Ludwigsburger Basketballer bauen Serie aus Riesen gewinnen packende Partie

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Ludwigsburgs Jordan Hulls (links) versucht den wendigen Hamburger T.J. Shorts zu bremsen. Das direkte Duell gegen Hulls entschied Shorts mit 19 zu 17 Punkten für sich.⇥ Foto: Roberto Seidel via www.imago-images.de

Die Serie des Bundesliga-Spitzenreiters aus Ludwigsburg hält weiter an. Gegen die starken Hamburg Towers gewann das Patrick-Team auch das 16. Spiel in Folge. 73:67 heißt es am Ende.

Wie hatte Heidi Kabel einst gesungen? „In Hamburg sagt man Tschüss, das heißt auf Wiedersehn“, wusste die Schauspielerin, Sängerin und Hamburger Original bereits vor 50 Jahren. Mit einem hart umkämpften 73:67-Sieg verabschiedeten sich jedenfalls die Ludwigsburger Basketballer am Sonntagabend wieder aus der Hansestadt. Den 16. Erfolg in Folge  hatten sich die Riesen gegen die bärenstark aufspielenden Hamburg Towers dank eines Kraftakts im letzten Viertel verdient.

Spiel auf Augenhöhe

Trotz des besten Auftritts seit langem taten sich die Gäste aus Süddeutschland gegen die Mannschaft des Spaniers Pedro Calles – seines Zeichens Trainer der Saison 2018/19 mit Rasta Vechta – sehr lange ganz schwer. Vor allem der pfeilschnelle T.J. Shorts aufseiten der Towers bereitete den Riesen einige Probleme. Der nur 1,75 Meter Point Guard, der vor der Saison vom lettischen Klub BK Ventspils zu den Norddeutschen gestoßen war, war einfach überall auf dem Feld zu finden. Vor allem Jordan Hulls hatte in der Offensive mit dem wieselflinken Shorts, der stets noch eine Hand an den Ball bekam, sichtlich Probleme. Alle sechs Punkte der Hausherren gingen bei der frühen 6:3-Führung der Hamburger auf das Konto des US-Amerikaners.

Doch auch Shorts Mitspieler zeigten sich flott auf den Beinen und äußerst variantenreich. Die Folge: Hamburg brachte es im ersten Viertel auf fast doppelt so viele Abschlüsse wie die Gäste – ein seltenes Bild in dieser Saison. Wie ausgeglichen die Partie beim gelungenen Debüt des gerade erst verpflichteten Jamel McLean (sieben Punkte) verlief, zeigt das Zwischenergebnis von 20:18 nach dem ersten Viertel. Von der Überlegenheit, die die Riesen beim lockeren 86:65 im Hinspiel im Dezember in der MHP-Arena ausgestrahlt hatten, war nichts mehr zu sehen. Zu gut hatte Calles seine Mannen auf den Gegner eingestellt.

Dementsprechend umkämpft verlief auch das zweite Viertel, wo die Riesen in der Defensive manchmal etwas schläfrig wirkten. Die Folge: Hamburg setzte sich beim 37:31 kurz vor der Halbzeit leicht ab. Doch die bis dato nahezu abgemeldeten Jordan Hulls mit vier Punkten in Folge und MVP-Kandidat Jaleen Smith mit einem Buzzer Beater schafften es dank eines 6:0-Laufs in der letzten Minute noch, auf 37:37 auszugleichen.

Nach dem Wechsel drückte Shorts dem Spiel noch mehr seinen Stempel auf. Mit 18:14 ging das dritte Viertel an die Hausherren – alleine Shorts zeigte sich dabei für acht Punkte verantwortlich. Wie konsequent die langen Hamburger Kerls unter dem Korb abräumten, musste Jonas Wohlfarth-Bottermann erfahren. Der 2,08 Meter große Center der Riesen scheiterte gleich zweimal an einem Doppelblock der Norddeutschen. Ein Dreier von Barry Brown kurz vor der Sirene sorgte zumindest dafür, dass der Vorsprung der Towers beim 55:51 noch im Rahmen lag.

Doch zum Glück für die Riesen hatte ihre intensive Spielweise den Hausherren sichtlich Kraft gekostet. Denn im letzten Abschnitt bekamen die Gäste plötzlich Oberwasser. Von jetzt an war nur noch Kampf angesagt. Erst nach zweieinhalb Minuten versenkte Smith den ersten Korb. Die Towers benötigten gar 4:20 Minuten für ihre ersten Punkte des Schlussviertels (57:57). Doch das sollte es dann auch mit der Herrlichkeit der Hausherren gewesen sein. Auf 66:59 zog das Team von Trainer John Patrick davon, sodass der hart umkämpfte 73:67-Auswärtssieg auch in der Schlussminute nicht mehr in Gefahr geriet.

 
 
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