Ludwigsburger Basketballer schlagen Bayern München glatt MHP Riesen glückt die Revanche

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Auch die Bayern Leon Radosevic (links) und Diego Flaccadori können Jordan Hulls in dieser Szene nicht stoppen. Auf 22 Punkte bringt es der US-Amerikaner  – so viel wie kein anderer.⇥ Foto: Avanti/Ralf Poller

Die Ludwigsburger Bundesliga-Basketballer werfen sich mit einem souveränen 91:77-Erfolg gegen das stark ersatzgeschwächte Topteam FC Bayern München für die Playoffs warm.

Der Hauptrunden-Meister MHP Riesen Ludwigsburg hat das Bundesliga-Topspiel gegen den Tabellendritten Bayern München klar für sich entschieden. In der heimischen MHP-Arena siegte die Mannschaft von Trainer John Patrick am Sonntagnachmittag souverän mit 91:77 gegen das Starensemble aus München.

Die Bayern hatten zuletzt die Bundesliga zugunsten der EuroLeague-Teilnahme stark vernachlässigt. Nachdem der historische Halbfinal-Einzug am vergangenen Dienstag unglücklich verpasst wurde, hätte sich das Basketball-Schwergewicht eigentlich ganz auf die einheimische Spielklasse konzentrieren können, doch bei der ersten Partie nach dem Pokal-Aus setzte es eine deftige 64:98-Watschen gegen Ulm. Erholung und Regeneration hatten offenbar bei den Münchenern vor dem Pokal-Final-Four und den anstehenden Playoffs den klaren Vorrang erhalten.

München schont Stars

Auch gegen den Spitzenreiter aus Ludwigsburg schonten die Münchener zahlreiche Stammspieler – und auch die verbliebenen Akteure waren im ersten Durchgang zumindest mental gar nicht auf dem Parkett. Während die mit ihrer möglicherweise nominell besten, sicher aber erfahrensten Besetzung Jordan Hulls, Jamel McLean, Yorman Polas Bartolo, Jaleen Smith und Tremmell Darden angetretenen Riesen personell ein Statement setzen, dass sie gewillt waren, nach der deutlichen Niederlage im Hinspiel die Chance auf eine Revanche nutzen zu wollen, zeigte das Starensemble von der Isar ungewohnte Schwächen. Die Wurfquote der Gäste war unterirdisch – ein Umstand, der Bayern-Coach Andrea Trinchieri von Minute zu Minute wütender machte und Ex-Chicago-Bulls-Star Paul Zipser einen lauten Frustschrei ausstießen ließ.

Denn die Hausherren hatten in den Anfangsminuten klar die Nase vorn. Vor allen Jamel McLean gelang in den ersten Minuten in der Offensive alles. Beim Stand von 14:4 für die Riesen gingen alleine acht Treffer auf das Konto des Bundesliga-MVP von 2015. Erst nach einem Dreierwechsel der Hausherren, McLean inklusive, kamen die Münchener schnell auf 16:12 heran. Doch nachdem John Patrick seine Routiniers zurück auf die Platte geschickt hatte, lief es wieder in nur eine Richtung: in die des Münchener Korbs. 24:12 stand es zum Ende des ersten Viertels, gar 50:33 zur Halbzeit, auch weil neben McLean (13 Punkte) auch Hulls (13) und der eingewechselte Jonah Radebaugh (8) im Angriff aufdrehten und Polas Bartolo unter dem Korb gewohnt sicher abräumte.

Reynolds dreht auf

Die Standpauke ihres Trainers in der Halbzeit dürfte es in sich gehabt haben, denn München kam wie verwandelt zurück aus der Kabine. Angetrieben von Globetrotter Jalen Reynolds (21 Punkte nach dem dritten Drittel), der plötzlich ganz groß aufspielte, kamen die Gäste immer mehr heran. Auf elf Punkte war der Vorsprung Mitte des dritten Viertels zusammengeschrumpft (55:44). Nach einem Zwischenspurt der Riesen auf 60:44 kamen die Bayern drei Minuten vor dem Ende des Abschnitts wieder auf 62:52 heran. Mit einer 67:58-Führung ging es ins Schlussviertel.

Doch die Aufholjagd hatte die Münchener offenbar zu viele Kraftreserven gekostet. Die Riesen benötigten jedenfalls keine vier Minuten, um den Vorsprung wieder auf komfortable 18 Punkte anwachsen zu lassen (79:61). In dieser Phase trafen Hulls und Desi Rodriguez praktisch, wie wie wollten. So ungefährdet war der Erfolg der Hausherren, dass Patrick in der Endphase sogar noch seinen Nachwuchskräften Tyrese Blunt, Aeneas Jung und Nico Santana Mojica Einsatzzeiten gewährte. Und auch wenn so der große Vorsprung schmolz, schaukelten die Riesen den 91:77-Heimsieg über die Zeit.

 
 
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