Mängel bei der Frankenbahn Die Doppelstockwagen kommen vorerst zurück

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Doppelstockwagen der DB-Regio werden wieder eingesetzt. Foto: Oliver Lauer

Das Land reagiert auf die Mängel auf der Frankenbahn. Die  Doppelstockwagen kommen vorerst zurück.

Die Regionalbahn-Züge in Besigheim, die vom niederländischen Betreiber Abellio auf der Frankenbahn verkehren, sind nur kurz und oft schon in Besigheim so überfüllt, dass ein Einsteigen kaum möglich ist. Die Züge von Go-Ahead, die den Regionalexpress von Stuttgart über Besigheim bis Würzburg bedienen, reichen ebenfalls nicht aus. Für sie sollen nach dem Willen des Landes nun wieder die Doppelstockwagen der DB Regio Unterstützung bieten. Der Grund für die Misere sind sowohl Lieferschwierigkeiten der Hersteller Bombardier und Stadler als auch ein Lokführermangel (die BZ berichtete).

„Wir kümmern uns darum, durch zusätzliche Züge die Situation zu entspannen“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann vor wenige Tagen zu diesem Ersatzkonzept.  Gemeinsam mit dem Betreiber sei durch den Einsatz der Doppelstockwagen eine Lösung erreicht worden, die den Fahrgästen rasche Verbesserungen bringe, erklärte das Ministerium.

Der erste zusätzliche Zug der DB startete auf der Frankenbahn am Montag, ein weiterer Zug folgt am 10. April. Durch deren Einsatz soll die Personalsituation bei Go-Ahead verbessert und die Verbindungen sollen zuverlässiger werden. Außerdem sollen für die Zeit der Sperrung der Schnellfahrstrecke Mannheim-Stuttgart die Kapazitäten auf der Frankenbahn erhöht werden, da mit zusätzlichem Ausweichverkehr über Würzburg gerechnet wird.

Verschlechterungen gibt es dafür am Wochenende: Im Zeitraum vom 7. März bis zum 9. April sind an Wochenenden der planmäßige Ausfall von sechs Zugpaaren sowie der Teilausfall eines Zuges vorgesehen. Es werden damit die im Dezember hinzugekommenen Fahrplanausweitungen vorläufig zurückgenommen, um den Fahrplan zu stabilisieren, so das Ministerium. Eine Online-Petition aus dem Umfeld der regionalen Jungen Union sammelt seit vier Wochen im Internet Stimmen für Entschädigungszahlungen an Fahrgäste auf der Frankenbahn.

Diese Woche verteilten die Initiatoren Flyer an den Bahnhöfen, um für die Aktion zu werben. Sie kritisieren unzumutbare Zustände, Verspätungen und Zugausfälle für die Bahnkunden.  Darüber hinaus fehlten Kapazitäten und teils wochenlang Fahrkartenautomaten an den Bahnhöfen. „In Summe stellt dieses Chaos einen nicht länger hinnehmbaren Zustand für die Fahrgäste dar“, bemängelt Initiator Christian Schäuffele aus Erligheim. Weitere Informationen dazu gibt es online.

 
 
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