Ludwigsburger Theatersommer Am Südpol gibt es Handtücher?

Von Petra Neset-Ruppert
Viel Einsatz zeigte Sonka Müller als „dickster Pinguin vom Pol“ am Dienstag im Clussgarten. Beim Ludwigsburger Theatersommer werden auch mehrere Kinderstücke gezeigt. Foto: /Oliver Bürkle

Beim Theatersommer wird gerade das Kinderstück „Der dickste Pinguin vom Pol“ gezeigt. Bei der ersten Aufführung zeigte Darstellerin Sonka Müller, dass sie wirklich „wasserfest“ ist.

Geduldig stehen die jungen Theaterbesucher in der Schlange. Schnell noch einen Happen Brezel oder ein Schluck Wasser, damit man auch gestärkt ist für das besondere Event. Dann öffnen sich die Tore zum Clussgarten in dem am Dienstag zum ersten Mal das Stück „Der dickste Pinguin vom Pol“ gezeigt wird. Es ist eines von drei Kinder- und Familienstück, das beim diesjährigen Theatersommer in Ludwigsburg gezeigt wird.

Auf der Bühne mitten im Grünen ragen zwei spitze, weiße Eisberge in die Höhe und eine Abenteurerin macht sich auf den Weg den Südpol zu entdecken. Dort gibt es nämlich Pinguine, „echt fette Pinguine“. Ein Sturm kommt auf und während die jungen Zuschauer mit großem Gelächter verfolgen wie die Entdeckerin gegen die Winde aus den Lautsprechern ankämpft, verwandelt sich die Frau in einen Pinguin. Einen dicken, weißen Bauch trägt sie nun mit sich herum und schwärmt als Pinguin davon, dass sie so „prall, drall, dick und schick“ ist.

Zwischen Regenjacken und Schirmen

Und während das Publikum zum Mitsingen animiert wird, kommt ein Wind auf, der nicht aus den Lautsprechern kommt. Die Blätter rascheln und plötzlich fallen dicke Tropfen auf den Bühnen-Südpol im Clussgarten. Während die Zuschauer sich mit Regenjacken und Schirmen behelfen, muss der Pinguin, gespielt von Sonka Müller in eine Zwangspause gehen – man warte den Schauer ab.

Doch schnell tut sich etwas auf der Bühne: Mit Wischmobs kommt das Theatersommer-Team auf die sehr nasse Bühne und beginnt das Wasser wegzufegen. „Schau mal Mama, die haben sogar Handtücher am Südpol“, freut sich die fünfjährige Ronja und beobachtet gespannt das Treiben auf der Bühne.

Sicherheit geht vor und so muss erst einmal alles trocken gerubbelt werden, denn sonst ist es zu rutschig für die Darstellerin. Also zieht der Pinguin kurzer Hand seine Wanderschuhe aus und ist sockig auf der Bühne unterwegs – ein perfekter Pinguin-Watschelgang ist damit garantiert.

Er macht sich auf die Reise in ein Land in dem er „in der Hitze sitzen und schwitzen“ kann und wo er ganz viel Fisch findet. Ab nach Sardinien rät ihm die Sardine.

Tipps für den Aufenthalt in Ludwigsburg

Auf einer Eisscholle, die langsam schmilzt und immer mehr vom vielen Plastikmüll im Meer umgeben ist, muss der Pinguin Abenteuer bestehen bis er endlich ankommt. Aber wo ist er eigentlich? Es sieht nicht wirklich nach Sardinien aus. Die Kinder verraten ihm dann schnell dass er in Ludwigsburg gelandet ist und geben ihm Tipps, was er hier so unternehmen kann.

Der Pinguin, der weder richtig Fisch noch Vogel ist, findet dann seine Bestimmung in „Ludwigspurg“ und lädt die Kinder zu einem ganz besonderen Schwimmkurs ein, bei dem getanzt und mitgesungen wird. Zum Abschluss gibt es dann ein „echtes Pinguin Schwimmabzeichen“ und schwimm-tanzend verlassen die jungen Besucher den Clussgarten.

Und wie kam der Pinguin beim jungen Publikum an? „Super klasse. Der Pinguin war so lustig, vor allem als er gegen den Wind kämpfen musste“, sagt die fünfjährige Ronja, die sich zum ersten Mal ein Stück beim Ludwigsburger Theatersommer angesehen hat. Auf dem Weg nach draußen entdeckt sie Fotos der vergangenen Inszenierungen und erklärt gleich der Mutter: „Da müssen wir wieder hin, da gibt es ja ganz tolle Geschichten.“

Lediglich zwei Vorstellung mussten abgesagt werden

Noch bis zum Samstag, 13. September, werden im Clussgarten auch Stücke für Erwachsene gezeigt. Der Ludwigsburger Theatersommer hat in diesem Jahr bereits eine ordentliche Portion Regen abbekommen.

„Wir mussten bisher nur eine Schul- und eine Nachmittagsvorstellung absagen. Dafür mussten wir aber oft unter widrigen Bedingen spielen“, sagt die Geschäftsführerin des Ludwigsburger Theatersommers, Susanne Schmidt. Die finanziellen Folgen seien daher überschaubar. „Für diese Woche sind wir auch komplett ausgebucht und für die kommenden schauen wir dann mal was das Wetter macht“, so Schmidt.

Sonka Müller hat als Pinguin auf jeden Fall bewiesen, dass sie wirklich wasserfest ist. Und mit dem „dicksten Pinguin vom Pol“ hat das Theater „PATATi-PATATA“ gezeigt, dass man schon mit einem sehr einfachen Bühnenbilder vielseitige, spannende Bilder kreieren kann. Denn wäre hätte gedacht, dass man aus Kanus Eisberge, Wale und auch Eisschollen bauen kann?

Ludwigsburger Theatersommer

„Der dickste Pinguin vom Pol“ wird noch bis zum Sonntag, 10. August, im Clussgarten gespielt. Das Stück ist für Kinder ab vier Jahren. Ab Donnerstag, 14. August, wir dann das Stück „Emil und die Detektive“ gezeigt, es ist ab acht Jahren. Weitere Informationen zu den anderen Stücken beim Ludwigsburger Theatersommer gibt es online unter www.theatersommer.net.

 
 
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