Bürgermeister Jens Hübner zeigt sich, wenn er auf das Jahr 2025 zurückblickt, durchaus dankbar über das, was war: „Es war ein sehr gutes Jahr für uns als Stadt, auch und gerade aus finanzieller Sicht“, sagt der Rathauschef. Obwohl Markgröningen als finanziell eher klamm gelte, habe man doch wesentlich höhere Einnahmen bei der Gewerbesteuer verbuchen können als noch im Jahresansatz antizipiert – statt normalerweise rund 9 Millionen standen in 2025 letztlich 16,5 Millionen Euro auf der Habenseite.
Markgröningen Freude über hohe Steuereinnahmen
Bürgermeister Jens Hübner blickt beim Jahresgespräch auf ein aus finanzieller Sicht erfolgreiches 2025 zurück, und auch der Schäferlauf sei optimal gelaufen.
Gesunder Branchenmix
„Wir haben einen gesunden Mix aus verschiedenen Branchen, innerhalb dessen die stärkeren Betriebe die schwächeren auffangen, und wir sorgen für eine Politik des Miteinander, mit einer engen Verflechtung der Gewerbetreibenden zur Verwaltung und zum Gemeinderat. Diese Verzahnung und das Prinzip der kurzen Wege hat sich bestens bewährt.“ Hübner schwebt auch eine Ausweitung der bestehenden Gewerbegebiete vor, doch müsse man hier aktuell mit gebremstem Schaum rangehen, „an Grundstücken gibt es derzeit kein Angebot, ich hoffe, dass sich dies aber schon bald wieder ändern wird.“
Dass es aktuell gut in der Stadt läuft, hänge jedoch nicht nur an einem engen Miteinander, sondern auch ganz klar habe der Verein „Markgröningen aktiv!“ hier seine Verdienste. Alleine dessen Ladengeschäft „Marktplatz 8“ sorge für eine wichtige Belebung des Altstadtquartiers: „Hier werden hochwertige Produkte, Manufakturwaren aus der Stadt und der Region angeboten, Dinge, die man täglich braucht wie Lebensmittel, aber auch schöne Mitbringsel und Geschenke, die einen Querschnitt der Region aufzeigen.“
Auch sorge „Markgröningen aktiv!“ mit seinen Veranstaltungen wie etwa dem Keltertalk, mit der beliebten Feuerzangenbowle und den Stadt- und Abendspaziergängen bei Einheimischen wie auch den Gästen von außerhalb für gut frequentierte Aktionen und lieferten einen wertvollen Beitrag zur Wirtschaftsförderung. Neue Wege werde man auch beim Thema Erneuerbare Energieformen beschreiten, denn Markgröningen habe aktuell drei Vorranggebiete für Windkraftanlagen ausgewiesen bekommen – eine liege auf der Exklave im Spitalwald nahe Hemmingen.
„Ich sehe diese drei Standorte als Chance, denn wir alle wollen weg von Öl und Gas und ein Stück weit autark werden.“ Pläne für die Anlagen gebe es noch nicht, dafür sei es noch zu früh, aber Hübner könnte sich die Windräder als eine gute Investition in die Zukunft vorstellen.
Wer an Markgröningen denkt, dem kommt auch der Schäferlauf in den Sinn, eines der größten und traditionsreichsten Volksfeste der Region. Auch hier blickt der Bürgermeister mit großer Freude zurück: „Der Schäferlauf 2025 wird in die Geschichte eingehen.“ Die meteorologischen Rahmenbedingungen seien einfach perfekt gewesen, ebenso habe die Organisation keinerlei Wünsche offengelassen und die zahlreichen Gäste an allen Tagen hätten eindrucksvoll die Strahlkraft dieser Veranstaltung untermauert. Und so hofft der Schultes, künftig noch mehr die Werbetrommel für Touristen zu rühren, denn „der Schäferlauf ist wirklich ein Pfund, mit dem wir wuchern können“, was bedeutet, dass die Möglichkeiten der überregionalen Vermarktung noch nicht ganz ausgeschöpft seien. Beim Blick in die nahe Zukunft stehe nun die Sanierung der Unteren Kelter, erbaut Anfang des 18. Jahrhunderts, ganz oben auf der Agenda. Das wuchtige Gebäude werde entkernt und zukunftsfähig gemacht, sodass es künftig, kann sich Hübner vorstellen, als kultureller Treffpunkt dienen könnte.
Reaktivierung der Bahnstrecke
Die derzeit dort noch untergebrachten Mitarbeiter der Stadtverwaltung werden dann in das Sparkassen-Gebäude umziehen, in welchem man Räume habe anmieten können.
Bei all dem positiven Blick zurück und vielversprechender Aussicht in die Zukunft habe es jedoch auch eine Sache gegeben, die aus seiner und der Sicht der Stadt nicht sehr erbauend gelaufen sei: „Über das Nein der Stadt Ludwigsburg zu einer Weiterführung Stadtbahn Lucie über den Ludwigsburger Bahnhof hinaus war ich dann doch ziemlich enttäuscht“, sagt Hübner.
Hier habe man seiner Meinung nach eine für die Region wichtige Chance vergeben. Zwar seien die Pläne nicht endgültig beerdigt, doch die aktuelle Ausgangslage sei nun schwierig. Und dennoch übt Jens Hübner Zuversicht: „Schauen Sie, die Bahnlinie zwischen Ludwigsburg und Markgröningen gibt es ja nach wie vor, auch wenn der Verkehr zumindest bis in unsere Stadt aktuell ruht.“ Die Infrastruktur sei also nach wie vor vorhanden, und auch, wenn die Gütertransporte aktuell nur bis Möglingen führten, sei eine Reaktivierung der seit 1975 für den Personenverkehr ruhenden Strecke eigentlich relativ schnell und mit vergleichsweise überschaubarem finanziellem Aufwand zu bewerkstelligen. „Die Markgröninger stehen hinter einer Reaktivierung der Bahnlinie“, sagt der Rathauschef, und er ist auch zuversichtlich, dass schon bald die ersten Züge wieder zum Ludwigsburger Hauptbahnhof fahren werden.
Freilich sei eine Weiterführung über die Schusterbahn von Kornwestheim in Richtung Bad Cannstatt und Esslingen eine äußerst attraktive Option. Aber wenn dieser erste Schritt der Anbindung an das S-Bahn-Netz des VVS getan sei, wäre dies schon eine immense Verbesserung.
