwigsburg setzt Rekordserie auch gegen Oldenburg fort McLean ist der neue Super-Riese

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Jamel McLean war am Samstagabend gegen die Baskets Oldenburg nicht zu bremsen. Der neue Ludwigsburger Center avancierte mit 18 Punkten zum Topscorer seines Teams. ⇥ Foto: Avanti/Ralf Poller

Der Center wird bei seiner Heimpremiere im Riesen-Trikot gleich zum Topscorer: Beim Ludwigsburger 98:87-Sieg im Bundesliga-Spitzenspiel gegen Oldenburg gehen 18 Zähler auf sein Konto.

Öfter mal was Neues: Nach dem 98:87-Triumph im BBL-Topspiel über die EWE Baskets Oldenburg feierten Fans und Team der MHP Riesen Ludwigsburg gemeinsam mit einer „Humba“ – allerdings nur virtuell: Einige Anhänger gaben bei einem Dutzend zusammengeschnittener Videosequenzen aus den heimischen vier Wänden Wänden den Takt vor. Die von der Aktion überraschten Profis, die das Filmchen auf der Videowand verfolgten, machten zögerlich mit – und bedankten sich anschließend für den Support, indem sie in die Kameras des übertragenden Senders Magenta Sport applaudierten.

Weniger zögerlich waren die Riesen in den 40 Spielminuten zuvor zur Sache gegangen: Mit einem Start-Ziel-Sieg hielten sie den Tabellendritten aus Oldenburg auf Distanz, entschieden damit relativ problemlos den direkten Vergleich für sich und bauten ihre Rekordserie auf 17 Siege hintereinander aus. Bereits exakt vier Wochen zuvor hatte der Spitzenreiter die Niedersachsen in die Knie gezwungen, damals auswärts sogar noch etwas deutlicher mit 89:75. Da war allerdings Jamel McLean, die neue US-amerikanische Wunderwaffe der Schwaben, noch gar nicht im Kader gewesen.

Der 32-jährige Center, der erst seit ein paar Tagen zur Riesen-Familie gehört, spielte am Samstagabend bei seiner Heimpremiere in der MHP-Arena ganz groß auf: McLean avancierte mit 18 Punkten auf Anhieb zum Topscorer seiner Mannschaft, räumte unter den Körben ab und sammelte mit neun Rebounds auch die meisten Abpraller aller Akteure ein. „Nach acht Tagen im Teamtraining ist er, nach einer knapp einjährigen Pause, natürlich noch nicht bei 100 Prozent, aber seine Qualität ist unbestritten“, sagte Coach John Patrick und zog Parallelen zwischen dem im Januar nach Spanien abgewanderten Elias Harris und dessen Nachfolger McLean, die übrigens beide auch denselben Berater haben: „Jamel ist genauso groß, sehr athletisch, passt vom Charakter gut in die Mannschaft, kennt die Liga und hat einen hohen Basketball-IQ.“

Da sich Barry Brown kurzfristig wegen Rückenbeschwerden abgemeldet hatte, war Jonah Radebaugh in die Ludwigsburger Rotation gerückt. Der US-Amerikaner nutzte seine unverhoffte Chance, zeigte sich gewohnt kämpferisch und setzte auch offensiv einige Akzente. Obwohl er mit 14 Zählern zum 17. Mal in Folge zweistellig punktete, hatte Spielmacher Jaleen Smith keinen guten Tag erwischt: Der MVP-Kandidat wirkte ungewohnt unkonzentriert und erlaubte sich gleich sieben Turnovers.

Dass sich Oldenburg nach einem  18-Zähler-Rückstand erholte und sich bis zur 38. Minute wieder auf 85:88 herankämpfte, hatte viel mit Braydon Hobbs zu tun: Innerhalb von 40 Sekunden verwandelte der US-amerikanische Distanzspezialist seinen Dreier Nummer sieben und traf mit einem „Alley Oop“. Doch  in der Crunchtime versenkten auch Jordan Hulls und Smith zwei wichtige Dreipunktewürfe und sicherten ihrem Klub so einen weiteren Serienerfolg.

„Ohne Frage haben wir bis jetzt eine gute Saison absolviert“, kommentierte Patrick den bisherigen Rundenverlauf und verwies auf die besondere Herausforderung, in der Liga immer der Gejagte zu sein: „Dass wir 17 Mal in Folge gewonnen haben, interessiert uns nicht, aber unsere Gegner. Jeder will unseren Lauf beenden.“

 
 
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