Ludwigsburg Was macht eigentlich ein Biologielaborant?

Von Jonathan Lung
Die Berufsausbildungsmesse im Ludwigsburger Forum war gut besucht. Foto: /Oliver Bürkle

Die Berufsausbildungsmesse lockte tausende Schüler ins Forum. Viele Aussteller suchen noch Auszubildende.

Dichtes Gedränge im Forum: Wenn man im Foyer von der Klimmzugstange zum Glücksrad wollte, musste man sich durch die Menge schieben und blieb wahrscheinlich auf dem Weg dorthin bei einem der anderen Stände hängen, zu interessant war das Angebot. Es war der erste Tag der Berufsausbildungsmesse (BAM) am Freitag, also der Tag, an dem am Vormittag bis 14 Uhr die Schulklassen die Messe besuchen.

„Eine Krankenschwester ist ja eher Pflege – wir bilden ja eher medizinische Fachangestellte aus“, wurden an einem Stand gerade einer Schülerin die kleinen Unterschiede der Laufbahnen erklärt. Daneben erklärten Sigma-Mitarbeiter IT-Systeme, Evangelische Altenheime standen neben Zahnmedizin, Hofmeister neben Olymp.

Reinschnuppern, ins Gespräch kommen

Überhaupt mal sehen, was es für Berufe gibt, das ist das Ziel der BAM jedes Jahr in Ludwigsburg. Man könne etwa erfahren, was eigentlich genau ein Stuckateur ist, erklärt Heiko Mertel von der IHK, die die BAM organisiert. Oder was genau ein Biologielaborant macht.

Einen interaktiven Vorteil hatten natürlich die Handwerksberufe an ihren Ständen: Da fuhr Trölsch eine mobile Backstube auf, wo Schüler gerade einen Hefezopf flochten, im Saal daneben wurde eine selbsttragende Brücke am Stand der Zimmerer-Innung konstruiert, wieder daneben legten Steinmetze los. Aber auch Branchen mit weniger optischem Vorteil wussten sich in Szene zu setzen: vielerorts standen Erzeugnisse des Unternehmens zum Begutachten, häufig waren auch Glücksräder, für ein spielerisches Ins-Gespräch-Kommen.

An 120 Ständen informieren 147 Aussteller

147 Aussteller an 120 Ständen (manche sind zu mehreren an einem Stand), und insgesamt erwartete 5 000 bis 6 000 Besucher, das sind die Kennzahlen der Messe. Die Unternehmen der Region kommen gerne jedes Jahr, jede Fläche ist vergeben und manche Aussteller hätten auch gerne noch mehr Platz, um sich zu präsentieren. Am Freitagmittag waren wohl 2 000 Schüler da, eingeladen sind alle Schulen der Region. Spannend werde dann aber der Samstag, wenn die wirklich Interessierten mit ihren Eltern wiederkämen, weiß Organisator Mertel.

Man laufe der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ja immer etwas hinterher, weiß er. Die Jugendlichen, die heute die Messe besuchen, würden ja erst in Jahren auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und den Fachkräftemangel mindern. Schwer zu messen ist also der reale Erfolg der Messe – doch die Besucherzahlen sprechen für sich.

Bei den Ausbildungsplätzen findet schon ein Wandel statt, wissen die Organisatoren. Während früher viele Unternehmen schon zum Jahreswechsel ihre Plätze vergeben hatten, haben jetzt „über die Hälfte der Aussteller für dieses Jahr noch Ausbildungsplätze frei“, bevor am 1. September Ausbildungsstart ist. Manche Unternehmen machten auch noch Last-Minute-Events. Aber die Erfolge sind da: letztes Jahr waren bei einem Aussteller am Freitag nach nur zwei Stunden auf der Messe alle Ausbildungsplätze vergeben.

Der Öffentliche Dienst freue sich dieses Jahr über besonderes Interesse, bekommen die Veranstalter zurückgemeldet – vielleicht eine Entwicklung hin zu sicheren Jobs in weltpolitisch schwierigen Zeiten. Auch Informatik scheint dieses Jahr besonders im Trend zu liegen.

Kleinere Unternehmen müssen natürlich mehr für Aufmerksamkeit tun als die großen Namen der Region, die jeder kennt. Auf der Messe zeigt ein buntes Punktesystem, zu welcher Branche ein Stand jeweils gehört: Bildung und Beratung, Dienstleistungsberufe, Handwerk, IT, Kaufmännische Berufe, Öffentlicher Dienst und Verwaltung, Soziales und Gesundheit und Technische Berufe kann man so nach eigenem Interesse zielstrebig ansteuern. Spezialkleber zeigen zudem, ob der Aussteller Duales Studium anbietet, Teilzeitausbildung oder auch in diesem Jahr noch freie Stellen hat.

 
 
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