Ludwigsburg Stauffenberg-Biografie als Comic

Von Yannik Schuster
Schulleiter Wolfgang Ulshöfer und Schülersprecherin Sara Zor präsentieren den Comic über Carl Schenk Graf von Stauffenberg. Foto: /Oliver Bürkle

Sara Zor erreichte mit ihrem Comic über Claus Schenk Graf von Stauffenberg den zweiten Platz eines internationalen Comic-Wettbewerbs.

Der Lebenslauf von Claus Schenk Graf von Stauffenberg ist Gegenstand eines Comics der Ludwigsburger Schülerin Sara Zor, die damit den zweiten Preis beim internationalen Comic-Wettbewerb des Volksbundes belegte.

Eigentlich entstand die Projektarbeit an der Robert-Franck-Schule in Ludwigsburg als „Gleichwertige Feststellung von Schülerleistung“ (GFS) im Geschichtsunterricht. Nach kurzer Recherche entschloss sich die 18-jährige Schülerin aus Höpfigheim für Stauffenberg als Thema – auch aufgrund des regionalen Bezugs. „Ich musste mich stark reinlesen, weil wir das im Unterricht noch nicht hatten“, sagt Sara Zor im Gespräch mit der BZ. So habe sie diverse Filme und Dokumentationen geschaut, um sich über den Lebenslauf Stauffenbergs zu informieren. Die Schülerin sagt, sie habe überhaupt nicht gewusst, wie viele militärische Auszeichnungen er erhalten habe, darunter etwa das Eiserne Kreuz oder das Deutsche Kreuz in Gold.

Lebenslauf des Attentäters

Der Comic behandelt sowohl die militärischen Erfolge Stauffenbergs und seine Zeit als treuer Anhänger Hitlers und des Nationalsozialismus als auch den Wendepunkt in seinem Leben, als er sich einer Gruppe von Widerstandskämpfern anschloss. Den Höhepunkt bildet das fehlgeschlagene Attentat am 20. Juli 1944. Die Geschichte endet schließlich mit einer Rundfunkansprache Adolf Hitlers aus der Nacht des Attentats. Stauffenberg war noch in der selben Nacht hingerichtet worden.

Gestalterisch habe sie einen Pop-Art-Effekt erzielen wollen, sagt die Schülerin, die zuvor noch nie einen Comic gestaltet habe: „Ich dachte mir, dann ist es amüsanter zu lesen.“ Da Zeichnen eines ihrer größten Hobbys sei, habe sie zumindest in dieser Hinsicht bereits Erfahrung sammeln können. In der Ausgestaltung sei der Comic absichtlich eher simpel gehalten, sodass er auch für Kinder verständlich ist. Zor will vermitteln, dass es nie zu spät sei, sich für das Richtige einzusetzen.

Eines Tages, kurz vor dem Geschichtsunterricht erreichte sie schließlich die Mail, dass ihr Comic zum zweiten Platz beim internationalen Comic-Wettbewerb des Volksbundes mit dem Thema „Welche Spuren bleiben vom Krieg?“ gewählt wurde.

„Ich war sehr glücklich. Dabei war die Priorität eigentlich nur, eine gute Note zu bekommen.“ Auch Schulleiter Wolfgang Ulshöfer freut sich für seine Schülerin: „Ich freue mich so, als hätte ich die Auszeichnung selbst bekommen.“ Vor allem freue er sich darüber, dass dies kein Einzelereignis sei, so zeige Zor auch als Schülersprecherin permanentes Engagement.

Treffen mit Stauffenberg-Sohn

Schnell fasste Zor den Plan, ihren Comic dem Sohn des Widerstandskämpfers, Berthold Schenk Graf von Stauffenberg zu überreichen. Am 19. November hatte sie die Gelegenheit dazu: Anlässlich des Volkstrauertags waren Zor und Ulshöfer, sowie Geschichtslehrerin Melanie Weigelt in den Weißen Saal des Neuen Schlosses in Stuttgart eingeladen, um nicht nur im Wechsel das Totengedenken zu sprechen, sondern auch ihren Comic unter dem Motto „Frieden als Bildungsprojekt“ vorzustellen und Stauffenberg eine Printversion zu überreichen. „Das war eine beeindruckende Atmosphäre und ein hochkarätiges Publikum“, sagt der Schulleiter. Anwesend waren neben Stauffenberg auch der Landtagsabgeordnete Guido Wolf und Staatsminister a.D. Wolfgang Gerhardt. Stauffenberg habe sich bei ihr bedankt und gefragt, was alles dargestellt werde, erzählt Zor. „Diesen Tag und die große Wertschätzung werde ich so schnell nicht vergessen“, sagt die Comic-Künstlerin.

Als Hobby will die 18-jährige weiter zeichnen, beruflich will sie jedoch andere Wege einschlagen. Für ihre GFS erhielt Sie die Note Eins.

 
 
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